Enormer Sanierungsbedarf und hohe Kosten

1500 Kilometer erfasst: Wirtschaftswegekonzept für Sundern vorgestellt

Wirtschaftswege Konzept Sundern Ge-Komm Osnabrück
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Zusammen mit einer Osnabrücker Fachfirma hat die Stadt Sundern in den vergangenen Monaten ein Wirtschaftswege-Konzept entworfen.

Erstmals als virtuelle Abschlussveranstaltung wurden jetzt die in Zusammenarbeit der Stadtverwaltung und der Ge-Komm GmbH – Gesellschaft für kommunale Infrastruktur – in diesem Jahr ermittelten Ergebnisse aus der Erarbeitung eines Wirtschaftswegekonzepts für das Stadtgebiet von Sundern der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sundern - Die Prüfung des Zustandes der einzelnen Abschnitte des rund 1500 Kilometer umfassenden Wegenetzes habe dabei einen erheblichen Handlungsbedarf mit „horrenden“ Kosten für Erhaltung, Ausbau, Umbau und Rückbau ergeben.

So sei nach einer Empfehlung und daraus resultierenden groben Kostenschätzung alleine für die kurzfristige Bestandserhaltung für insgesamt rund 532 Kilometer der Wege die Investition von etwa zwei Millionen Euro pro Jahr in den kommenden fünf Jahren notwendig. Die Ge-Komm GmbH hatte weiter ermittelt, dass für Sanierung, Verstärkung und Ausbau kurzfristig (fünf Jahre) rund 3,7 Millionen, mittelfristig (zehn Jahre) etwa 16,6 Millionen, sowie langfristig (20 Jahre) rund 2,7 Millionen Euro an Finanzbedarf entstehen.

„Das sind selbstverständlich lediglich theoretische Werte. Aber alles in allem schon gewaltige Summen. Alle Wege wurden gesichtet, dokumentiert, nach Dringlichkeit sortiert und bewertet. Unter Berücksichtigung vieler jetziger und zukünftiger Faktoren, wie beispielsweise die immer größer werdenden landwirtschaftlichen Geräte und Maschinen“, erklärte Ge-Komm- Abteilungsleiter Eduard Schwarz online den 22 Teilnehmern der Präsentation, nachdem er die einzelnen Vorgehensweisen, Methodiken und integrierten Bürgerbeteiligungen und Diskussionsgrundlagen während der Bedarfsermittlung im Näheren vorgestellt hatte. Schwarz betonte, dass erst dieses Wirtschaftswegekonzept ermögliche, die Fördergelder in Höhe von mindestens 70 Prozent der Kosten bei der Bezirksregierung Arnsberg beantragen zu können. So soll dieses in der nächsten Woche dort eingereicht werden.

Rückmeldung aus der Bürgerschaft fließen mit ein

Karl-Friedrich Böhm, zuständiger Planungsdezernent in Arnsberg, nannte in seiner Stellungnahme die hohe Notwendigkeit der Bürgerbeteiligung – im Vorfeld sowie auch fortlaufend: „Das Konzept soll ja nicht nur der Verwaltung dienen. Die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft fließen als Basis mit ein. Das Ergebnis enthält gewiss horrende Zahlen. Jetzt heißt es für Sundern, die Förderanträge zur Weiterleitung an die Landeshauptstadt schnellstmöglich einzureichen.“

Zudem wandte sich Böhm live mit einer Bitte an den Vertreter der Verwaltungsabteilung 3.2, Volker Broeske: „Dieser dringende Bedarf an finanziellen Mitteln in der Stadt Sundern muss durch die örtliche Politik zudem vehement untermauert werden.“

Broeske nannte die erwähnten Zahlen „ernüchternd“: „Da kommt eine Mordsaufgabe auf uns zu. Ich frage mich, wie wir den verbleibenden Eigenanteil im Kontext zu den erheblichen Problemen in unserem Haushalt, den Auswirkungen von Corona und dem katastrophalem Zustand unserer Wälder stemmen sollen. Zudem arbeiten wir personell am Limit. Eine kurzfristige Antragsbearbeitung halte ich derzeit für nicht leistbar.“

Während der rund einstündigen Live-Übertragung hatten die angemeldeten Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit Kommentaren und Fragen zu beteiligen. Dies wurde allerdings kaum genutzt. Im Mittelpunkt stand auch hier die immense Planungsunsicherheit durch die derzeitigen massiven Rodungen und zukünftigen Entwicklung der Gegebenheiten in den Wäldern.

Ausblick

Die Stadt Sundern werde sich voraussichtlich im ersten Quartal 2021 konkret mit dem nun vorliegenden Wirtschaftswegekonzept beschäftigen. Dazu nennt Volker Broeske unter anderem die Erstellung einer eigenen Priorisierung (als mittel- bis langfristige Strategie), die politische Beratung und das Einstellen von erforderlichen Mitteln in der Haushaltsplanung, bevor dann die entsprechenden Förderanträge gestellt werden könnten.

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