Hut in den Ring werfen

CDU empfiehlt Freibadgelände als Standort für Ko-Dorf

Die CDU-Fraktion sowie der Ortsverband Amecke sehen mit der Ansiedlung eines Ko-Dorfes auf dem ehemaligen Freibadgelände Amecke eine große Chance, sich von Altlasten zu befreien.

Sundern/Amecke. Die CDU-Fraktion der Stadt Sundern und der CDU-Ortsverband Amecke machen sich in einem Antrag stark dafür, das Freibadgelände Amecke für eine mögliche Ko-Dorf-Entwicklung ins Auge zu fassen.

Der Berliner Projektentwickler Frederick Fischer möchte ein Ko-Dorf für Digitalarbeiter in der Region Südwestfalen entwickeln. „Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Sundern sieht hier akuten Handlungsbedarf, so lange der Projektleiter des Ko-Dorfs noch keine Standortentscheidung getroffen hat“, heißt es in einem Schreiben der CDU. Die CDU sehe es als dringlich an, schnellstmöglich eine Bewerbung auf dieses Projekt auf den Weg zu bringen, da das Freibadgelände ein optimaler Standort für eine solche Entwicklung sei und maßgeblich zur weiteren Entwicklung der Stadt beitragen könnte.

In den Ausführungen der CDU heißt es, das Ko-Dorf solle aus 50 Holzhäusern auf einer Fläche von zwei Hektar bestehen (kleine Häuser ab 30 Quadratmeter und zentrale Gemeinschaftsgebäude wie Kino, Kita oder Gastronomie) und solle als Basis für Digitalarbeiter, Start-ups und Freiberufler der mittelständischen südwestfälischen Unternehmen dienen.

Außerdem solle die Zielgruppe um die kaufkräftige Gruppe der Young-Seniors (55+) erweitert werden, denen ihr Haus zu groß geworden ist. Studienrückkehrern könne das Ko-Dorf zudem die Rückkehr in die Heimat erleichtern.

Dem Projektentwickler Amecke als Alternative anbieten

Aus Sicht der CDU-Fraktion ist dieses Gesuch nach einem geeigneten Standort eine hervorragende Möglichkeit, um die Fläche des alten Freibadgeländes in Amecke zu einer solchen Nutzung umzuwidmen und dem Projektentwickler als mögliche Fläche neben den bisher genannten Interessenten wie Meschede, Altena oder Erndtebrück als Alternative anzubieten.

Als Argumente führen die Christdemokraten an: „Die Fläche des alten Freibadgeländes ist im städtischen Besitz und unterliegt derzeit keiner Nutzung. Ein Amecker Investor hat bereits ein Angebot zum Kauf dieser Fläche abgegeben. Allerdings gibt es noch keinen politischen Willen zum Verkauf an diesen Investor.“ Die Fläche habe zudem eine Größe von rund 3,5 Hektar. Darüber hinaus bestünde die Möglichkeit, den Umfang des Projektes zu vergrößern oder anschließend zu erweitern. Mit einem Verkauf der Halbinsel am Vorbecken des Sorpesees zur gastronomischen Weiterentwicklung des Ortsteils Amecke und der vom Investor angestrebten Verknüpfung von Gastronomie und dem noch zu entwickelnden Freibadgelände würde sich eine optimale Synergie schaffen lassen. Außerdem könnte der heimische Investor auch an einem Investment für ein solches Projekt interessiert sein. Der Vorschlag des unterirdischen Parkkonzepts seitens des genannten Investors sollte ebenfalls Berücksichtigung finden.

Anfrage zur Verzögerung des Verkaufs 

„Zur Verzögerung des Verkaufs der Gastronomiefläche“ läuft jedoch gerade eine Anfrage der CDU – datiert auf den 17. Februar – an den Bürgermeister. Der Investor habe der CDU mitgeteilt, dass der Verkauf der Fläche, der in der Ratssitzung am 27. September 2018 beschlossen wurde, immer noch nicht abgeschlossen sei. „Wodurch entstand diese Verzögerung und hat diese eine Auswirkung auf den Beginn?“, fragt die CDU unter anderem, die um genaue Angabe bittet, wann der Investor final mit dem Bau der Gastronomie beginnen kann und wann der Termin zur Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags stattfindet.

Abseits der Gastronomiefläche führt die CDU weitere Argumente ins Feld, die für die Projektierung des Ko-Dorfes auf dem Freibadgelände sprechen: Das Konzept würde sich zudem bei gleicher Bauweise wie beim Beispiel „Ostsee“ städtebaulich optimal in Gelände und Landschaft einfügen und deshalb sicher auch bei den darüber liegenden Anwohnern auf positive Resonanz stoßen.

 Eine Gastronomie in direkter Angrenzung wäre bereits zum Zeitpunkt der Umsetzung vorhanden. Das Freizeitangebot in und um Sundern-Amecke werde andere Standorte klar übertreffen können. Die Stadt Sundern verfüge mit rund 30.000 Einwohnern über einen funktionierenden Einzelhandel. Amecke hat einen kleinen Dorfladen, eine Bäckerei, ein Friseurgeschäft, fünf Gastronomiebetriebe und eine Kindertagesstätte in fußläufiger Erreichbarkeit zum Freibadgelände. Eine Breitbandanbindung sei ebenfalls vorhanden und auch für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt (Unitymedia mit bis zu 400 mbit/s). Die Möglichkeit einer Glasfaseranbindung gelte es seitens der Verwaltung noch zu prüfen.

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Sundern beantragt daher, dass der Bürgermeister unmittelbar Gespräche mit dem Initiator des Projekts aufnimmt und darüber hinaus schnellstmöglich eine umfassende und aussagekräftige Bewerbung auf dieses Projekt in Auftrag gibt und unverzüglich beim Projektierer einreicht.

"Die CDU-Fraktion sowie der Ortsverband Amecke sehen hier eine große Chance, sich von Altlasten zu befreien und den Sorpesee und die umliegende Infrastruktur zur Stärkung unserer Region zu nutzen", heißt es abschließend in der Pressemitteilung. 

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