„Ich bin sehr zuversichtlich“

Brodel stellt Lösungen für Ferienpark-Problem in Aussicht

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Alternative Lösung: Für die neue, künftige, Gastronomie am Amecker Vorbecken werden von der Stadt jetzt 30 Parkplätze für die Kunden geschaffen.

Sundern – „Ich bin im Moment gelassenen Mutes“, sagte Bürgermeister Ralph Brodel beim Monatspressegespräch am Donnerstag im Sunderner Rathaus. „Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir beim Ferienpark Amecke im Sinne der Stadt nach vorne kommen. Es gibt unterschiedliche Dinge, die wir angehen können.“

Nächste Woche sollen die juristischen und baurechtlichen Prüfungen abgeschlossen sein. Danach, mit belastbaren Daten in der Hand, könne es an die Planung einer Sondersitzung gehen. Im dritten Schritt soll eine Einwohnerversammlung in Amecke folgen.

Zudem habe man für die neu entstehende Gastronomie am Vorbecken eine pragmatische Lösung fürs Parken gefunden. Wie berichtet, war in der Ratssitzung die Sorge um den Erhalt des öffentlichen Parkplatzes ein großes Thema gewesen, der in den Besitz der Ferienparkinvestoren übergegangen ist. Sollten diese den Parkplatz stilllegen, hat man eine Alternative gefunden, die unabhängig von den Entwicklungen jetzt umgesetzt wird. Zwischen dem jetzigen Parkplatz und dem alten Tretbecken entstehen 30 Parkplätze, die von den Kunden der Gastronomie genutzt werden können.

Wie die Helma AG mit dem Parkplatz umgehen will, sei nicht bekannt. Mit der Helma AG „gab es und gibt es keinen Kontakt“, betonte der Bürgermeister mit Blick auf kursierende Gerüchte. Verständnis habe er jedoch für die Emotionen, die bei der Ratssitzung hochkochten. „Das sind besorgte Bürger, dann liegen die Nerven blank. Dafür ist auch ein Bürgermeister da.“

Brodel sieht kein Versäumnis 

Ein Versäumnis, das ihm diese Woche Klaus Korn und Matthias Schulte-Huermann vorwarfen, sieht das Stadtoberhaupt indes nicht. In einem Schreiben hatten die beiden daran erinnert, vor mehr als vier Jahren einen Bürgerantrag zur Aufhebung des Bebauungsplans zur Ferienhausanlage Amecke gestellt zu haben. „Wir fragen uns, warum das bisher nicht geschehen ist, in vier Jahren wäre sicherlich die Gelegenheit dazu gegeben“, heißt es in dem Schreiben an Brodel. „Wir haben das behandelt und zwar umfangreich“, verwies dieser auf die Sitzungen des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur in den Jahren 2017 und 2018, in denen sich, wie berichtet, die Politiker einstimmig gegen die Aufhebung des Bebauungsplanes entschieden hatten.

Emotional geht es auch im Nachbarort Langscheid zu – wegen mehrerer geplanter Bauprojekte. „Ich habe nichts gegen kontroverse Diskussionen. Aber es wäre gut, wenn wir sie versachlichen können“, so Brodel, „Alles in einem Dorf, das sind viele Bauprojekte auf einmal“, so das Stadtoberhaupt, der aus seiner Sicht jedoch zu bedenken gab: „Was passiert, wenn da nichts passiert?“ Die Prüfung des Investors des Seehof-Areals habe ergeben, dass niemand an der Stelle ein Hotel bauen wolle. Die ersten alternativen Pläne seinen „zugegebenermaßen unglücklich“ gewesen, so Brodel. Jetzt habe man neue Ideen, wie man es architektonisch anders gestalten könnte.

Verstehen könne er auch die Sorgen der Klinik-Anwohner. „Aber wir müssen froh sein, wenn sich die Klink erweitert. Das ist bei einer kleinen Fachklinik nicht selbstverständlich“, so der Bürgermeister. „Es gilt jetzt tragfähige Kompromisse zu finden und weg von der zugespitzten Diskussion zu kommen.“

Entscheidungen liegen beim HSK-Krisenstab

Nicht nur weltweit in aller Munde: Das Coronavirus ist auch in der Verwaltung ein Thema. „Wir stehen im Stand-by“, sagte Stephan Urny (Leiter Fachbereich 5), der das Prozedere im Fall der Fälle erklärte. Zuständig ist der Krisenstab des HSK. „Wir haben keine Befugnisse, Maßnahmen zu ergreifen.“ Alle Entscheidungen darüber liegen beimHSK-Krisenstab. Doch auch in Sundern gibt es einen Krisenstab, der dann sicherstellt, dass alles, was vom HSK kommt, umgesetzt wird. Zudem ist er als Bindeglied dafür zuständig alle Infos aus Sundern an den HSK-Krisenstab weiterzuleiten. Bereits jetzt stehe man im direkten Kontakt zum Kreisbrandmeister, Rettungsdienst und weiteren, um sofort handeln zu können. Dennoch sieht man keinen Grund zur Panik oder für Hamsterkäufe. Tipps, wie man generell in Notsituationen richtig handelt, gebe das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, empfahl Urny. Was jeder zuhause haben sollte – auch bei Hochwasser, Stromausfall oder Sturm –, erfährt man über „Meine persönliche Checkliste“.

Mit Sorge blickt man derweil auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes vor dem Hintergrund des Coronavirus. „Das sind Unwägbarkeiten, die wir nicht abschätzen können“, sagte Fachbereichsleiter Stephan Urny, der aber davon ausgeht, dass sich das Virus, sollte sich die Ausbreitung nicht noch eindämmen lassen, auch wirtschaftlich auf Sundern auswirkt kann. 

Bisher ist es auf dem Arbeitsmarkt in Sundern weiterhin entspannt. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent im Januar 2020 liege man immer noch unter dem Kreis-, Landes- und Bundesdurchschnitt. Der Anstieg um 0,4 Prozent zum Vormonat und Vorjahr sei noch moderat, so Urny.

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