Arbeitskreis in Sundern reaktiviert

Projekte, Perspektiven und Wünsche zum Radwegenetz

+
Damit das Radfahren in Sundern weiter Fahrt aufnehmen kann, wurde der Arbeitskreis Radwege reaktiviert.

Sundern – Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hatte Radfahrer im Herbst dazu aufgerufen, an einer Befragung zur Fahrradfreundlichkeit ihrer Heimatstadt teilzunehmen und hatte die Ergebnisse im April veröffentlicht, die nicht zuletzt zeigten: Die Kommunen im Sauerland haben noch Luft nach oben. Auch in Sundern steht das Thema auf der Agenda, im Mai wurde der Arbeitskreis Radwege reaktiviert – Themen in der Runde waren der Status quo, die nächsten größeren Projekte, perspektivische Vorhaben und ein Mobilitätskonzept.

Insbesondere die ortsteilverbindenen Radwege sollen als Nächstes verbessert werden. 

  •  Zwischen Hagen und Allendorf soll der Radweg noch in diesem Jahr die restliche fehlende Asphaltdecke bekommen. 
  • Zwischen Endorf und Recklinghausen sollen sich Radfahrer ab 2020/21 über eine Asphaltdecke auf dem Radweg freuen können. 
  •  Gleiches gilt für den Radweg zwischen Amecke und Bruchhausen. 
  •  In Verhandlungen steht die Stadt Sundern mit dem Landesbetrieb über die Asphaltierung des Radweges ab Schweinsohl über die Kläranlage, bis zum Viadukt Stemel, über Gut Selmke bis zur Renaturierung „Lange Erlen“ in Hachen und bis zur B229.

„Der Weg gehört uns nicht in Gänze“, erklärt Lars Ohlig, Mobilitätsbeauftragter und Fachbereichsleiter der Stadt Sundern. Daher müssen mit den Privateigentümern noch Verträge über die Nutzung abgeschlossen werden. Über- legt wird ferner, Stiche in die Gewerbegebiete Dümpel und Bredenohl zu führen, damit radfahrende Arbeitnehmer nicht mehr entlang der Hauptverkehrsstraßen fahren müssen.

„Dann haben wir eine vernünftige Radwegeachse im Röhrtal“, sagt Lars Ohlig. Neben diesen großen Projekten hat sich der Arbeitskreis auch über perspektivische Vorhaben ausgetauscht. Dazu gehört die Strecke zwischen Langenholthausen Richtung Amecke bis Bruchhausen. Die Federführung hat die Stadt Balve – in Kooperation mit der Stadt Sundern. Auch die Strecke von Mellen zum Meilenweit am Sorpesee steht auf der Zukunftsagenda. Geprüft werden soll auch die Trasse zwischen Enkhausen und Hövel. Im Fluss sind auch die Gespräche über die Verlängerung des Röhrtalradwegs über Hachen Richtung Müschede. „Das ist eigentumsrechtlich etwas schwierig“, erklärt Ohlig, der sich aber optimistisch über den neuen Verhandlungsanlauf zeigt.

Neues Problem "aufgeploppt" 

Eine neue „Baustelle“ sei derweil in der Radwege-Diskussion nach der Eröffnung der Strecke zwischen Settmecke und Amecke „aufgeploppt“, wie Lars Ohlig berichtet. In Sundern angekommen, landen Radfahrer auf Höhe der Tennishalle/-plätze an der Settmeckestraße direkt wieder an einer vielbefahrenen Straße. „Wir prüfen, ob man den Weg am Wald entlang des Settmecke-Baches führen kann, um dann bei Lidl rauszukommen.“ Ähnliche Situationen wie an der Settmecke gibt es an mehreren innerörtlichen Radwegen im Stadtgebiet (Mescheder Straße, Untere Hauptstraße etc.). Der Arbeitskreis hat einen Plan erstellt mit einer Ist-Zustandserfassung der Wegesituation, in einem nächsten Schritt soll hieraus ein Handlungskonzept entwickelt werden.

In der Pipeline ist bereits ein Projekt, das die vier Leader-Kommunen Balve Arnsberg, Neuenrade und Sundern in der nächsten LAG-Sitzung vorstellen wollen. „Radwege im Sorpeland“ umfasst eine Vielzahl an Optimierungsvorschlägen wie Beispielsweise Lücken schließen, geführte Touren, Radwege-Zubringer und Markierungen. Ein weiteres großes Thema ist das Mobilitätsmanagement. „Wir müssen das Thema vernetzter sehen und alle Mobilitätsformen besser durchdenken“, appelliert der Fachbereichsleiter. Oft würden die Menschen nicht nur mit dem Rad fahren, sondern dies mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren. Als Beispiel hat der Vertreter der Stadtverwaltung den Fahrradbus im Blick, der von Soest über den Möhnesee auch nach Sundern und Endorf fährt. Attraktiv könnte es für Ausflügler sein, in Stemel auszusteigen und über das Viadukt nach Langscheid zu fahren. „Das ist machbar, aber das weiß kaum einer“, schlägt Ohlig Optimierungsmaßnahmen – unter anderem eine bessere Ausschilderung – vor.

Manager für Klimaschutz gewünscht 

Aktuell steht auch die Möglichkeit im Raum, dass sich Sundern an der Europäischen Mobilitätswoche beteiligt, die vom 16. bis 22. September als jährliche Initiative der Europäischen Kommission für nachhaltige Mobilität in Städten durchgeführt wird. Dabei werden europäische Kommunen aufgerufen, sich eine Woche dem Thema nachhaltige Mobilität zu widmen. In Sundern wird beratschlagt, ob man in diesem oder im nächsten Jahr teilnimmt. Im nächsten Jahr beabsichtigt man auch, einen Klimaschutzmanager einzustellen – sofern dieser Wunsch politisch mitgetragen werde. „Eine solche Stelle wird gefördert, ist gleichzeitig aber auch damit verbunden, ein Klimaschutzkonzept für Sundern zu erarbeiten“, erklärt Ohlig. Dieses umfasse verschiedene Handlungsfelder, von denen eines auch „Mobilität“ ist.

Der Arbeitskreis 

Beteiligt sind Kommunalpolitiker, Vertreter der Stadt, des Radsportvereins Sundern, des Stadtmarketing, ADFC und der Verkehrsclub Deutschland Vorstand HSK

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare