Museum barrierefrei erleben

„Alte Kornbrennerei“ in Sundern plant virtuellen Rundgang

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Herbert Müller freut sich, dass mit dem virtuellen Rundgang das Museum barrierefrei erlebbar wird, denn für einige Besucher sind die Treppen unüberwindbar.

Sundern – Mit einem virtuellen Rundgang möchte das Sunderner Museum „Alte Kornbrennerei“ sein Angebot in den nächsten Monaten ausweiten. Anhand von zahlreichen detaillierten Fotoaufnahmen sowie einem Video soll auch Menschen mit körperlichem Handicap per Internet das Museum erlebbar gemacht und ein umfassendes Durchstöbern der „alten Schätzchen“ möglich gemacht werden.

„Die Ausstellung mit vielen Highlights ist auf drei Etagen verteilt, erreichbar über Treppen. Da somit für einige Besucher leider keine barrierefreie Erkundung möglich ist, soll diesen der virtuelle Rundgang eine gute Alternative bieten“, erklärt Herbert Müller, seit 2002 Vorsitzender des Museumvereins.

Die „Alte Kornbrennerei“ an der Mündung von Linnepe in die Röhr im Herzen Sunderns stellt unzählige Exponate – überwiegend aus der Geschichte von Industrie und Handwerk in der Röhrstadt – aus. Und das in einer Kombination mit der Atmosphäre des alten Gemäuers des geschichtsträchtigen Industriegebäudes. Als besonderer Schwerpunkt der Ausstellung zählt die nahezu komplette Sammlung an Metallwaren und Elektrogeräten der Marke Maybaum, dem ältesten Industriewerk der Stadt. 

Zeitreise durch die Welt des Industriestandorts

Getreu dem Motto „Made in Sundern“ widmet sich das Museum auch darüber hinaus vorwiegend einer Zeitreise durch die Welt des schon vor vielen Jahrzehnten starken Industriestandorts Südwestfalens. Röhrtalbahn, Bergbau, Maschinenbau, facettenreiches Handwerk: „Unsere Ausstellung ist eine äußerst vielfältige Ansammlung von Exponaten und Literatur, die ihre individuellen Geschichten erzählen. Zudem locken einige Highlights, wie etwa eine um 1900 in der Papierfabrik Sunderns produzierte „Germania“ Schreibmaschine – im damaligen Wert eines Automobils – und Fundstücke aus den beiden Weltkriegen zahlreiche Besucher aus nah und fern zu uns“, so Müller.

Darunter seien „Allgemein“- Interessierte als auch wahre Experten und Enthusiasten, Schulklassen sowie auch Ausflügler aller Altersklassen. Und auch größere Seniorengruppen, für die das Treppensteigen teils nicht mehr möglich ist: „Immer wieder haben wir feststellen müssen, dass diese betroffenen Personen nur einen Teil der Ausstellung besichtigen konnten. Diesen Enttäuschungen möchten wir nun mit diesem geplanten, virtuellen Zugang zu den wichtigsten Exponaten und den dazugehörigen Informationen entgegen wirken.“

Neben der „Besichtigung von zuhause aus“ soll es zudem im ebenerdigen Bereich vor Ort einen großen Bildschirm geben, der auch den nicht mehr ganz so rüstigen Gästen ein bestmögliches Museumserlebnis mittels Laptop vermitteln kann. „Das ist uns ein Herzensanliegen“, betont Müller: „Da wir den Betrieb mit einem sehr kleinen Budget und vordergründig in Ehrenamt betreiben, würden wir uns über Unterstützung freuen, die eine professionelle Umsetzung des Vorhabens sowie die Optimierung unseres Internetauftritts noch in den nächsten Monaten ermöglicht.“

Weitere Informationen zum Museum und Mitgliedsanträge unter www.museum-kornbrennerei.de, Kontaktaufnahme über kontakt@museum-kornbrennerei.de

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