Für Bestattungen nach eigenen Traditionen

Erstes muslimisches Gräberfeld in Sundern auf dem Friedhof in Westenfeld eingerichtet

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Freuen sich über das erste Gräberfeld im Stadtgebiet Sundern für Muslime: Ibrahim Türkyilmaz (Alevitischer Kulturverein), Bürgermeister Ralph Brodel, Gönül Akpinar, Hayriye Türkyilmaz (beide Alevitischer Kulturverein) und Musa Alp (Anatolischer Kulturverein).

Sundern/Westenfeld – In der Stadt Sundern können Muslime jetzt auch nach ihren Traditionen beerdigt werden. Auf dem Friedhof in Westenfeld entsteht gerade das erste Gräberfeld im Stadtgebiet für muslimische Bestattungen. Rund 20 Muslime können auf der Parzelle ihre letzte Ruhe finden. Eine Erweiterungsmöglichkeit ist vorhanden.

Die Wahl fiel auf den Westenfelder Friedhof, weil hier der Platz zur Verfügung steht und wegen seiner Nähe zur Kernstadt, wo viele Muslime wohnen. „Das war ganz pragmatisch“, so Bürgermeister Ralph Brodel. „Es ist ein wichtiger Schritt. Seit vier Jahren diskutieren wir, dass Muslime in heimischer Erde bestattet werden können und das ist hier.“

„Sunderner sollten in Sundern beerdigt werden und nicht irgendwo auf der Welt“, so das Stadtoberhaupt. Musa Alp, Vorsitzender des Anatolischen Kulturvereins, erlebt die Problematik in der eigenen Familie: Sein Vater, Gastarbeiter der ersten Generation in Sundern ließ sich in der Türkei beerdigen. „Ich lebe hier“, sagt aber sein Sohn. „Wann besuche ich sein Grab? Vielleicht zwei Mal im Jahr. Ich möchte nicht in der Türkei beerdigt werden, meine Kinder leben hier.“ 

Erste Gespräche im Jahr 2015

2015 hatte es erste Gespräche gegeben, seitdem hatten Stadt und Kulturvereine an der Idee gearbeitet. Nicht zuletzt Gräberrichtlinien mussten abgestimmt werden, erklärte Brodel. Hier habe man sich an Beispielen in anderen Städten orientieren können. Beispielsweise in Neheim steht auf dem Friedhof im Rumbecker Holz ein Bereich für muslimische Bestattungen zur Verfügung.

Jetzt ist die Parzelle auf dem Westenfelder Friedhof gesichert. Als Nächstes soll ein Plan für die Gräbereinteilung erstellt werden. Danach wollen die Kulturvereine auf die Suche nach Beerdigungsinstituten gehen. Wer macht das nach muslimischer Art, ist die zentrale Frage, die geklärt werden muss, erklärt Musa Alp. Das Gräberfeld steht allen Muslimen zur Verfügung, ganz unabhängig von einer Zugehörigkeit zu einem der drei muslimischen Kulturvereine in Sundern. „Trauer ist Trauer. Wir ziehen keine Grenzen, ob Mitglied oder nicht“, betont Gönül Akpinar, Sprecherin des Alevitischen Kulturvereins. 

Hier gibt es weitere Informationen

Muslime, die sich für eine Grabstätte in Westenfeld interessieren, wenden sich an die Stadt Sundern. Die Kulturvereine begleiten die Muslime aber gerne bei den Abläufen und stellen auch ihre Gebetsräume zur Verfügung.

Friedhofsangelegenheiten der Stadt: ☎ 0 29 33/8 12 05 oder 0 29 33/8 11 97. Anatolischer Kulturverein, ☎ 01 76/70 60 40 28. Alevitischer Kulturverein,  ☎ 01 51/63 37 89 39. Islamischer Kulturverein, ☎ 01 73/ 7 11 42 50.

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