Kunstverein ruft zu Respekt und Toleranz auf

Beeindruckende Bilder

Bettina Flitner zeigt die Ausstellung „Menschen“ in Sundern.

Eine Ausstellung des Kunstvereins Sundern-Sauerland zum Thema „Respekt und Toleranz“ ist derzeit in Vorbereitung.

Mit der Ausstellung „Bettina Flitner – Menschen.“ nimmt der vor einem Jahr gegründete Kunstverein an der Veranstaltungsreihe der Stadt Sundern zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht teil.

Sundern.

Der Kunstverein Sundern präsentiert die erste umfangreiche Übersicht der letzten 25 Jahre aus dem Werk der Fotografin Bettina Flitner. Charakteristisch für Flitner sind serielle Fotoessays, bei denen sie häufig mit Zitaten arbeitet, und ihr analytischer wie empathischer Blick auf Menschen. Die Künstlerin begibt sich auf die Spur der Freier. Sie fotografiert im Frühjahr 2013 die Kunden eines deutschen Großbordells und fragt: „Warum kaufen Sie Frauen?“ Diese heiß diskutierte Serie, die für das Magazin stern entstand, wird in Sundern erstmals ausgestellt.

Heftige Diskussionen über viele Arbeiten

Aufsehen erregte auch Flitners Serie „Ich bin stolz, ein Rechter zu sein“. „Aus den Bildern spricht genau das, was Hannah Arendt vor Jahrzehnten die ‚Banalität des Bösen’ nannte“, lautete die Begründung der Jury für den Preis für politische Fotografie. Die Porträts von jungen Rechtsradikalen aus Berliner Vorstädten sind in einer überlebensgroßen Installation zu sehen.

Daneben steht die „Reportage aus dem Niemandsland“, entstanden unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer 1989/90. Flitner fotografierte und befragte Menschen auf dem ehemaligen Todesstreifen nach ihrem Leben und ihren Träumen.

Gleichzeitig hat Bettina Flitner immer wieder Frauen porträtiert. In Sundern werden ihre Porträts der „großen Europäerinnen“ zu sehen sein, die den Kontinent geprägt haben: Von Schriftstellerinnen und Künstlerinnen bis hin zu Menschenrechtlerinnen und Politikerinnen.

Über viele ihrer Arbeiten ist heftig diskutiert worden, teilweise bis hin zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. So bei ihrer Trilogie „Mein Herz. Mein Feind. Mein Denkmal.“ Auch sie wird in dieser Gesamtschau zu sehen sein. Dazu hat die Fotokünstlerin in den Jahren 1992 bis 96 zufälligen Passantinnen Fragen nach ihrem Leben gestellt: „Haben Sie schon mal ihr Herz verloren?“ „Haben Sie einen Feind?“ „Haben Sie ein Denkmal verdient?“

Die Porträtierten posierten mit Spielzeugwaffen oder Engelsflügeln und erzählen über ihre geheimsten Gedanken und Gefühle. Flitners mehrfach preisgekrönter Film „Mein Feind“, der ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist, zeigt die heftigen Reaktionen der Menschen und Medien auf die erste Installation dieser überlebensgroßen Fotoskulpturen in einer Fußgängerzone in Köln.

Vernissage am 10. November

Es fehlt in dieser Ausstellung auch nicht eine ihrer jüngsten Arbeiten: Die „Boatpeople“. Hier fotografierte Bettina Flitner Menschen in einer urzeitlichen Barke aus Burma auf dem Rhein. Diese Serie veranschaulicht die poetische Seite der Fotografin, die, bei allem Ernst, fast immer auch humorvoll ist.

„Bettina Flitner – Menschen.“: eine Ausstellung des Kunstvereins Sundern-Sauerland e.V. in der Stadtgalerie Sundern. Ausstellungsdauer: 11. November bis 29. Dezember, die Vernissage findet am Sonntag, 10. November, ab 14 Uhr statt.

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