Monatspressekonferenz

Arbeitsmarkt, Digitalisierung, Fichtensterben und Corona sind die Themen, die Sundern aktuell bewegen

Monatspressekonferenz Sundern Stephan Urny Bürgermeister Ralph Brodel Martin Hustadt
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Zu den wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen in der Röhrstadt nahmen Fachbereichsleiter Stephan Urny, der scheidende Bürgermeister Ralph Brodel und Fachbereichsleiter Martin Hustadt (v.l.) Stellung.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt, die Weiterentwicklung der Digitalisierung in den Schulen, die Problematik des Fichtensterbens sowie die Corona-Entwicklung im Sunderns Stadtgebiet waren die Schwerpunktthemen bei der Monatspressekonferenz im Rathaus. 

Sundern - Letztmalig nahm auch der scheidende Bürgermeister Ralph Brodel Stellung zu den wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen in der Röhrstadt.

„Corona schlägt voll zu. Dennoch sind die Arbeitslosenzahlen, die seit März stetig ansteigen, nicht so düster wie in anderen Regionen, wie beispielsweise im Ruhrgebiet“: Zunächst erläuterte Fachbereichsleiter Stephan Urny die aktuellen Zahlen zur Beschäftigung. So sei die Zahl der ALG-Leistungsempfänger im Vergleich zum Vormonat von 710 auf 740 angestiegen. Mit einer Quote von 4,5 Prozent läge die Stadt Sundern somit unter den Zahlen im HSK (5,0 Prozent), dem Land (8,2 Prozent) und dem Bund (6,4 Prozent). „Keine schönen Zahlen“, so Urny, „aber auch keine, die durch die Decke schießen.“

Corona-Entwicklung

Der Fachleiter geht aufgrund der Corona-Pandemie und der Auswirkungen des COVID-19-Insolvenz-Aussetzungsgesetzes aber von einer weiteren Verschlechterung im Beschäftigtenbereich aus: „Die Pandemie birgt ein hohes Maß an Unsicherheit. Das merkt man den Unternehmen stark an.“ Derzeit sei in Sundern eine infizierte Person zu beklagen (Stand: Montag, 28. September). Diese im Vergleich sehr niedrige Zahl sei vor allem auf einen sehr verantwortlichen Umgang der Bürger zu verdanken. Auch greife in den Vereinen eine „super professionelle“ Entwicklung und Umsetzung von Hygiene-Konzepten. Urny erwähnte in diesem Zusammenhang auch, dass das Ordnungsamt in erster Linie beratend und ermahnend agiere – „und nicht gleich zur Bußgeldkeule greife“. Jetzt müsse man die weitere Entwicklung abwarten.

Fichtensterben

Eine extreme Unsicherheit sieht Bürgermeister Ralph Brodel auch im Zusammenhang mit dem massiven Fichtensterben – mit großflächigen Rodungen und der dringend nötigen, schnellen Wiederaufforstung. Vor allem die möglichen Erdrutsche durch die zerstörende Wirkung der Erosion auf den gerodeten Flächen bereite ihm große Sorgen: „Wenn wir nicht schnellstmöglich aufforsten, haben wir bald kalifornische Verhältnisse. Doch wie soll der kleine Forstbesitzer das stemmen? Hier wird dringend jede helfende Hand und eine massive Unterstützung durch den Bund benötigt. Mit unfassbar viel Geld.“

Auch die erhöhte Waldbrandgefahr im Stadtgebiet sei eine Problematik, bei der umgehendes Handeln gefordert sei. Wie etwa auch die Schaffung und Verbesserung von Feuerzufahrten: „So wie am Sorpesee darf es nicht weitergehen. Wer diese wichtigen Zufahrten zuparkt, muss umgehend abgeschleppt werden. Zur Kontrolle müssen genügend Kräfte des Ordnungsamtes zur Verfügung stehen. Ich werde mich noch heute mit dem Ruhrverband und der Feuerwehr zu Gesprächen treffen.“

Digitalisierung an Schulen

Über große Fortschritte im Bereich der Digitalisierung an Sunderns Schulen können sich Lehrkräfte sowie bedürftige Schüler freuen: Diese werden noch bis spätestens Ende November mit insgesamt 569 iPads als Leihgeräte ausgestattet. „Finanziert durch den Digitalpakt stehen für Anschaffungen wie Tablets und Laptops 25.000 Euro pro Schule zur Verfügung“, erklärte Fachbereichsleiter Martin Hustadt: „Zudem erhält jede Schule im Januar ein Whiteboard.“ Anbindung an ein starkes Netz, entsprechende, zuverlässige Anbindung an das WLAN in allen Räumen, ausreichende Ausstattung mit Präsentationstechnik und Endgeräten: „Das alles hilft uns bei der Entwicklung der technisch-pädagogischen Einsatzkonzepte einige Schritte weiter.“

Überfüllte Schulbusse

Weniger erfreulich sei seit Beginn des neuen Schuljahres die Beförderung der Schüler. Hier hagelte es seitens der Eltern teils böse Kritik. So seien die Busse oft völlig überfüllt, so dass der ein oder andere an der Haltestelle zurückgelassen bliebe. Und das, obwohl viele Eltern ihre Kinder noch mit dem Auto selbst zur Schule brächten: „Offensichtlich ist die Linienkapazität nicht ausreichend. Vor allem von Langscheid ist die Anbindung zum Bildungshügel in der Kernstadt ein großes Problem. Hier müssen wir dringend Abhilfe schaffen. Daher haben wir schon Anfragen an private Busunternehmen gerichtet. Aber noch wäre zudem unklar, wer die Finanzierung übernehmen würde.“

Auf die Frage, wie möglicherweise die berufliche Zukunft des scheidenden Bürgermeisters aussehen mag, antwortete Brodel knapp: „Am 16. Oktober ist mein letzter Arbeitstag in diesem Amt. Es gibt Verbindungen zu vielen Regionen Deutschlands. Im politischen sowie auch im journalistischen Bereich.“

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