Wichtige Stützen der Gesellschaft

Ohne die Bürger wäre „alles nichts“ – Ehrung beim Neujahrsempfang 

Bürgermeister Ralph Brodel ehrte beim Neujahrsempfang in der Schützenhalle Stockum engagierte Bürger und Gruppen. Fotos: Jana Sudhoff

Sundern. „Heute ist Ihr Tag“, betonte Claudia Hachenei am Sonntag beim Neujahrsempfang der Stadt Sundern in der Halle der Schützenbruderschaft St. Hubertus Johannes Nepomuk Stockum. Die Vorsitzende des Fachausschusses Bildung und Familie des Rates der Stadt Sundern begrüßte besonders auch die Ehrenamtlichen, denen allen gemeinsam der Gemeinsinn sei. „Sie denken an das, was für die Gesellschaft gut ist.“

Die Ehrung verdienter Bürger war einer der Höhepunkte des Empfangs, der musikalisch untermalt wurde von dem gemischten Chor ConVoice und dem Jugendblasorchester Stockum. Nach den Grußworten von Stockums Ortsvorsteher Reimund Klute, der die Gäste im „profanen Zentrum“ Stockums willkommen hieß, und Landrat Dr. Karl Schneider, der auf 2018 als ein finanziell gutes Jahr im HSK zurückblickte, erinnerte Bürgermeister Ralph Brodel an die Themen, die man 2018 in Sundern bewegt habe: unter anderem das „InSEK 2.025“ – „Der Weg ist damit frei für die Weiterentwicklung der Innenstadt, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Lücken in der Versorgung älterer Mitbürger würden mit zwei geplanten Seniorenheimen geschlossen. 

Ferner habe man im Sommer klare und gemeinsame Vorstellungen gewünschter Maßnahmen im Rahmen des IKEK, um die Zukunft der Dörfer weiter zu gestalten, so Brodel, der insgesamt 15 Schlaglichter in seinem Rück- und Ausblick skizzierte. Als eines der wichtigsten und herausforderndsten Themen der nächsten Jahre bezeichnete der Bürgermeister die schleichende Veränderung der Demokratie durch den Aufstieg der Rechtsnationalen und Rechspopulisten. Anlass für das Stadtoberhaupt, mit Prof. Dr. Beate Küpper „eine der profiliertesten Sozialpsychologinnen Deutschlands, gerade in dem Bereich, der uns in diesen Zeiten umtreibt“, einzuladen.

„Wir sind keine homogene Gruppe“

Die Professorin von der Hochschule Niederrhein legte in ihrer Festrede die „Radikalisierung unserer Gesellschaft – Ursachen und Herausforderungen“ dar. Sie verdeutlichte durch eine Mitmachaktion, bei der jeder Gast durch Winken seine Zugehörigkeit zudiversen Gruppen verdeutlichen konnte, dass jeder seine kleinen „Migrationserfahrungen“ habe. „Wir sind keine homogene Gruppe. Das sind wir noch nicht einmal in Sundern.“ Die Zuordnung zu der Kategorie „fremd“ oder „nicht fremd“ sei zeitlich und räumlich oft willkürlich und variabel. Sie ermutigte dazu, sich auch „an die eigene Nase zu fassen“ und eigene, subtile Alltagsressentiments zu hinterfragen. „Wir sollten Herausforderungen annehmen und ansprechen, auch unangenehme“, so Küpper weiter, die dafür warb, bei allen Unterschieden auch auf die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zu schauen. Die Gretchenfrage sei: „Wie können wir sicherstellen“, zum Beispiel in unseren Vereinen wie Schützenbruderschaft, Feuerwehr, Jugendblasorchester, „dass Wertschätzung, Gleichheit, Würde und Freiheit der Menschen“ gelebt werden?

Die „Vereine sind wichtige Stützen in unserem Korsett, welches wir Gesellschaft nennen“, betonte Brodel, der zum Abschluss des Empfangs engagierte Bürger und Gruppen auszeichnete. Ohne die Bürger wäre „alles nichts“, so Brodel. „Wir können alle stolz sein auf Sundern, auf seine Dörfer und Bürger. Danke an alle, die sich einsetzen.“

Bürgermeister Ralph Brodel dankte Prof. Dr. Beate Küpper für ihre Festrede „Radikalisierung unserer Gesellschaft“.

Ehrung verdienter Bürger

  • Allendorf: Sebastian Gerke, Christian Geister und Stefan Rolfes leisteten 8000 Stunden ehrenamtliche Arbeit für eine zweite Orgel und einen neuen Spieltisch in der Pfarrkirche.
  • Meinkenbracht: Dennis und Tobias Schröder, Daniel Weber und Frank Schmidt riefen 2008 die IG Weihnachtsmarkt und damit den ersten Weihnachtsmarkt ins Leben. Heute besteht die IG aus Dennis Schröder, Christian Kaiser, Andreas Sasse, Christoph Stromberg und Thorsten Harmann. Darüber hinaus sind sie in weiteren Vereinen aktiv, mindestens in einem der Vereine im Vorstand.
  • Enkhausen: Klaus Schöngarth hat sich für das Schützenwesen und die Dorfgemeinschaft Enkhausen verdient gemacht. Er steht der Dorfgemeinschaft immer zur Verfügung, wenn gute Ideen, zupackende Hände und handwerklicher Sachverstand gefragt sind.
  • Hellefeld: Michaela Fikus gab mit der Fazenda da Esperanca die Hoffnung auf ein neues Miteinander im Schwesternhaus in Hellefeld zurück. Sie koordiniert die 15 Fazendas in Europa und arbeitet im Generalrat in Brasilien mit.
  • Linnepe: Siegfried Irmer war Löschgruppenführer, im Schützenvorstand, im Kirchenvorstand, in der Amtsvertretung Freienohl und in der Gemeindevertretung Linnepe und war beim Dorfleben immer mit der Kamera zur Stelle.
  • Stemel: Bernd Leuschner hat sich aus voller Überzeugung mehreren Vereinen verschrieben und hat mit einigen Führungspositionen Verantwortung übernommen. So hat er etwa mehr als 40 Jahre Vorstandsarbeit für die Schießgruppe der Schützenbruderschaft St. Hubertus Stemel geleistet.
  • Sundern: Carsten Grünebaum engagierte sich im Vorstand der Schießsportgruppe sowie der Schützenbruderschaft St. Hubertus und im Musikverein Sundern. Seit 2012 ist er Instrumenten- und Inventarverwalter.
  • Sundern: Friedrich Pöhler ist seit 71 Jahren aktives Mitglied des Musikvereins Sundern sowie seit 70 Jahren Mitglied in der Schützenbruderschaft St. Hubertus und in der Kolpingsfamilie Sundern. Auch seine handwerklichen Fähigkeiten stellt er zur Verfügung.
  • Stockum: Reinhold Hoff fuhr Hilfsgüter in die Ukraine, er hat sich in den Dienst der freiwilligen Feuerwehr und der Seidfelder Dorfgemeinschaft gestellt, als Hallenwart der Stockumer Schützenhalle setzt er sich für das Miteinander der Generationen ein, er fördert im Verein der Ungarnfreunde die Dorfpartnerschaft, er war die treibende Kraft, den Speisesaal der Schützenhalle für Menschen auf der Flucht in eine Sporthalle umzuwandeln.

Neujahrsempfang in Sundern 

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