Kompetenzgruppe tagte in Arpe

Drei Leader-Projekte auf gutem Weg

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Gelungene Auftaktveranstaltung: Die vier Vorsitzenden der Kompetenzgruppen (v. l.) Klaus Wahle, Siegmar Moritz, Steffi Kühn-Maier und Johannes Trippe mit Reinhold Weber, seit 2009 Vorsitzender des Vereins „4 mitten im Sauerland“. 

Schmallenberg/Arpe. Auch wenn Ernennungsurkunde und Förderrichtlinien noch fehlen, der zweite LEADER-Prozess der Region „4 mitten im Sauerland“ ist voll durchgestartet. Regionalmanager Stefan Pletziger erreichen täglich Projektideen für die neue Förderphase bis 2020. Drei erste Projekte haben gute Aussichten mit EU-Mitteln gefördert zu werden: Die Aufwertung des Bergbauwanderweges in Ramsbeck, das „Rucksackprojekt“ des Kommunalen Integrationszentrums sowie der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in Schmallenberg-Huxel.

Alle drei Projekte nahmen am Mittwochabend in Schmallenberg-Arpe eine wichtige Hürde: Die vier Kompetenzgruppen, die Beratungsgremien des LEADER-Vereins für Bestwig, Meschede, Eslohe und Schmallenberg, sprachen sich in ihrer ersten gemeinsamen Sitzung für eine Förderung und eine „wohlwollende Empfehlung“ (Kompetenzgruppen-Sprecher Siegmar Moritz) an den Vorstand aus. Dieser trifft sich am Montag, 1. Februar. Er ist zwar an das Votum nicht gebunden, Insider gehen aber von einer Zustimmung des Vorstandes aus.

Vorstandschef Reinhold Weber brachte es auf den Punkt: „Es war ein fruchtbarer Abend.“ Erfreulich auch, so Weber, dass die Förderung der Projekte durch den EU-LEADER-Topf jetzt bis zu 65 Prozent beträgt. Die Co-Finanzierung müssen die Antragsteller selbst stemmen. Das erste Projekt, das vorstellt wurde, war „die Optimierung und Aufwertung des Ramsbecker Bergbauwanderweges“, der 10,5 Kilometer lang ist und demnächst 41 Schaupunkte und Tafeln aufweist. Die gesamten Maßnahmen kosten rund 25 000 Euro. Die Co-Finanzierung von 8500 Euro sei auch durch Eigenleistung gesichert. Die beantragte Fördersumme von 16 500 sei für die Materialkosten.

Beim zweiten, dem „Rucksack“-Projekt des Kommunalen Integrationszentrums des Hochsauerlandkreises, geht es um eine Fördersumme von 6500 bis 7000 Euro, die Co-Finanzierung übernimmt der Kreis. Beim „Rucksack“-Projekt handelt es sich um die Unterstützung von Eltern und Kindern mit Migrationshintergrund in der Sprachenförderung. „Die Kinder lernen ihre Muttersprache und Deutsch, die Mütter bzw. Eltern erfahren, wie sie ihre Kinder optimal fördern können. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Integration in den Dörfern.“ Wichtig sei auch die enge Zusammenarbeit der Mütter mit den Erzieherinnen in den Kitas und Familienbildungszentren. Rund 50 Kinder werden schon gefördert. Das Projekt soll ausgebaut werden mit Meschede und Bestwig als Schwerpunkte.

Dorhaus in Holthausen-Huxel

Das dritte vorgestellte und diskutierte Projekte war der geplante Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in Schmallenberg-Huxel. Die Gesamtkosten für das Haus mit einem multifunktionalen Innenraum betragen rund 130 000 Euro zuzüglich Eigenleistung der Dorfbewohner. 85 000 Euro soll LEADER beisteuern. 45 000 Euro kommen von der Stadt und der Dorfgemeinschaft. „Der Bau ist dringend erforderlich, bisher ist in Huxel kein geeignetes Gebäude als soziales und kulturelles Zentrum vorhanden“, erklärte Oliver Wahl, der Vorsitzende des Fahnen- und Heimatvereins. „Wir wollen Generationen verbinden, das Dorfleben aktivieren und die Gemeinschaft stärken.“ Das Haus soll ein Kommunikationszentrum für alle Generationen werden. Eine Ehrenamts-Kneipe und ein Dorfcafé sind vorgesehen, zudem ist der Aufbau eines Dorfarchivs geplant. Wichtig - so Wahl - sei auch der vorgesehene Jugendtreff, den es bisher in Huxel nicht gibt. Für die ganz Kleinen ist eine Krabbel- und Spielgruppe vorgesehen. Die ersten drei Projekte sind erfolgreich angestoßen worden, insgesamt stehen für die zweite Förderphase 2,3 Millionen Euro zur Verfügung, also jeweils rund 500 000 für die vier Kommunen der LEADER-Region „4 mitten im Sauerland“. In der erste Förderperiode von 2009 bis 2014 waren bei einer Gesamtsumme von 1 Millionen Euro 49 Projekte erfolgreich. „Der Run für die zweite Phase bis 2020 hält an“, sagte Pletziger. Für Reinhold Weber war am Mittwochabend klar: „Die Dörfer merken, dass dabei was rumkommt.“

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