„Begegnungen“ verspricht viel Interpretationsfreiheit

Bildhauerei trifft auf Malerei

Bei der Ausstellung „Begegnungen“ zeigt Bildhauer Dieter Bösebeck (2. v.l.) seine Skulpturen, die sich mit den Bildern von Ute Kreuter-Danstedt zu einem Mosaik zusammenfügen. Foto: Lena Blome

Die Stadtgalerie Sundern beherbergt aktuell die Ausstellung „Begegnungen“.

Unter dem Motto „Sehen, was da ist – zu Ende deuten, was fehlt“ präsentieren die Malerin Ute Kreutzer-Danstedt aus Kaarst und der Bildhauer Dieter Bösebeck aus Neuss ihre Kunstwerke.

Die Ausstellung der beiden Künstler entstand nicht aus einer gezielten Zusammenarbeit. Jedoch kannten sich die beiden bereits aus der Kunstszene. Dieter Bösebeck, der bei dem Sunderner Künstler Johannes Dröge das Handwerk der Bildhauerei gelernt hat, suchte für diese Ausstellung zuerst nach einem Hintergrund für seine Skulpturen und sprach die Malerin Ute Kreutzer-Danstedt an. Ohne jegliches Vorwissen und ohne dass der eine die Werke des anderen kannte, hat die Malerin spontan zugesagt.

Bereits bei dem ersten organisierenden Treffen entstand der Titel für die Ausstellung. „Begegnungen“ beinhaltet also einmal das Aufeinandertreffen zwei verschiedener Kunststile und –techniken aber auch von den zwei Generationen, zu denen die beiden Künstler gehören. So entsteht außerdem viel Freiheit für unterschiedliche Interpretationen.

Nachdem Dieter Bösebeck seine Skulpturen in der Stadtgalerie aufgebaut hatte, sollte Ute Kreuzter-Danstedt ihre Bilder an den Wänden anbringen. Und obwohl sie keinerlei Vorwissen über die Kunstwerke des Bildhauers gehabt habe, oder wahrscheinlich genau deswegen, habe es sofort gepasst, erzählt die Künstlerin. Auch Andreas Albrecht, Vorsitz im Beirat Stiftung Kultur für Kinder, der die Vernissage eröffnete, sprach von einer scheinbaren Zufälligkeit, die dennoch wie „bruchhafte Mosaikstücke oder wie Fragmente aus einem Roman zusammengestellt und inszeniert sind.“

Während sich die Skulpturen des Bildhauers aus verschiedenen Steinen wie Marmor und Granit aber auch aus Holz, Gips und anderen Materialien eher der klassischen Moderne zuordnen lassen, gehören die Bilder der Malerin, die mit verschiedenen Mischtechniken mit Acryl, Sand und Erde auf Leinwand grob gestaltet sind, zur abstrakten Kunst. So erkennt man bei den figürlichen Skulpturen auf Anhieb, was sie sein sollen, muss sich bei den Bildern aber erst einmal reindenken. Dieter Bösebeck lässt sich bei seiner Arbeit von persönlichen Gedanken und Emotionen inspirieren. Dagegen entstehen die Ideen von Ute Kreutzer-Danstedt aus allem was marode ist, Risse hat und den Zerfall darstellt. Allerdings sind sich beide Künstler einig, dass man Freiheit bei der Arbeit brauche. Es gebe keinen festen Plan, an dem man festhalten könne wie lange man an einem Werk arbeite und wie viele Kunstwerke man in einer bestimmten Zeit erschaffen könne. Das sei immer unterschiedlich.

Bisher ist die Ausstellung einmalig. Sie ist noch bis Sonntag, 9. Februar, immer von freitags bis sonntags von 12 bis 15 Uhr geöffnet. An allen Ausstellungstagen ist immer einer der Künstler anwesend und steht für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. (Von Lena Blome, neheim@sauerlandkurier.de)

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