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Coronavirus: Pflegekräfte in Arnsberg und Sundern rufen zu Solidarität auf

Christian Stockmann, sozialfachlicher Vorstand des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern, und die Mitarbeiter rufen zu Solidarität auf.
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Christian Stockmann, sozialfachlicher Vorstand des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern, und die Mitarbeiter rufen zu Solidarität auf.

Arnsberg/Sundern - Der Caritas-Verband Arnsberg-Sundern hat weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus umgesetzt und blickt mit Sorge auf die derzeitige Lage.

Bis auf Weiteres gibt es keinen Publikumsverkehr mehr in den drei Caritas-Häusern in Arnsberg (Clemens-August-Straße 15, Tel.-Nr. 02931 545054), Neheim (Schulstr. 10, Tel.-Nr. 02932 83065) und Sundern (Hauptstraße 111, Tel.-Nr. 02933 98379515).

Die Empfänge in den Caritas-Häusern bleiben aber weiter besetzt, sodass mindestens die telefonische Erreichbarkeit vor Ort in der Zeit von 8 bis 16 Uhr gewährleistet ist. Termine werden weitestgehend telefonisch durchgeführt. Sollte in Notsituationen dennoch ein persönlicher Kontakt nötig sein, wird die Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und Abstand halten zwischen den Gesprächspartnern erwartet. 

Neu eingerichtet wurde eine „Caritas-Hotline“ (Tel. 0 29 31/80 68 88), unter der seit Mitte der Woche Mitarbeiter von 8 bis 16 Uhr für Anfragen zur Verfügung stehen.

Gereiztheit in der Gesellschaft

Laut dem Caritas-Verband werde wohl noch nicht bei allen in der Bevölkerung die Ernsthaftigkeit der Lage angemessen eingeschätzt. Gleichzeitig werde leider immer häufiger auch eine Gereiztheit in der Gesellschaft bemerkt, gerade auch in der häuslichen Situation in der ambulanten Pflege falle dies vermehrt auf. "Dies bedaure ich sehr, da sich unsere Kollegen und Kolleginnen in der ambulanten Pflege und in allen anderen Einrichtungen mit sehr großem Engagement - trotz der schwierigen Herausforderungen für uns alle - mit hoher Professionalität und großem Herz für die ihnen anvertrauten Menschen einsetzen," bringt Christian Stockmann, sozialfachlicher Vorstand des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern, seine große Sorge auf den Punkt vor der aktuellen Entwicklung.

Andererseits würden immer wieder auch aus Angst professionelle hygienische Standards hinterfragt und teilweise auch die Verwendung eines Ganzkörperschutzanzugs für reguläre Pflegeeinsätze erwartet, ohne dass es indiziert sei. "Auf den notwendigen Einsatz von Hygienemaßnahmen wird in der Pflege sehr gut geachtet, schon allein auch aus arbeitsmedizinischer Sicht zum Selbstschutz. Die Grundlagen für die hygienischen Standards legt das RKI fest und nach diesen Vorgaben wird in der Pflege gearbeitet", stellt der Verband klar.

Gleichzeitig bedankt sich Stockmann aber auch bei all den Patienten, Bewohnern und Angehörigen, die sehr bemüht sind, die Ratschläge umzusetzen und die Pflege- und Betreuungskräfte unterstützen und ihnen sogar auch Mut sowie viel Kraft in der schwierigen Zeit wünschen.

Eigenes Verhalten kann sich auf andere auswirken

Die Mitarbeiter des Caritasverbandes bitten deshalb die Bevölkerung, die Hinweise des Robert-Koch-Instituts und der Bundeskanzlerin ernst zu nehmen und soweit möglich Zuhause zu bleiben, da sonst die große Gefahr besteht, dass die Ausbreitung des Coronavirus nicht verhindert werden kann. Gerade für Personen aus der Risikogruppe kann es sonst zu schweren Krankheitsverläufen oder sogar Todesfällen kommen. Und die jüngeren Menschen sollten sich bewusst machen, dass eine Verbreitung des Virus gegebenenfalls auch ihre eigenen Eltern oder Großeltern gefährden könnte. 

Letztendlich müsse zwar jeder für sich selbst entscheiden, wie man persönlich mit den warnenden Hinweisen der Behörden umgeht. Aber diese Entscheidungen hättn auch Auswirkung auf andere Menschen. Es sei zu wünschen, dass diese Ausnahmesituation die Gereiztheit der Menschen nicht noch mehr anheizt, so der Verband weiter.

"Wir haben keine Alternative"

"Ehrlich gesagt, weiß ich auch persönlich nicht mehr, wie die Hinweise seitens der Bundeskanzlerin, aller Ministerpräsidenten der Länder und Bürgermeister oder durch uns in individuellen Beratungsgesprächen oder durch Aufklärung in der Presse noch verständlicher oder klarer ausgesprochen werden könnten", so Stockmann. "Auch wenn ich es persönlich gut nachvollziehen kann, dass man gerne rausgeht und Freunde treffen will, auch mir fällt es schwer mich nach der Arbeit zurückzuziehen und die sozialen/persönlichen Kontakte nicht mehr zu suchen - aber wir haben keine Alternative, wenn wir nicht auch "italienische Verhältnisse" bekommen wollen."

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