Lange Diskussionen

Rat bekennt sich zum Stadtmarketing Sundern

Eine ganz neue Variante kam am Donnerstagabend im Sunderner Rat ins Spiel, wie man den Zustand in der Burgstraße in Hachen schnellstmöglichst und kostengünstig beheben kann. Foto: Jana Sudhoff

Sundern. Ein Bekenntnis zur Stadtmarketing Sundern eG gaben die Ratsmitglieder am Donnerstag in ihrer Sondersitzung ab. Mehrheitlich – mit sechs Gegenstimmen – folgte das Gremium nach langer Diskussion der Beschlussvorlage der Verwaltung und der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses, in dessen Sitzung ebenso lange diskutiert worden war.

Bis zum 26. Oktober wollen die politischen Vertreter und die Verwaltung eigene Ideen zur Weiterentwicklung und Neuorganisation der städtischen Gesellschaften sammeln, die am 15. November beraten werden. Auf dieser Basis soll die Ausschreibung für einen externen Experten vorbereiten werden (Kurier berichtete), der die Stadtmarketing Sundern eG, die weitere Beteiligung an der Sorpesee GmbH sowie alle Überschneidungen mit weiteren Fachabteilungen und die Stadtwerke einer Untersuchung unterziehen soll. Die Expertise soll klären, in welchem Umfang das Stadtmarketing und in welcher Organisationsform es fortbestehen soll.

„Wir brauchen ein Stadtmarketing“

Bis dahin bekommt das Stadtmarketing Planungssicherheit. „Wir brauchen ein Stadtmarketing.“ Der Appell von Bürgermeister Ralph Brodel fand einen breiten Konsens. Gegen die Vorlage stimmte unter anderem die FDP. Sie habe sich eine Vorlage mit deutlichen Zahlen und einem Vorschlag zur Kompensation gewünscht. „Wir können keine Willensbekundung über Zuschüsse abgeben, die wir nicht überblicken können“, kritisierte Rüdiger Laufmöller.

Eine ebenso lange Diskussion löste die Genehmigung einer über-/außerplanmäßigen Auszahlung für die Sanierung der Stützmauer in der Burgstraße in Hachen aus. Wie berichtet, hatte sich beim Beginn der Sanierungsmaßnahmen herausgestellt, dass die Mauer in einem schlechteren Zustand ist, als erwartet.

Viele der Ratsmitglieder hatten jedoch Bauchschmerzen damit, unter Zeitdruck eine adäquate Entscheidung zu treffen – vor allem in Anbetracht der „sehr hohen Summe“ – Mittel in Höhe von 200.000 Euro werden zusätzlich zu den bereits zur Verfügung stehenden 153.833,12 Euro benötigt – so das Nachtragsangebot des bisher tätigen Bauunternehmens. Bei einer Neuausschreibung der Baumaßnahme könnten – so die Hoffnung – 35.000 Euro eingespart werden.

„Es bleiben viele Fragezeichen“

In die Waagschale geworden wurden die erheblichen Verkehrsbehinderungen, die Belastung, aber auch Gefahr für die Anwohner, Kosten für die spätere Sanierung der Umleitungsstrecke, wirtschaftliche Argumente, rechtliche Fragen und die Frage nach weiteren Alternativen. „Wir haben viele Fragezeichen. Egal, wie wir uns entscheiden, es bleiben Fragezeichen, das ist das Einzige, was klar ist“, brachte Bürgermeister Ralph Brodel die Miesere zwischenzeitlich auf den Punkt. Zum Vorschlag, die Entscheidung auf die nächste Ratssitzung am 27. September zu vertagen, legte die Fachabteilung Veto ein: Zwar sei zum jetzigen Zeitpunkt keine Gefahr in Verzug, man könne jedoch nicht garantieren, dass sich dies in den nächsten vier Woche nicht ändern könne.

Sodann sprach sich der Rat mehrheitlich für eine im Tat neu entworfene Variante aus: Die Bauarbeiten werden neu ausgeschrieben, und zwar kurzfristiger, als man zuvor für möglich gehalten hatte, weil Kämmerin Ursula Schnelle grünes Licht für eine Verpflichtungsermächtigung fürs nächste Jahr gab. Bis zum Baustart soll die Mauer gesichert werden.

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