Unmut über mangelnde Aussicht

Amecker vermissen Sichtschneisen aufs Vorbecken 

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Hätte von den Bänken am Westufer aus gerne eine freie Sicht auf das Amecker Vorbecken: Siegfried Löppenberg hofft immer noch auf Schneisen.

Amecke. „Wenn man Werbung für den Sorpesee macht, dann darf man ihn nicht verstecken“, sagt Siegfried Löppenberg. Der 81-Jährige begegnet häufiger am Westufer des Amecker Vorbeckens Gästen, die mit ihrem Sonntagsausflug unzufrieden sind, berichtet der Amecker. „Dann hätten wir auch zuhause auf die Hecke gucken können“, würden sich die Ausflügler beklagen.

Gemeint ist die Sicht von den Bankreihen aus auf das Sorpesee-Vorbecken. Die Pflanzen am Ufer ragen so hoch, dass man überhaupt keinen Blick mehr aufs Wasser werfen könne, kritisiert Löppenberg, der vor 15 Jahren die Amecker Sauermänner ins Leben rief und dem sein Heimatort sehr am Herzen liegt. Zwar sei rechts der Sorpe die Sicht weitestgehend frei, „aber ältere Leute schaffen es nicht, den ganzen See zu umrunden und die Leute möchten gerne das Treiben auf dem See beobachten.“

Schon mehrfach habe er in der Vergangenheit den Ruhrverband auf das Problem aufmerksam gemacht, bislang seien aber allenfalls die Spitzen geschnitten worden. Jetzt macht der 81-Jährige einen erneuten Vorstoß. Sein Vorschlag: „Wenn man im Herbst ganz radikal zurückschneidet, dann hat es im Frühjahr und Sommer wieder Zeit zu wachsen, aber bis daher hat man wieder Sicht.“ Dass eine Uferbefestigung sein müsse, sehe er ein. „Es muss nicht alles weg“, betont er. Wichtig sind ihm aber Schneisen dort, wo die Bänke stehen – „im Umkreis von etwa drei Metern“, würde dem Rentner ausreichen. „Wir sind stolz auf das Prunkstück Sorpesee, aber dann müssen wir ihn auch zeigen.“

Im Herbst wolle man sich mit der Stadt Sundern zusammensetzen und eruieren, welche Sichtachsen man freischneiden und wer das leisten könne versprach Markus Rüdel, Pressesprecher des Ruhrverbandes, auf Nachfrage des SauerlandKurier. Momentan dürfe aus Naturschutzgründen nicht frei geschnitten werden, sondern erst im Herbst, wenn die Blätter gefallen sind.

Die Herausforderung bestünde aber vor allem im finanziellen und personellen Aufwand. „Es gib unzählige Bänke an all unseren Talsperren. Bei der Vielzahl ist das kaum zu leisten“, gab Rüdel zu bedenken. „Aber wir werden sicherlich zu einer Lösung kommen“, so der Ruhrverband-Pressesprecher.

Zuständigkeiten am Amecker Vorbecken

Die Unterhaltung des Bewuchses in unmittelbarer Ufernähe wird vom Ruhrverband (RV) durchgeführt. Somit sei die Stadt Sundern nicht für das „Freischneiden“ im Bereich der ufernahen Bänke zuständig, teilte Dieter Leser, Umweltschutzbeauftragter der Stadt Sundern, auf Nachfrage des SauerlandKurier mit. „Die Pflege der Bäume und Sträucher im Bereich der Freianlagen des Vorbeckens wird am Westufer von den „Technischen Diensten“ und am Ostufer von der Sorpesee GmbH durchgeführt. Im Regelfall wird darauf geachtet, dass die unmittelbaren Blickbeziehungen von den Parkbänken in die ,freie’ Landschaft aufrechterhalten werden“, erklärt Dieter Leser weiter.

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