Wiederbewaldung nach Kyrill — Entscheidungshilfen

Regionalforstamt Oberes Sauerland informiert über Risiken

Schmallenberg. (SK)

Am 18. Januar jährte sich zum ersten Mal der Tag, an dem der Orkan "Kyrill" die Natur, die Landschaft und das Leben vieler nachhaltig verändert hat. Jetzt wo 90 Prozent des Sturmholzes aufgearbeitet sind, werden viele Waldbesitzer über Wiederaufforstungen der Orkanflächen nachdenken. Auch die Forstleute im Regionalforstamt Oberes Sauerland haben sich mit diesem Thema eingehend beschäftigt. Das frühlingshafte Wetter verlockt gerade dazu, Pflanzpläne zu schmieden. Der Wunsch nach schneller Aufforstung der Fläche ist sicher für jeden nachvollziehbar, doch die Waldbesitzer treffen eine Entscheidung für 80 bis 140 Jahre, daher sollte sie gut überlegt sein. Je höher zum Beispiel das Sturmrisiko ist, desto strukturreicher sollte die Aufforstung sein. Das Regionalforstamt Oberes Sauerland möchte, so lautet es in einer Pressemitteilung, den betroffenen Waldbesitzern ein paar Empfehlungen oder Entscheidungshilfen offerieren.

Die Aufforstung in 2008 sollte die absolute Ausnahme sein.

Der Istzustand der Fläche spielt für das weitere Vorgehen eine wichtige Rolle.

- Wie groß ist die Fläche. Handelt es sich um eine völlige Kahlfläche oder ist noch eine Restbestockung vorhanden:

- Besteht die Chance auf bereits vorhandene Naturverjüngung aufzubauen oder Ansamung von Baumarten (z.B. Birke, Lärche, Fichte):

- Wie sah die bisherige Bestockung aus: Waren die Herkünfte geeignet: Ist eventuell ein Baumartenwechsel/Mischung notwendig:

- Von welchen negativen Faktoren wird die Pflanzung unter Umständen beeinflusst (Sonnenhang, Nordhang, Plateau):

- Wie ist die Wildsituation: Ist mit Verbiss zu rechnen:

- Welche Konkurrenzvegetation kann auftreten: (Brombeere, Gras)

- Wie sind die Boden- und Lichtverhältnisse: Wie hoch ist die Frostgefahr:

- Möchte ich meinen Wald an den zu erwartenden Klimawandel anpassen und einen risikoarmen aber ertragreichen Mischwald anlegen:

- Bin ich an irgendwelche naturschutzrechtlichen Vorgaben durch vielleicht vorhandene Landschaftspläne, Verordnungen oder Verträge gebunden:

Fragen, die jeder Waldbesitzer selber entscheiden muss.

Wer die Fichte bevorzugt, sollte beachten, dass die Rahmenbedingungen für eine Frühjahrspflanzung in 2008 und 2009 äußerst ungünstig sind, so der Wortlaut in der Pressemitteilung. Die Gefahr, dass die jungen Pflanzen durch den großen Braunen Rüsselkäfer geschädigt würde, sei sehr groß. Durch Sonneneinstrahlung oder Nachtfröste könne es auf einer Freifläche auch zu extremen Witterungseinflüssen kommen. Die Pflanzen können verhitzen oder unter Frostschäden leiden. Die Betreuungsförster im Regionalforstamt Oberes Sauerland stehen den Waldbesitzern mit Rat und Anleitung zur Seite und informieren über mögliche Aufforstungsvarianten.

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