Viele Exponate erinnern an 50er und 60er Jahre

Ausstellung zum 125. Geburtstag von Heinrich Lübke in Sundern eröffnet

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Über das besondere Ausstellungsstück, den „Buckelmercedes“ freuten sich Staatssekretär Klaus Kaiser, Uta Koch vom Kulturbüro, Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus, Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel, Matthias Kerkhoff (MdL) und Herbert Müller vom Museumsverein Sundern.

Sundern - 125 Jahre ist es her, dass Heinrich Lübke in Sundern-Enkhausen geboren wurde. Zehn Jahre – von 1959 bis 1969 – war er als Bundespräsident Staatsoberhaupt von Deutschland. In Sunderns Stadtgalerie wurde am Sonntagnachmittag die Ausstellung zum Geburtstag des ehemaligen Bundespräsidenten eröffnet.

„Es ist etwas ganz Besonderes und wunderbar, dass wir solch einen Mann, in einem solchen Amt unser Eigen nennen dürfen“, sagte Bürgermeister Ralph Brodel in seiner Begrüßungsrede. Viele Gäste, darunter Staatssekretär Klaus Kaiser, der Landtagsabgeordnete Matthias Kerkhoff und Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus, waren zur Ausstellungseröffnung gekommen. 

Sie alle konnten sich anhand vieler Exponate ein Bild des Politikers und Menschen Lübke machen. Er sei ein Bürgerbundespräsident gewesen, erklärte Ralph Brodel. Er habe, untypisch für einen Inhaber dieses Amtes, aktiv Politik gemacht. Die erste große Koalition habe er mit vorangetrieben, ebenso wie die erste Welthungerhilfe, die von ihm geschaffen worden sei. Zudem sei er der Landwirtschaft stark verbunden gewesen. „Mit dieser Ausstellung wird man in die damalige Zeit hineingesogen“, versicherte Brodel und richtete seinen Dank an die Kulturbeauftragte der Stadt Sundern, Uta Koch. 

Einige private Leihgaben

Neben den Exponaten, die aus dem Heinrich Lübke-Haus in Enkhausen in die Stadtgalerie gebracht worden waren, hatte Uta Koch so einiges an privaten Leihgaben zusammengetragen und die Ausstellung damit ergänzt. Besonderes Highlight dabei, der original Mercedes 300d, der sogenannte „Buckelmercedes“ des ehemaligen Bundespräsidenten. Die Leihgabe, aus der Privatsammlung Steim, stand vor der Tür der Stadtgalerie und war das Erste was die Gäste auf ihrem Weg zur Ausstellung zu sehen bekamen. Zeitschriften, Taschen, ein Radio und ein Nähkästchen gehörten zu den vielen kleinen Zeitzeugen, die Uta Koch zusammengetragen hatte. Eine Küchezeile samt einiger Geräte und eine Wohnzimmereinrichtung aus der damaligen Zeit, lassen die fünfziger und sechziger Jahre in der Ausstellung wieder aufleben. 

Die Besucher der Ausstellung tauchten durch die verschiedenen Exponate rund um das Leben Heinrich Lübkes in die Welt 50er und 60er-Jahre ein.

In einer Vitrine befindet sich neben einigen Fotos ein Fünfmarkstück. Zu sehen ist darauf das Konterfei von Heinrich Lübke. Den „Heiermann“ habe der Staatsmann schon mal Kindern als Geschenk in die Hand gedrückt, erklärte Brodel. Viele große Fotos zeigen Lübke bei Staatsbesuchen in aller Welt. Eines zeigt ihn zum Beispiel mit seiner Ehefrau Wilhelmine und Queen Elisabeth II., bei deren Besuch in Deutschland. Direkt daneben hängt ein Foto, auf dem Lübke mit seinen alten Freunden beim Skatabend in Enkhausen zu sehen ist. „Wer sich ernsthaft mit Heinrich Lübke beschäftigt, merkt, er war Mensch und ein ganz großer Politiker“, so Bürgermeister Ralph Brodel. 

"Lübke hat sich für die Menschen eingesetzt"

Auch Klaus Kaiser bekräftigte: „Lübke hat sich für die Menschen eingesetzt. Aus tiefem christlichem Verständnis hat er gegen Not und Hunger gekämpft.“ Dabei habe er, ganz modern, die Fragestellungen der heutigen Zeit angegangen. „Deshalb müssen wir auch etwas an seinem Image tun“, erklärte Kaiser weiter. Häufig werde der aus dem Sauerland stammende ehemalige Bundespräsident ins Lächerliche gezogen. Dies, seiner noch während der Amtszeit als Bundespräsident ausgebrochenen Krankheit geschuldet, werde ihm aber nicht gerecht.

Die Ausstellung: Bis zum 27. Oktober ist die Ausstellung über Heinrich Lübke in der Stadtgalerie zu sehen. Öffnungszeiten sind von mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr. Der Dienstwagen wird noch für einige Zeit im Autohaus Hengesbach ausgestellt sein.

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