„Wir wollen loslegen“

Digitalisierung und Medienkonzepte schreiten voran

Dynamik ist in den Digitalisierungsprozess in Sunderns Schulen gekommen. Foto: Fotolia/momius

Sundern. Große Unruhe herrscht derzeit bei den Familien in Sundern, die ein Kind in einer der Kindertageseinrichtungen angemeldet haben. Die Anmeldewochen für die Kitas sind abgeschlossen, momentan laufen die Abstimmungsgespräche. Viele Anfragen gehen bei der Stadt ein, berichtete Martin Hustadt, Leiter des Fachbereichs Bildung, Jugend und Familie, beim Monatspressegespräch am Mittwoch im Rathaus.

Die Situation sei angespannt, da zu wenig Kindergartenplätze vorhanden seien. Wie viele Kinder ohne einen Kindergartenplatz bleiben, sei derzeit noch nicht bekannt. Die Entscheidung über eine Aufnahme treffen die Kita-Räte im Falle der städtischen Kitas sowie die entsprechenden Gremien der anderen Träger. Mit den acht städtischen Kitas habe man ein neues Anmeldesystem vereinbart, berichtete Hustadt: ein Punktesystem. Dadurch sollen Zu- oder Absagen nachvollziehbarer und transparenter dokumentiert werden, wie vom Oberverwaltungsgericht NRW gefordert.

Alle 16 Kitas in Sundern und der Träger der neuen Kita an der Settmecke werden sich zudem auf einen gemeinsamen Termin einigen, an dem Zu- oder Absagen an die Eltern verschickt werden.

„Wir hoffen, dass alles entspannter wird, wenn die neue Kita in Betrieb geht“, sagte der Fachbereichsleiter, der damit rechnet, dass die neue Kita in Trägerschaft des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern Anfang 2020 an den Start geht. Schon jetzt habe man 26 Anmeldungen für die neue Einrichtung. Vorausgesetzt der Rat gibt der Verwaltung in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch grünes Licht, damit sie mit dem Investor der Kita einen Erbbaurechtsvertrag abschließen kann, kann der Investor im Anschluss den Bauantrag stellen. „Es stehen alle in den Startlöchern“, sagte Hustadt, damit über den Bauantrag schnellstmöglich entschieden werden könne.

Tagesmütter und -väter gesucht

Falls auch nach Inbetriebnahme der neuen Kita noch Bedarf an Kindergartenplätzen sei, „werden wir uns weiter mit Tagespflegeplätzen behelfen“, kündigte Hustadt an, der mit seinem Fachbereich mit Hochdruck daran arbeitet, weitere Tagespflegeplätze aufzubauen. Man freue sich jederzeit über Menschen, die Interesse haben als Tagesmütter und -väter zu arbeiten. „Wir organisieren entsprechende Fortbildungen“, so Hustadt.

Dynamik ist bereits in die Digitalisierung der Schulen gekommen. Für die Hauptschule und das Gymnasium ist der gemeinsame Server eingerichtet, alle Schüler haben eigene Zugangserkennungen bekommen, für die Oberstufe des Gymnasiums ist alles schon freigeschaltet, alle anderen Jahrgänge folgen nach und nach. In der Realschule sei man noch nicht ganz so weit, berichtete Martin Hustadt. Laut Fachplaner ist hier erst eine neue Verkabelung nötig. Die Ausschreibung laufe, der Auftrag solle noch im Februar vergeben werden. Das sei auch in der vorläufigen Haushaltsführung möglich, da die Finanzierung über das Programm „Gute Schule 2020“ laufe.

Großes Interesse an Grundschule Allendorf

In den Grundschulen zeichnet sich derweil eine gemeinsame Lösung für ein System – das der Grundschule in Allendorf – ab. Die Grundschule Allendorf ist eine von fünf Grundschulen in Nordrhein Westfalen, die sich als „digitale Schule“ bezeichnen darf. Lehrer – aus anderen Grundschulen, aus weiterführenden Schulen und über die Stadtgrenze hinaus – lassen sich von den Allendorfern das „Modellprojekt“ erklären. „Es kommt super gut an“, weiß Hustadt zu berichten.

Inzwischen würden auch die meisten Medienkonzepte der Schulen vorliegen, die ausstehenden sollen in Kürze eingereicht werden. Dann möchte man das endgültige Medienkonzept der Stadt Sundern in den politischen Gremien vorstellen und dann umsetzen. Die zuvor eher abwartende Haltung im Digitalisierungsprozess sei einer neuen Dynamik gewichen, sagte Martin Hustadt, der sowohl von den Schulen als auch aus der Elternschaft zurückgemeldet bekommt: „Wir wollen jetzt loslegen.“

Der Breitbandausbau in Sunderns Ortsteilen bleibt weiterhin eine große Aufgabe, sagte Bürgermeister Ralph Brodel, der vermehrt Rückmeldungen bekommt, dass in den Haushalten nicht das ankomme, was versprochen worden sei. „Das wird geprüft“, so das Stadtoberhaupt. Darüber hinaus werde am Breitband in den weiter unterversorgten Gebieten gearbeitet. „Im Vergleich mit anderen sind wir aber gut dabei“, bilanzierte Brodel, den bereits eine neue Idee – für den Bildungshügel – umtreibt. Angeregt durch große bunte Kunstwerke, die ihm beim gemeinsamen Tag der offenen Tür der drei weiterführenden Schulen ins Auge gefallen waren, möchte Brodel den Bildungshügel optisch weiter aufwerten: durch große Figuren, die rund um den Bildungshügel aufgestellt werden könnten. Neben der Optik könnten diese auch Marketingzwecken dienen: „Sie zeigen: Alles gehört zusammen und hier ist man offen und kreativ“, so Ralph Brodel, der jetzt auf der Suche nach Sponsoren ist.

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