Rund 350 Interessierte bei Windkraft-Infotag in Bödefeld

„Ziele nicht erfüllbar“

Rund 350 Interessierte informierten sich beim Windkraft-Infotag in Bödefeld, zu dem das NRW Bündnis Vernunftwende eingeladen hatte. Foto: Jörg Leske

Rund 350 Interessierte bei Windkraft-Infotag in Bödefeld.

Das NRW Bündnis Vernunftwende hatte am vergangenen Samstag in Kooperation mit dem Verein für Umwelt- und Naturschutz Schmallenberg zur länderübergreifenden Informationsveranstaltung in die Bödefelder Schützenhalle eingeladen. Eingeladene Landes- und Kommunalpolitiker aus NRW waren zum Bedauern der Organisatoren nicht erschienen.

Mit dem Landesbündnis Vernunftkraft Hessen (Interessenvertretung von rund 80 Bürgerinitiativen) und dem Landesverband Rheinland-Pfalz Energiewende für Mensch & Natur (zirka 44 Bürgerinitiativen), wurden den in etwa 350 interessierten Gästen, aktuelle Informationen aus Sicht der Windenergiekritiker zum Thema Energiewende, Windkraft und deren Auswirkungen auf Mensch und Natur dargestellt.

Da die Bürgerinitiativen sehr häufig den gleichen Argumenten ausgesetzt seien, ist der Verbund von inzwischen mehr als 170 Bürgerinitiativen aus Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW der logische Schritt. Die drei Landesverbände wollen großflächig Aufklären, um gegen die Windkraftpläne der Landes- und Bezirksregierungen zu kämpfen.

Moderator Michael Schift, zweiter Vorsitzender des Umwelt- und Naturschutzvereins Schmallenberg, erklärte: „Es geht heute nicht primär um Bödefeld, sondern um einen überregionalen Auftritt. Anfänglich waren wir gar nicht gegen Windkraft, jedoch irgendwann erschrocken über die entstehenden Pläne“. Willi Schmidt vom „Vernunftwende NRW Bündnis“ ergänzt: „Wir vertreten inzwischen 80 Bürgerinitiativen von besorgten Bürgern und fordern, Beachtung der H10-Regel (der Abstand der Windräder zu bewohnten Gebieten muss das 10-fache der Anlagenhöhe betragen), keine Windkraftanlagen im Wald, Ausbau nur unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Belange, Einhaltung von Arten- und Naturschutz und die Rückgewinnung der Planungshoheit der Kommunen“.

Als Etikettenschwindel bezeichnet Dr.-Ing. Detlef Ahlborn (zweiter stellvertretender Vorsitzender Landesverband Vernunftkraft-Hessen) die Energiewende. „Es handelt sich lediglich um eine Stromwende, da andere Energienutzung wie Straßenverkehr und Heizung gar nicht berücksichtigt werden“, stellt Ahlborn dar und ergänzt: „Wir können mit der Energiewende nicht aus Atom- und Kohleenergie aussteigen“.

Im weiteren Vortrag ließ er kein gutes Haar an Speichermöglichkeiten wie „Power to Gas“ und bezichtigte die Leute der Lüge, die eine Glättung der Spitzen in der Wind- und Solarenergieerzeugung für möglich definieren. Detlef Ahlborn erklärte die Energiewende als schon lange gescheitert und forderte den Stopp einer flächendeckenden Schändung des Landes.

Dr. Nikolai Ziegler von der Bundesinitiative für vernünftige Energiepolitik Vernunftkraft stellte als Ziele die Bezahlbarkeit, die Versorgungssicherheit und die Umweltverträglichkeit als wichtige Punkte der Energieversorgung heraus und sieht diese durch Solar- und Windkraftanlagen als nicht erfüllbar an. „Bundesweit treibt der unsinnige Flächenverbrauch 500 Bürgerinitiativen an“, so Ziegler und zog das Fazit: „Das Weltklima können wir vom Sauerland aus nicht retten“. Zum Thema „Energiewende und Gesundheit, die versteckten Risiken“, referierte der Mediziner und Biophysiker Dr. Martin Carl Stiller. Als Mitglied von „Ärzte für Immissionsschutz“ (AEFIS) sieht er durch Windkraftanlagen das Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzt. „Auch Wärmepumpen und Heizungsanlagen sind Infraschall-Erzeuger die uns stören, aber der Hauptanteil wird bei den Windkraftanlagen liegen“, erklärte der Mediziner. An Beispielen, die heute schon umgesetzt sind, zeigte er noch die optische Bedrängung von Windparks in Dörfern, in denen nach seiner Aussage nur noch wenige Menschen wohnen und die leerstehenden Häuser unverkäuflich sind.

Im letzten Vortrag kritisierte Professor Dr. Martin Kraft dass 90 Prozent der Artenschutzgutachten von der Windkraftlobby in Auftrag gegeben würden. „Ein Windpark wird von Zugvögeln nicht umflogen, sondern steht wie eine Barriere im Weg. Die Flughöhe der Vögel richtet sich nach der Windgeschwindigkeit und liegt zum Teil in Höhe der Rotoren“, Kraft ergänzt, „Die hohe Rotationsgeschwindigkeit der Flügel können die Vögel nicht einschätzen und so kommt es zu tödlichen Kollisionen“.

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