"Demokratiebildung jetzt – nicht ohne Frauen machbar“

Arbeitskreis des „FrauenRat NRW“ trifft sich zu "Kick-Off-Meeting" in Dörnholthausen

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Beim „Kick-Off-Meeting“ in Dörnholthausen: Uta Fechler, Andrea Rupp und Maria Berghoff vom Vorstand des FrauenRat NRW, die Vizepräsidentin des NRW-Landtages Carina Gödecke und die stellvertretende HSK-Landrätin Ursula Beckmann (v.li.).

Sundern -„Demokratiebildung jetzt – nicht ohne Frauen machbar“ heißt ein Arbeitskreis des „FrauenRat NRW“, der Ende März bei dessen offizieller Mitgliederversammlung beschlossen wurde. In Sundern-Dörnholthausen fand am vergangenen Samstag das „Kick-Off Meeting“ dieses neuen Arbeitskreises statt.

Maria Berghoff hatte in ihrer Funktion als Schatzmeisterin des Frauenrats und Arbeitskreisleiterin, im Rahmen eines Frühstücks, die Veranstaltung im „Haus Berghoff“ ermöglicht. So waren Frauen aus ganz Nordrhein-Westfalen nach Dörnholthausen gekommen, um sich zu den Themen „Frauen stärken, Demokratie fördern, Radikalisierung verhindern“ auszutauschen und Strategien zu entwickeln. 

Die zweite Vorsitzende des Frauenrats und ebenfalls Arbeitskreisleiterin, Uta Fechler begrüßte als Erste die anwesenden Gäste. „Demokratie ist Freiheit. Aber ist Demokratie mit Frauen eine andere als die für Männer? Und es ist dann noch Demokratie?“, stellte die Lehrerin und Vertreterin der kfd die rhetorische Frage. Wie Frauen als Privatmensch die Demokratie tragen, darum gehe es an diesem Tag, erklärte sie weiter. Maria Berghoff, vom Landfrauenverband in den Frauenrat entsandt, äußerte zur Begrüßung: „Wenn Frauen auf dem Land keine Zukunft mehr haben, dann hat auch der ländliche Raum keine Zukunft.“ 

Die Auftaktveranstaltung des Arbeitskreises fand große Aufmerksamkeit bei Vertreterinnen der Politik. Die Vizepräsidentin des Landtages Nordrhein-Westfalen Carina Gödecke ging in ihrem Grußwort auf den historisch niedrigsten Frauenanteil in den Parlamenten (Landtag NRW 27 Prozent) ein. Gleichzeitig sah sie die Demokratie in Deutschland so gefährdet wie noch nie. „Demokratie ohne Frauen ist keine Demokratie, Demokratie braucht Gleichberechtigung“, forderte sie. Bildungsinstitutionen sollten die Demokratie daher stärker vermitteln. „Wer nicht sichtbar und hörbar ist, wird nicht wahrgenommen. Wer nicht wahrgenommen wird, verliert Rechte“, sagte Gödecke und fügte hinzu: „Wir tragen die Verantwortung dafür, dass unsere Töchter und Enkeltöchter nicht wieder bei null anfangen müssen.“ 

Auch die stellvertretende Landrätin, Ursula Beckmann, war zum „Kick-off Meeting“ nach Sundern gekommen. 54 Mitglieder zähle der Kreistag im HSK, nur sieben davon seien Frauen. „Ich möchte Sie motivieren, lassen Sie sich aufstellen. Bringen sie Ihre Erfahrung ein. Denn Frauen ticken anders“, appellierte sie. 

Präventivarbeit beim Thema Gewalt

Während des Frühstücks kamen die Teilnehmerinnen des Kick-Off-Treffens miteinander intensiv ins Gespräch. Sie erarbeiteten Stichpunkte für die Diskussion zur Bedeutung der Demokratie, zu Handlungsvorschlägen für die Arbeit von Frauenverbänden sowie jeder einzelnen Frau in ihrem Umkreis. Am Ende der Veranstaltung hatten sich neun Frauen aus verschiedensten Verbänden zusammengefunden. In drei neuen Arbeitskreisen wollen sie nun unterschiedliche Themenbereiche angehen. Ein Netzwerk, bei dem Eltern, Schule und die Polizei auf kommunaler Ebene, über die Kreise bis hinauf zur Landesebene zusammenarbeiten, soll geschaffen werden, um so Präventivarbeit beim Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen zu leisten. Noch nicht ganz so detailliert sind die weiteren Themenfelder aufgestellt. Ein weiterer Arbeitskreis will sich mit Projekten an Universitäten richten, um Emigration, Partizipation und zentrale politische Bildung zu thematisieren. Eine dritte Gruppe will sich mit häuslicher und digitaler Gewalt beschäftigen.

Hintergrund 

Der FrauenRat NRW mit rund 57 Mitgliedsverbänden unterschiedlichster Weltanschauungen ist eine Interessenvertretung für circa zwei Millionen Frauen aus Nordrhein-Westfalen. Die Mitglieder des FrauenRat NRW setzen sich ehrenamtlich für Geschlechtergerechtigkeit und Demokratie ein. Weitere Informationen unter www.frauen-rat.de

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