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Drastische Auswirkungen: Mit diesen Maßnahmen will die Stadt Sundern Energie einsparen

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Von: Andre Geißler

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Hallenbad Sundern
Bleibt das Hallenbad in Sundern nach der Trockenwartung weiterhin geschlossen? Dies ist nur eine mögliche Maßnahme der Stadt Sundern, um Energie zu sparen. © Andre Geißler

Angesichts der Notwendigkeit, akut und perspektivisch deutlich Energie einzusparen, könnte in der Stadt Sundern ab dem 1. September ein umfassendes Maßnahmenpaket greifen, das in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens drastische Auswirkungen haben wird.

Sundern - Gleichzeitig appelliert die Sunderner Verwaltung an Unternehmen und Privathaushalte, ebenfalls Vorkehrungen zu treffen und mit persönlichem Handeln möglichst viel Energie einzusparen: „Noch wissen wir nicht, wie extrem sich alles zuspitzen wird. Doch wir sind jetzt schon in einer großen Notlage, die uns als Kommune zwingt, sofort zu handeln. Das gilt auch für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie für unsere Unternehmen. Unabhängig davon, ob in den nächsten Tagen wieder Gas aus Russland durch Nordstream 1 fließt, oder nicht“, äußerte sich Sunderns Bürgermeister Klaus-Rainer Willeke zu der ernsten Lage in einem Pressegespräch am Donnerstag.

Tags zuvor hatte eine Sitzung des Verwaltungsvorstands mit den zuständigen Fachbereichs- und Abteilungsleitungen der Stadt stattgefunden, bei der verschiedene Maßnahmen und Vorschläge entwickelt worden sind. Betroffen davon sind vor allem die städtischen Gebäude und Einrichtungen, die besonders energie- und kostenintensiv betrieben werden. Neben dem Rathaus, Turnhallen, Schulen, Kindergärten und Feuerwehrgerätehäusern stehen die Hallenbäder in Sundern und Hachen sowie der Schwimm- und Saunabereich im Haus des Gastes aufgrund des hohen Einsparpotentials an Gas und Strom im besonderen Fokus.

Hallenbad könnte vorerst geschlossen bleiben

So schlägt der Verwaltungsvorstand etwa vor, dass das Hallenbad auf dem Bildungshügel nach der derzeitigen Trockenwartung sowie das Lehrschwimmbad in Hachen bis zunächst Januar 2023 geschlossen bleiben sollen. Auch die Türen von Bad und Sauna im „Haus des Gastes“ in Langscheid könnten in absehbarer Zeit verschlossen bleiben. Als „Ausgleich“ könnte das Strandbad bei entsprechender Witterung länger geöffnet bleiben, als geplant. „Ausschlaggebend für die Regelungen in den Bädern sind nicht nur energiepolitische Erwägungen, sondern auch die dort explodierenden Kosten für das benötigte Gas“, betonte Sunderns Beigeordnete Dr. Jacqueline Bila, die sich darüber bewusst zeigte, das dies schmerzhafte Einschränkungen bei einem in der Bevölkerung besonders sensiblen Thema bedeuteten.

Kosten für Gas verdreifacht

Doch die Lage sei ernst. Schon jetzt hätten sich die Kosten für Gas etwa verdreifacht. Ebenfalls würden die Strompreise voraussichtlich weiter enorm steigen. Alles, was man jetzt einspare, könne dazu beitragen, Kostenexplosionen und Engpässe abzufedern. Ein wichtiger Faktor sei auch, wie mild oder kalt der kommende Winter werde. „So oder so, wir folgen dem Aufruf des Deutschen Städtetags und den Signalen der Bundespolitik, kurz- und mittelfristig Maßnahmen zur Abmilderung der Energiekrise zu ergreifen. Andere Kommunen wie Arnsberg und Menden in unserer Nähe, aber auch deutschlandweit, haben bereits schon ähnliche Maßnahmenpakete geschnürt“, so Bila.

Allgemeine Absenkung der Raumtemperatur

Allgemeine Absenkung der Raumtemperaturen, Abschaltung von Wasserspielen und nicht notwendiger Raum- und Fassadenbeleuchtung, weniger oder keine Weihnachtsbeleuchtung: Auch eher kleinere, und doch effektive Maßnahmen werden die Bürger wohl definitiv zu spüren bekommen. Daher sei es der Stadtverwaltung wichtig, die Bevölkerung jetzt schon auf diese vorzubereiten und umfassend darüber zu informieren. Mehr noch: Jeder einzelne Bürger und auch jedes Unternehmen könne ab sofort weitere Vorschläge zu Energieeinsparungsmöglichkeiten einreichen. „Das Rathaus wird vorausgehen und möchte die Menschen mitnehmen. Unser Signal ist, dass wir uns alle verantwortungsvoll für diese Krise rüsten müssen“, bekräftigte der Bürgermeister abschließend.

Weitere Vorschläge sind willkommen. Dazu wird eine zentrale Mail-Adresse eingerichtet, über die dem Verwaltungsvorstand direkt Vorschläge gemacht werden können: energiesparen@stadt-sundern.de

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