Jede Menge zum Anfassen

Sunderner Schüler testen sich im Berufsparcours durch 22 Berufe

Marzipanrosen formen – das war eine der Herausforderungen im Berufsparcours, bei dem die Schüler von Sunderns weiterführenden Schulen verschiedene Berufszweige kennen lernen konnten. Foto: Ute Bosen

Sundern. Konzentrierte und interessierte Gesichter, wohin man auch blickte, sah man am Mittwoch im Saal der Hubertushalle. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Sundern bot mit dem Technikzentrum Minden-Lübbecke und ansässigen Unternehmen einen Berufsinformationstag an. „Nicht mehr an mehreren Tagen wie bisher, sondern nur noch an einem, dafür aber hochwertig und umfangreich soll das Informationsangebot an diesem einen Tag für Schüler der Haupt- und Realschule und des Städtischen Gymnasiums sein“, erklärte Wirtschaftsförderin Julia Wagener.

Beim morgendlichen Berufsparcours testeten die Jugendlichen die unterschiedlichsten Berufszweige. Eine Win-Win-Situation für die jungen Menschen und Betriebe gleichermaßen. 15 Unternehmen aus Sunderns Stadtgebiet boten 22 Arbeitsstationen an. Die Schüler hatten 90 Minuten Zeit, um einen kurzen, praktischen Einblick in verschiedenste Berufsfelder zu bekommen. Anhand kleiner praktischer Aufgaben, wie etwa das Herstellen von Pralinen, stellte der „Seegarten“ die Berufe Koch und Hotelfachwirt vor. Was eine typische Tätigkeit eines Elektrikers ist, konnte man am Tisch von „Elektor Freiburg“ testen. Gleich einem Tetris-Spiel sollten an einem weiteren Stand möglichst viele kleine Kartons in einen großen verpackt werden. „Das sind Aufgaben, die beim Beruf des Lagerlogistikers bewältigt werden müssen“, erklärte Fabio Höhmann, Azubi der Firma „SKS“. Eine andere Herausforderung stellten die Aufgaben der Zimmerei/Holzbau Hoff dar. Hier galt es ein Stück Holz anzuzeichnen, um dann ein brauchbares Element für einen Bogen herauszusägen.

Später Kontakt zu echtem Werkzeug

„Früher erlebten viele schon durch Eltern oder Großeltern den Umgang mit Werkstoffen wie Holz, mit Nägeln oder Schraubenzieher. Heute erleben viele sogar im Kindergarten nur Plastikhammer und Schrauben. Dann kommen sie zum ersten Mal im Beruf mit echtem Werkzeug in Berührung“, erklärte Karin Ressel. Die Diplom-Pädagogin ist Geschäftsführerin des Technikzentrums Minden-Lübbecke und entwickelte vor 20 Jahren das Format des Berufsparcours.

„Alles, was Menschen praktisch anfassen, bleibt zu 85 Prozent haften, was sie hören nur zu zehn Prozent“, erklärte Ressel die Vorteile ihres Konzepts. Anzufassen gab es beim Berufsbildungsparcours jedenfalls eine Menge.

Am Stand vom Pflegedienst „Mobi-Doc“ konnten die jungen Leute ihre Berührungsängste auf die Probe stellen. Eine täuschend echt präparierte Wunde am Bein einer Probandin sollte steril und fachgerecht versorgt werden. Ein bisschen Feingefühl war da sicher von Vorteil. Ebenso Feingefühl, aber der ganz anderen Art, war am Stand der Bäckerei Grote zum Beruf des Konditors gefragt. Hier wurden dünne rote Marzipanscheiben zu Rosen geformt.

Mehrere hundert Schüler probierten sich beim Berufsparcours durch 22 Berufe. Am Abend stand der Berufsinformationsabend auf dem Programm. Gemeinsam mit ihren Eltern informierten sich die jungen Menschen über die Karrieremöglichkeiten der Betriebe im persönlichen Gespräch. 25 Betriebe aus den produzierenden Bereichen des einsU-Unternehmernetzwerks, aus dem Dienstleistungssektor wie Steuerberaterbüros, der Sparkasse und der Gastronomie sowie Handwerksbetriebe oder die Caritas waren vor Ort.

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