Trickdiebstahl bei 88-jähriger Seniorin

Sundern. Opfer eines Trickdiebstahls wurde am Donnerstag um 12.10 Uhr eine 88-jährige Frau in ihrer eigenen Wohnung in einer Wohnanlage am Rotbuschweg.

Die Täter hatten sich unter einem Vorwand den Zutritt zur Wohnung verschafft. Eine Frau klingelte an der Tür und bat auf Zetteln um Geld für Hilfsorganisationen. Als die Seniorin verneinte, bat die Frau um ein Glas Wasser. Gemeinsam gingen sie in die Küche, in welcher der Wohnungseingang nicht einsehbar ist. Neben dem Wasser belegte die hilfsbereite Seniorin noch Brote für die Frau. 

Als die Frau wieder ging, bemerkte die Wohnungsinhaberin einen Mann, der aus ihrem Schlafzimmer kam und im Hausflur verschwand. Bei der anschließenden Nachschau stellte sie fest, dass das Schlafzimmer durchwühlt worden war. Der Mann konnte eine Geldkassette entwenden. Glücklicherweise befanden sich in dieser nur wertlose Gegenstände. 

Die Frau kann nach Angaben der Polizei wie folgt beschrieben werden: Etwa 1,65 Meter groß; dunkle, schulterlange Haare; bekleidete mit einem braunen Parka, stabile Statur, sprach gebrochenes deutsch mit südländischem Akzent. Der Mann kann nicht beschrieben werden. Hinweise nimmt die Polizei in Sundern unter 02933 - 90 200 entgegen.

Die Polizei gibt folgende Hinweise zum Thema Trickdiebstähle: 

Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der ältere Menschen betroffen sein können. Es ist verstärkt zu beobachten, dass Tricktäter vermehrt auch Seniorenwohnhäuser und -wohnanlagen aufsuchen. Dort, aber auch bei anderen Wohnformen täuschen die Täter ihre Opfer, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen und zu stehlen.

Alle bekannten Täter-Arbeitsweisen lassen sich auf drei Grundmuster zurückführen:

  • das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert. 
  • das Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt 
  • das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt. Opfer der zumeist nichtdeutschen Täter sind fast ausschließlich ältere, teils hochbetagte Menschen.

Für Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden, gibt es nur ein einziges ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden müssen, um zum Erfolg zu kommen: die gesperrte oder geschlossene Wohnungstür. 

Daher sollten Sie zum Schutz vor Trickdieben folgende Ratschläge beherzigen:

  • Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung! 
  • Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den Türspion oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer Türsprechanlage Gebrauch. 
  • Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort - legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an. 
  • Ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu, wenn unbekannte Besucher vor der Tür stehen, oder bestellen Sie die Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist. 
  • Machen Sie bei hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür das Angebot, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Schreibzeug, Glas Wasser etc.) hinauszureichen, und halten Sie dabei die Tür gesperrt. 
  • Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe. 
  • Pflegen Sie Kontakt zu älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Machen Sie ihnen das Angebot, bei fremden Besuchern an der Wohnungstür zur Sicherheit hinzuzukommen, und übergeben Sie für solche Fälle die eigene Telefonnummer.

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