Erlös kommt Hospiz zugute

Sie erfüllten die Johanneskirche Sundern mit ihrer Kunst und offensichtlichen Überzeugung, dem Guten zu dienen: die Deutschen Vokal-Concertisten. Foto: Klemens Teipel

Deutsche Vocal-Concertisten gastierten in der Johanneskirche

Sundern. (kt)

Kantaten zum Ratswechsel. Welch hohen Stellenwert muss Johann Sebastian Bach (1685-1750) dem Rat der Stadt Leipzig beigemessen haben, wenn er den jeweiligen Wechsel mit Kantaten bedachte, die sich auf Psalmen begründen.Drei solcher Lobpreisungen auf Gott den Herrn der Welt brachten die Deutschen Vocal-Concertisten, betitelt mit "Lobe den Herrn, meine Seele", unter der Leitung von Daniel Beckmann in der Johanneskirche Sundern dank Bemühungen des Kulturrings Sundern, von Sponsoren und persönlichen Kontakten unterstützt, zu Gehör.

Erfreulich viele Zuhörer

Kulturringvorsitzender Friedel Schültke begrüßte eine erfreulich große Zuhörerschaft zu diesem hervorragenden Musikereignis, das auch, wie er sagte, mit "Dankbarkeit des Herzens" überschrieben werden könnte. Dankbarkeit, da der Erlös dem Hospiz Raphael zufließt — aus dem Herzen kommend, da dort Menschen Hilfe erfahren, die nur aus mitfühlenden Herzen geleistet werden kann. Die persönlichen Kontakte erklären sich aus dem Glück, da die mitwirkende Sopranistin des Ensembles Sarabande, Christina Beckmann, die Tochter des Kulturringvorsitzenden und der Dirigent Daniel Beckmann der Schwiegersohn ist. Ein Glücksfall also für Sundern.

Als Solisten wirkten weiter mit: Alexandra Rawohl (Alt), Ulrich Cordes (Tenor) und Andreas Wolf (Bass), dazu ein hervorragender Chor und ein nicht minder beeindruckendes Orchester. Die Zuhörer erlebten einen Klangkörper von höchster Reinheit mit den Bach-Kantaten BWV 29, Wir danken dir, Gott, wir danken dir; BWV 69, Lobe den Herrn, meine Seele; und BWV 120, Gott, man lobet dich in der Stille. Inhaltlich sind die Texte den Psalmen 75, 103 und 65 entnommen. Zusammengefasst sind sie eine erhabene Lobpreisung auf Gott und die Bitte um seinen Schutz für die Stadt. "Halleluja, Stärk und Macht sei des Allerhöchsten Namen", so der Tenor in seiner ersten Arie. Dann im Recitativo der Bass: "Sein Schutz, sein Trost und Licht, beschirmt die Stadt und die Paläste." Die Sopranistin bittet in ihrer Arie: "Segne die, so uns regieren, die uns leiten, schützen, führen, segne die gehorsam sein!" ferner die Altstimme in Wiederholung des Tenors: "Halleluja, Stärk und Macht sei des Allerhöchsten Namen!" Dem Chor obliegt ein großes Amen. Dieser Inhalt setzt sich in den weiteren Kantaten fort.

Der Ratswechsel der Stadt Leipzig war also auch dem Thomaskantor Bach so wichtig, dass er das jährliche Ereignis mit feierlichen Kantaten begleitete. Die in Sundern gastierenden Interpreten dieser beeindruckenden Barockmusik ernteten stehenden Applaus.

Stehende Ovationen am Konzertende

Pfarrer Michael Schmitt sprach seinen Dank an alle Anwesenden gleichermaßen aus: an die Organisatoren, Sponsoren, Ausführenden wie die Zuhörer, denn neben dem Musikgenuss steht ja noch die finanzielle Hilfe für das Hospiz Raphael. Im Namen dieser segensreichen Einrichtung erläuterte der Vorsitzende des Freundes- und Förderkreises Hospiz Raphael Arnsberg-Sundern, Friedhelm Wolf, das Pflegeleitbild, das Menschen ein mögliches Zuhause bietet für die so wichtige letzte Zeit.

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