„Wo wollen wir hin?“

Entscheidung zum Amecker Freibad vertagt

Die Entscheidung über den Rückbau der Freibad-Ruine in Amecke wurde vertagt.

Sundern. Die Grundsatzentscheidung, was mit dem brachliegenden Freibadgelände in Amecke geschehen soll, ist noch nicht gefällt. Einstimmig entschieden die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses am vergangenen Dienstag, die Entscheidung zu vertagen, mit dem Auftrag an die Verwaltung, die Beschlussvorlage zu konkretisieren.

„Hier sollte etwas passieren, aber wir sollten nichts übers Knie brechen und in Ruhe entscheiden“, fasste Andreas Bahde (BfS) kurz vor der Abstimmung den mehrheitlichen Tenor zusammen, nachdem Hanns-Rüdiger Fehling (FDP) als Erster den Wunsch an die Verwaltung herangetragen hatte, alle Anträge – vorgeschlagen sind beispielsweise Wasserspielplatz, Umwandlung in allgemeine Wohnbebauung, Indoor-Spielplatz, Verpachtung an die Sorpesee GmbH für Ferienhäuser oder Verkauf an einen Investor – in eine abstimmungsfähige Vorlage aufzuarbeiten. „Wir müssen erstmal eine Grundsatzentscheidung treffen: Wo wollen wir hin? Da sollten wir uns Zeit für nehmen, vielleicht in einer Sondersitzung“, hatte Antonius Becker (Bündnis 90/Die Grünen) vorgeschlagen.

Zwei Anträge – der SPD und der WISU – hatten einmal mehr den Rückbau des Freibades in die politische Diskussion gebracht. Die SPD hatte dafür plädiert, „Nägel mit Köpfen“ zu machen, weil in der Freibadruine gefährliche Situationen entstünden und die Verkehrssicherheit der Stadt jede Menge Geld kosten würde. Man solle in der nächsten Haushaltsberatung Geld einstellen für einen Rückbau – entweder für eine Selbstnutzung der Stadt oder einen Käufer, wie Jürgen ter Braak (SPD) ausführte.

Chancen- und Risikobetrachtung

Rückgebaut werden könne erst, wenn für eine entsprechende Ausschreibung Mittel im genehmigten Haushalt 2020 eingestellt sind, wie Fachbereichsleiter Lars Ohlig erklärte. Die Kosten für den Rückbau werden auf 200.000 Euro geschätzt, wobei Gutachten und Tiefbauarbeiten unterhalb der Becken hierin nicht enthalten sind, wie in der Vorlage beziffert wurde. Dagegen vertrat Hans Klein (WISU) die Meinung: „Geld müsste da sein durch den Verkauf der Halbinsel.“ Er erinnerte an das Angebot eines Investors 2014. Dieser sei heute noch bereit, das Grundstück ganz oder in Teilen zu erwerben. Man müsse sich allerdings von dem Richtwert verabschieden und den Preis in Kauf nehmen, den der Käufer bereit ist zu zahlen. Er warb zudem dafür, mit Plänen in Düsseldorf anzuklopfen, wo Bereitschaft bestünde, Änderungen im Regional- und Landesentwicklungsplan zuzulassen. Der rechtswirksame Flächennutzungsplan für die Stadt Sundern sieht an dieser Stelle ein Sondergebiet „Ferienhausgebiet“ vor. „Alle diese Pläne sind nicht in Stein gemeißelt“, so Hans Klein.

Lars Ohlig signalisierte, dass eine tabellarische Aufbereitung möglicher Konzepte möglich sei, die er um eine Chancen- und Risikobetrachtung ergänzen möchte.

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