Netzwerk erweitern

MeDiKuS-Workshop: Ärzte wollen Kommunikation verbessern

+
In Sundern fand jetzt der zweite Workshop im Rahmen des "MeDiKuS"-Projekts statt.

Sundern. Es war der zweite Workshop im Rahmen des Projekts „MeDiKuS – Medizin, Digitialisierung, Kompetenz und Sicherheit“, zu dem die Stadt Sundern eingeladen hatte. Ging es beim ersten Workshop um die Kommunikation zwischen Praxen, Patienten, Kliniken und Pflegediensten und der an sie im Praxisleben gestellten Herausforderungen, stellte das Team des Forschungskollegs der Universität Siegen (FoKoS) nun Auswertungen aus Interviews vor.

Sieben Ärzte aus Sundern hatten sie anonym befragt. Die Schwierigkeiten bei der Kommunikation zwischen dem Hausarzt und der Facharztpraxis, der Praxis und der Klinik, der Praxis und dem Pflegedienst ebenso wie von Praxis zum Patienten stellten sich als die vier zu beachtenden Säulen dar, erklärte der Geschäftsführer des FoKoS, Dr. Olaf Gaus. Die Kommunikation zwischen Praxen, so fasste die wissenschaftliche Mitarbeiterin Caroline Reßing zusammen, werde durch meist veraltete Software, fehlende einheitliche Schnittstellen und Raster erschwert. Es kristallisierte sich deutlich heraus, dass eine verbesserte Kommunikation durch ein erweitertes und einheitliches Netzwerk zwischen den Arztpraxen in Sundern und auch darüber hinaus einer der Kernpunkte ist, der angegangen werden müsse.

Das neue Logo für „MeDikuS“ soll über die Projektlaufzeit hinaus dem Thema „medizinische Versorgung in Sundern“ einen Namen geben, so der Wunsch in Sundern.

So stelle etwa der Medikamentenplan, der nicht bei allen Praxen einheitlich sei, häufig eine Herausforderung dar, erklärten die Ärzte. Standards dafür und für Arzt und Krankenhausbriefe könnten vieles erleichtern. Die Qualität der Kommunikation zwischen Praxis und Krankenhäusern variiere, sei krankenhaus- oder sogar abteilungsabhängig. Um Entlastung in ihrem straffen Arbeitsalltag zu bekommen, können sich die Ärzte Online-Sprechstunden in einem bestimmten Zeitfenster vorstellen. Das Anliegen der Patienten könne eventuell digital ermittelt werden oder Befunde unter Benutzung eines Passwortes online weitergegeben werden. Viele Vorteile der digitalisierten Behandlung von Patienten sahen die Ärzte in der Kommunikation zwischen ihren Praxen und den Pflegeheimen. Notfallanrufe für teilweise überflüssige oder nicht dringende Hausbesuche wären damit vermeidbar, Einschätzungen könnten häufig über Bildmaterial stattfinden.

Im folgenden Verlauf des Forschungsprojektes „MeDiKuS“ stehen Interviews mit Pflegeheimen auf dem Plan. Eventuell werde man auch die Apotheken mit in die Studie einbeziehen, mutmaßte Wirtschaftsförderin Julia Wagener. Anfang August soll es weitere Ergebnisse geben, um dann Ende Oktober im großen Rahmen das Projekt abzuschließen. Zum Zwischenstand des "MeDiKuS"-Projekts ist am 8. Juli im Kreishaus in Meschede eine Präsentation geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare