"Butterbettken" setzte Zeichen

Eine Ehre für Butterbettken: Nach 75 Jahren noch so viele Besucher an ihrem Grab in Enkhausen. Foto: Klemens Teipel

1858 in Hellefeld geboren, lag vor Elisabeth Becker, einem Mädchen aus einfachem Volke, eine schwere Zeit. Gerade zwanzigjährig ging sie mit ihrem Vater als Marketenderin und blieb auch nach seinem Tod diesem einfachen Lebenswandel durch alle Wirren der Zeit treu.

Im Juni 1932 starb sie in Enkhausen und fand so auch dort ihre letzte Ruhestätte. 150 Jahre liegt ihr Geburtstag nun zurück. Das "Alte Testament" litt noch unter dem Tod von 75 Einwohnern, die ein Jahr zuvor an der Roten Ruhr gestorben waren. Elektrifizierung und Motorisierung veränderten das Leben in Stadt und Land, zwei Kriege erschütterten Europa, Arbeitslosigkeit und Inflation galt es durchzustehen — doch der Zweite Weltkrieg blieb ihr erspart. Elisabeth Becker, bekannt als "Butterbettken", starb am 4. Juni 1932, also noch vor der Machtergreifung der Nazis. Zwar war die einfache Marketenderin unpolitisch, aber hätte sie mit ihrer Lebensanschauung in dieser Ideologie unbehelligt leben können?

"Butterbettken" zog ihren Lebensweg durch. 50 Jahre lang versorgte sie ihre Arnsberger Kundschaft mit Butter, Eiern und Fleischwaren von garantiert ökologisch einwandfreier Herkunft. Zu Fuß ging's wöchentlich dreimal über die Hellefelder Höhe. Auf dem Rückweg brachte sie dann kleine Besorgungen wie etwa aus der Apotheke mit. Zwei Generationen sind seit "Butterbettkens" Tode ins Land gegangen. Aber ihre geradlinige Lebensart hat ihren Namen bis heute im Gedächtnis erhalten. In Arnsberg wie in Hellefeld erinnert gar je ein Denkmal an sie. Zur 150-jährigen Wiederkehr ihres Geburtstages trafen sich zahlreiche Hellefelder wie auch einige Arnsberger an "Bettkens" Grab in Enkhausen. Sie legten dort ein Blumengebinde nieder. Die Alphornbläser "Sauerländer Bergecho" umrahmte das Gedenken musikalisch.

Enkhausens Ortsvorsteher Gerhard Hafner begrüßte die Gäste und führte sie auch an die Grabstätte des zweiten deutschen Bundespräsidenten Heinrich Lübke und weiter durch das nach ihm benannte Museum. Aufmerksam folgten die Besucher den profunden Erläuterungen zur Familie des großen Enkhauseners und dessen Leistungen im Namen der Bundesrepublik Deutschland. Den Abschluss des Tages bildete eine gemeinsame Kaffeetafel in der Halle der St. Laurentiusschützen.

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