Zentrales Testzentrum in Sundern?

Prüfungen laufen für Zelt auf dem Rathausinnenhof

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Ein zentrales Testzentrum könnte in Sundern auf dem Rathausinnenhof bei der Garage entstehen.

Sundern – Das Coronavirus war das beherrschende Thema beim Monatspressegespräch im Sunderner Rathaus. Bürgermeister Ralph Brodel und Fachbereichsleiter Stephan Urny, beide Mitglied im Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE), berichteten über die Arbeit des Krisenstabes und die Situation in Sundern.

Krisenstab

 Der SAE trifft sich zwei Mal täglich, um auf Basis der aktuellen Zahlen aus dem Gesundheitsamt und einer Prognoserechnung der kommenden zehn Tage für Sundern zu diskutieren, welche Maßnahmen geeignet, angemessen und erforderlich sind. Um ein einheitliches Prozedere zu gewährleisten, stimme man sich stets mit dem Krisenstab des HSK und den anderen elf Ortsbehörden ab. Informationen zu Corona in Sundern veröffentlicht die Stadt auf ihrer Homepage. Eine positive Nachricht: „Wir haben zwei Personen, die in Sundern gesundet sind“, verkündete Urny.

Schutzmaßnahmen für die Stadtmitarbeiter, die raus müssen, sind bestellt. Schutzmasken, -anzüge und -brillen sowie Hand- und Flächendesinfektion werden in der kommenden Woche erwartet. Eine andere Bestellung war jüngst vom Bund beschlagnahmt worden, berichtete der Bürgermeister.

Die jüngste Initiative vor Ort: Nach einem Abstimmungsgespräch mit 13 Ärzten aus Sundern prüft man derzeit, ein zentrales Testzentrum im Innenhof des Rathauses zu errichten. „Das ist noch an Voraussetzungen gebunden und wird in der kommenden Woche noch geprüft“, betonte Brodel. Grund des Vorstoßes: Man möchte vorbereitet sein, sollten die Testreihen ausgeweitet werden. Die Zustimmung der 13 Ärzte habe man. Sollte es so kommen, sehe das Verfahren folgendermaßen aus: Der Patient ruft seinen Hausarzt an. Hält dieser einen Test auf das Virus für geboten, schickt er seinen Patienten zum zentralen Testzentrum, das sich in einem Zelt auf dem Rathausplatz in Höhe des DRK-Hauses befindet. Dort wird der Abstrich durchs Autofenster gemacht. Eingesetzt würden in einem rollierenden System die Mitarbeiter der partizipierenden Arztpraxen.

Parallel gibt es eine Privatinitiative eines Arztes. Der Allgemeinmediziner sowie Facharzt für Reise- und Impfmedizin Hermann-Josef Müller hat „aus der Not und seinem Sicherstellungsauftrag als Vertragsarzt der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe hinter seiner Praxis in der Hauptstraße 46 eine Abstrichambulanz erstellt“, wie in einem Presseartikel erklärt wird.

Jobcenter

Wie die Unterstützungsmaßnahmen, die der Bundesrat am heutigen Freitag für Arbeitslose im Sozialschutz-Paket beschlossen hat, im Kreis einheitlich umgesetzt werden, darüber werden sich die Jobcenter im HSK am Montag in einer Telefonkonferenz austauschen. „Ab Montag sind wir für die Bürger da, die auf Hilfe angewiesen sind“, versprach Urny.

Wirtschaft

Eine Abfrage über die Wirtschaftsförderung bei den heimischen Betrieben zu den Kernfragen Umsatzeinbußen, Kurzarbeit, Auftragslage & Co. habe gezeigt: „Unser Haushalt rutscht in den Keller. Das geht allen Städten so. Das ist schon dramatisch“, so Brodel mit einem Appell an die Landesregierung: „Wir brauchen dringend Geld, sonst sieht es dunkel aus.“ Sei man vor der Coronakrise auf einem guten Weg zur Haushaltssicherung gewesen, sei das alles jetzt Makulatur, sagte der Bürgermeister. Auch wenn jetzt das Gebot der Stunde sei, die Wirtschaft über Wasser zu halten, dürften auch die Kommunen nicht unter Wasser gehen.

Durch das Rettungsschirmgesetz stellt der Staat Hilfen für die Wirtschaft zur Verfügung. Informieren können sich betroffene Betriebe über die „NRW Soforthilfe 2020“. Seit heute ist auch das Online-Antragsverfahren frei geschaltet.  Auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Sundern sammelt wichtige Informationen für die örtliche Wirtschaft.

Resonanz in Sundern

Unisono ein großes Lob sprachen Stephan Urny und Ralph Brodel Sunderns Bevölkerung aus. Anordnungen werden vorbildlich eingehalten. „Wir hatten noch nicht einen Fall, wo wir hätten einschreiten müssen“, berichtete Urny aus dem Ordnungsamt, das tägliche Kontrollen durchführen lässt. „Es herrscht eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Das ist toll.“ Auch im Bürgerbüro, das nur für die dringendsten Fälle geöffnet ist, laufe es „völlig konfliktfrei“. Auch in Sundern gilt die Devise: "Sundern hilft Sundern". Auf einer Homepage werden die Angebote gebündet. 

Stadtwerke 

Hier verlaufe alles störungsfrei. Eine Übertragung des Virus über Trinkwasser sei zudem auszuschließen, betonte Brodel.

Betreuung 

In den Auffangeinrichtungen in den Kitas und Schulen müssen nur sehr wenige Kinder betreut werden. Zehn seien es in den Kitas und zehn in den Schulen, teilte das Stadtoberhaupt mit. „Notbetreuung ist aber auch an den Wochenenden möglich", erinnerte er.

Aber nicht nur das Coronavirus beschäftigt die Menschen in Sundern. Auch der geplante Ferienpark in Amecke bewegt die Menschen vor Ort sehr.  Das Thema diskutierte jüngst auch der Ältestenrat in dieser Woche, zu dem auch die Fraktionslosen eingeladen waren. „Es sind alle eingebunden. Wir haben eine sehr gute Sitzung gehabt. Wir sind uns einig, in welches strukturiertes Verfahren wir gehen werden“, lautete das Statement des Bürgermeisters, der sich nichts Weiteres entlocken ließ.

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