Verschwinden Weihnachtsbäume aus dem Wald

"Dilemma verhindern"

Die SPD-Landtagsabgeordneten Annette Watermann-Krass und Dirk Wiese (Mitte) mit den Weihnachtsbaumproduzenten und Vertretern der Landwirtschaftskammer.

Weihnachten ist längst vorbei, der Weihnachtsbaum ist aus dem Wohnzimmer verbannt und bis zum nächsten Weihnachtsfest kein Thema mehr. Anders für die Waldbauern, deren Lebensunterhalt mit dem Saisonartikel verdient werden muss und für den 10-Jahres-Schritte eher kurz gedacht sind. Bis zum Jahr 2028 dürfen in NRW´s Wäldern wie bisher Weihnachtsbaumkulturen in Waldgebieten betreiben werden. Solange gilt die Übergangsreglung. Danach ist es nur noch erlaubt wenn der Anbau bis höchstens zwei Hektar oder anerkannt umweltgerecht erfolgt. Politik und Weihnachtsbaumerzeuger sind im Gespräch.

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Eine Zwischenbilanz nannte SPD-Landtagsabgeordnete und Forstpolitische Sprecherin Annette Watermann-Krass das Zusammentreffen von SPD-Landes- und Bundespolitik, Vertretern der Weihnachtsbaumerzeuger und der Landwirtschaftskammer auf dem Betriebshof von Eberhard Hennecke, Weihnachtsbaum-Produzent und Sprecher im Landesarbeitskreis Wald.

Zertifiziertes Holz ohne ökologische Sünden, mit einem entsprechenden Siegel versehen – auch für den Verbraucher ist es dann ersichtlich: Der Baum im Handel kann dann bewusst gekauft werden. Denn bisher ist nicht ersichtlich, stammt der Weihnachtsbaum aus dem heimischen Sauerland oder aus Dänemark, Polen oder Schottland.

Prof. Dr. Andreas Bitter stellv. Vorsitzender von PEFC Deutschland e.V. stellte ein Konzept zum umweltverträglichen Anbau von Weihnachtsbäumen und der entsprechenden Zertifizierung vor. PEFC, Endorsement of Forest Certification Schemes ist die weltweit größte unabhängige Organisation zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung der Waldbewirtschaftung. Der Dresdner Universitätsprofessor Bitter hat in Studien zum Hochwald den Weihnachtsbaum integriert. Ein Konzept das bei Anette Watermann-Krass auf Zustimmung stieß. Den Weihnachtsbaumproduzenten wird der Verband in kürze das PEFC -Konzept vorstellen. Etwa 130 der 600 heimischen Produzenten sind laut Eberhard Hennecke in dem Verband integriert.

„Wald muss auch genutzt werden“

Ein Jahr bleibt den Bauern noch Zeit sich zertifizieren zu lassen. Ansonsten ist für den jeweiligen Betrieb nach 2028 Schluss mit dem Weihnachtsbaumanbau in Waldgebieten. Für große Produzenten wie Hennecke keine Option. 80 Prozent seiner Anbaugebiete liegen im Wald.

„Ich habe längst begriffen, Wald ist nicht nur dafür da schön rumzustehen, er muss auch genutzt werden“, erklärt SPD Bundestagsabgeordneter Dirk Wiese das Dilemma.

Mit der jährlichen, freiwilligen Zertifizierung, die die Waldbauern anstreben, könnte ein Konsens gefunden werden. Auf ihr Betreiben hin finden seit etwa einem Jahr Versuchsreihen mit der Landwirtschaftskammer statt. An sechs verschiedenen Standorten werden Umweltverträgliche Anbauarten erforscht. Untersaat zum Schutz vor Bodenerosion und der geringere Einsatz von Düngemitteln werden beispielsweise erprobt.

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