Bekannt bis nach Köln

Das Hotel Clute-Simon um 1930. Foto: SK

Fuhrmann Friedrich Clute-Simon prägte die Geschichte

Allendorf. (kt)

Das heutige Hotel Clute-Simon ist durch den Fuhrmann Friedrich Clute-Simon mit einer geradezu historischen Person verbunden. Als Fuhrunternehmer reichte sein Tätigkeitsbereich bis hin nach Köln, Frankfurt und Bamberg. In die Geschichte ging er ein, als er im Jahre 1794 den Kölner Domschatz und die Gebeine der Heiligen Drei Könige vor dem Einfall der Franzosen auf abenteuerlichem Wege nach Arnsberg in die Abtei Wedinghausen brachte.

Als auch dort der Schatz nicht mehr sicher war, transportierte der Sauerländer Fuhrmann die Fracht nach Frankfurt und Bamberg bis hin nach Prag.

Sturm- und Brandschäden

Als schließlich der Rest wieder in Arnsberg war, wurde im Dezember des Jahres 1803 wiederum der Allendorfer Fuhrmann mit dem Rücktransport nach Köln beauftragt. Friedrich Clute-Simons Stammhaus war in diesem Jahr abgebrannt. 1804 entstand vor der Stadtmauer, an der Straße nach Hagen ein neues Gasthaus. Ein furchtbarer Sturm beschädigte es am 7. August 1898 erheblich. Wieder errichtet, trug es um 1900 den wohlklingenden Namen "Hotel de Bellevue".

Nach den Schilderungen des von der preußischen Regierung im Juli 1831 in Allendorf als Bürgermeister eingesetzten Thomas Nölle sah es mit der Gastronomie dort nicht gerade rosig aus. Gern gesehen war er als evangelischer preußischer Beamter im katholischen Allendorf offensichtlich nicht. Er beklagt, dass bisher keine Chronik geführt worden sei. Ein dafür vorgesehenes Buch sei als Sitzkissen gebraucht, aber nichts hinein geschrieben worden.

Er schreibt: "Es ist in Allendorf nur ein Wirtshaus zum Logis für Honoratioren. Die übrigen sind nur niedere Kneipen und haben nur etwas schlechten Kartoffel-Brandtwein ... Bier ist gar nicht vorhanden ...weshalb das schädliche Fuselsaufen immer mehr und mehr einreißt, der Roggen seinen Wert verliert, weil der Fusel von Kartoffeln fabriciert wird, die Gerste an Wert verliert, weil weniger Bier gebrauet wird und der Boden seine Kraft verliert, weil er den jährlich wiederkehrenden Kartoffelanbau nicht liebt."

Prominente Gäste bewirtet

Ganz anders aber berichtet Thomas Nölle auch: "Im Jahre 1819 hatte Allendorf die Ehre, Sr. Königlichen Hoheit den Prinzen von Preußen in Ihrer Mitte zu sehen, wo Höchst Dieselben geruheten hier auszusteigen und beim Gastwirt Friedrich Simon ein Frühstück einzunehmen. Sr. Königlichen Hoheit äußerten sich sehr gnädig hierüber, dass sie sich wunderten in diesem kleinen Ort so sehr zur Zufriedenheit Königlich aufgewartet zu werden."

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