"Drogensüchtige sind Verlierer"

Robert W. (l.) und Michael Voß in der Theodor-Heuss-Schule in Arnsberg. Foto: SK

Ex-Junkie besucht noch bis Juni Schulklassen in Arnsberg und Sundern

Arnsberg/Sundern. (SK) "Drogensüchtige sind Verlierer — von Bildung, Wohlstand, Anerkennung und Gesundheit", sagt Robert W. Und er weiß, wovon er spricht. Der 42 Jahre alte Nordire war den größten Teil seines Lebens abhängig. Dank der intensiven Betreuung durch die Arnsberger Suchthilfe "Wendepunkt" ist er seit zwei Jahren drogenfrei.Heute gibt er seine Erfahrungen weiter: Mit Sozialarbeiter Michael Voß besucht er noch bis Juni Schulklassen, Vereine und andere Jugendgruppen in Arnsberg und Sundern. "Mit seiner authentischen Darstellung erreicht er die Jugendlichen anders, als es uns mit theoretischen Mitteln möglich wäre", sagt Voß.

Das Projekt ist Bestandteil von "Lokales Kapital für soziale Zwecke" (LOS), das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Prävention spielt in der Drogenproblematik eine große Rolle. Jungen und Mädchen in der Pubertät sind allein von ihrem Alter her zugänglich für Drogenkonsum.

Gebannt hören sie zu, wenn Robert W. seine Lebensgeschichte erzählt. Im Alter von sechs Jahren kam der Nordire völlig unvorbereitet nach Deutschland, wo er sich überhaupt nicht zurecht fand und schon mit elf Jahren Heroin konsumierte. Bereits in jungen Jahren wurde er inhaftiert.

"Drogenabhängig wurde ich aus dem Gefängnis entlassen. Ein Teufelskreis, aus dem es für mich 25 Jahre lang kein Entrinnen gab", spricht Robert vor den Jugendlichen mahnende Worte. Fast 30 Schulklassen hat er schon besucht. "Die Kids denken ernsthaft darüber nach", ziehen Voß und Robert W. ein positives Zwischenfazit. An der Arnsberger Theodor-Heuss-Schule hat sich sogar eine Gruppe gebildet, die sich jede Woche trifft und mit der Problematik auseinandersetzt. W. hofft, durch das LOS-Projekt auch seine eigene soziale und berufliche Integration zu verbessern.

"Kids denken ernsthaft nach"

Mit seiner Vorgeschichte und Langzeitarbeitslosigkeit ist es für ihn schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden. Im HSK gibt es LOS im dritten Jahr. Für die Koordinierung auf HSK-Ebene sind die Europabeauftragte Brigitta Wiglinghoff und Petra Eickhoff von der Kreisverwaltung zuständig.

Weitere Infos beim Hochsauerlandkreis, Europabeauftragte Brigitta Wiglinghoff, Tel. 0291/941675.

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