„Alles auf dem Prüfstand“

Wanderwegeleitsystem in Schmallenberg wird einer Revision unterzogen 

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André Mergheim kümmert sich um die Schilder des Wanderwegeleitsystems. 

Schmallenberg. Knapp 20 Jahre ist es her, als die ersten Schilder des Wanderwegeleitsystems im Schmallenberger Sauerland im Bereich Westfeld/Ohlenbach/Nordenau errichtet wurden. „Seitdem hat es viele Veränderungen gegeben. Neue Wege sind hinzugekommen, einige sind verlegt oder umbenannt worden. Und dann gab es da noch Kyrill“, sagt Tourismusdirektor Hubertus Schmidt. Auf Initiative der Stadt Schmallenberg und des Gesamtverkehrsvereins wurde daher eine Revision des Wanderwegeleitsystems in Angriff genommen.

„Es wird alles auf den Prüfstand gestellt“, erklärt Schmidt. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von SGV, Verkehrsverein, Stadt und Touristik beschäftigt sich mit den Fragen: Wie groß sind die Veränderungen? Was muss gemacht werden? „Die Schilder, die Markierungen an den Bäumen und die Wanderkarten müssen genau an diese Veränderungen angepasst werden“, erklärt André Mergheim, der das Projekt federführend begleitet und für die Schilder (insgesamt 1784 im Stadtgebiet) zuständig ist. Das Wanderwegenetz sei für ihn manchmal wie ein „Wimmelbild“, betont er daher auch.

Begonnen wurde mit dem „Pilot-Bereich“ Westfeld/Ohlenbach/Nordenau, wo damals die ersten und damit heute ältesten Schilder des Wanderwegeleitsystems aufgestellt wurden. Zugleich biete sich das Gebiet aufgrund seiner Nähe zu Winterberg, dem Partner bei der Ausrichtung des Deutschen Wandertages im Juli 2019, an. Dieser Bereich sei jedoch nur ein Teil der großen Bestandsaufnahme.

„Die Inventur bezieht sich auf das komplette Stadtgebiet“, so Schmidt. Hierfür habe die Stadt sehr viel Geld in die Hand genommen. Nach der praktischen Umsetzung im Bereich Westfeld/Ohlenbach/Nordenau solle daraus ein Plan für das komplette Wanderwegeleitsystem abgeleitet werden.

„Produkt Wanderweg hat sich verändert“

„Das Produkt Wanderweg hat sich in den vergangenen 20 Jahren verändert“, begründet Mergheim die Revision des Leitsystems. Die Entwicklung gehe weg von Forststrecken hin zu natürlichen Pfaden. „Ein hoher Pfadanteil, genau das wird vom Deutschen Wanderinstitut für einen Qualitätswanderweg gefordert“, betont Mergheim. Beispiele hierfür seien der „Schwedensteig-Heidenstraße“ (2017 entstanden) in Westfeld/Ohlenbach oder der Kahle-Asten-Steig aus dem Jahr 2013. Von Ende 2018 bis ins Frühjahr 2019 seien gerade im Bereich Westfeld/Ohlenbach zahlreiche solcher Pfade geschaffen worden. Auf derartige Veränderungen müsse bei der Beschilderung reagiert werden.

"Eine bemerkenswerte Initiative"

„Eine bemerkenswerte Initiative“, lobt Tourismusdirektor Schmidt die ehrenamtliche Arbeit der SGV-Abteilung Westfeld/Ohlenbach in ihrem Bereich. Zwei weitere Beispiele für Veränderungen sind, so Mergheim, ein Pfad auf den Hardtkopf mit neuem Gipfelkreuz in Oberkirchen oder zwischen Oberkirchen und Westfeld. Dort sei auch das Motiv für den Deutschen Wandertag (das Naturschutzgebiet Sommerseite) entstanden.

Mergheim betont die gute Kooperation mit dem Schmallenberger Sauerland Tourismus bei Genehmigungsverfahren oder Zertifizierungen von Qualitätswegen und freut sich über das große ehrenamtliche Engagement der Wegemarkierer in den SGV-Abteilungen. Insgesamt haben 29 Dorfgemeinschaften im Stadtgebiet markierte Wanderwege angelegt.

Die Beschilderung zieht sich also durch das gesamte Schmallenberger Sauerland. Im Jahr 2000 seien die ersten Schilder aufgestellt worden (gemeinsam mit dem Rothaarsteig).

„Jetzt machen wir uns Gedanken über Verbesserungen der Wege und der entsprechenden Beschilderung“, so Mergheim zum Wandel des Wanderwegenetzes, auf dem es stets etwas Neues zu entdecken gebe – eben wie auf einem „Wimmelbild“.

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