Neubau zum Neuanfang

Evangelische Kirche will neues Gemeindezentrum in Sundern errichten

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So soll das geplante neue Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Sundern nach dem Entwurf von „Zamel Krug Architekten“ aussehen.

Sundern. „Es soll für alle Gemeindemitglieder ein gemeinsamer Neuanfang sein“, sagte Kitty Gröne, Vorsitzende des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Sundern, zum geplanten Neubau eines Gemeindezentrums am derzeitigen Standort der Lukaskirche. Die konkreten Pläne dafür stellten die Verantwortlichen der Gemeinde in dieser Woche vor.

Nach der Aufgabe der Markuskirche in Langscheid vor etwa drei Jahren galt die Konzentration der Protestanten dem Standort Sundern. „Dabei macht es aber Sinn, das Gemeindezentrum so zu gestalten, dass es für alle Bedürfnisse ausgestattet und zukunftsfähig ist“, erklärte Kitty Gröne. Das soll nun mit dem Neubau gewährleistet werden. 

Um zu sehen, was alles möglich ist, schrieb die Gemeinde einen Architekten-Wettbewerb aus, an dem sich insgesamt sieben Büros beteiligt haben. Mitte Januar tagte dann die „Preisgerichtsjury“, bestehend aus Vertretern der Landes- und Kreiskirche sowie des Presbyteriums und der Stadt, und begutachtete die eingereichten Entwürfe. Nach und nach schieden Konzepte aus, sodass am Ende nur noch drei übrig waren. Die Jury entschied sich schließlich einstimmig für den Entwurf von „Zamel Krug Architekten“ aus Hagen. 

Platz für bis zu 308 Menschen

Die Anforderungen an das neue Gemeindezentrum waren für alle Büros gleich: Die Verantwortlichen legten großen Wert auf ein Raumkonzept, das eine gewisse Flexibilität beinhaltet. Das erfüllt der Sieger-Entwurf definitiv: Der Gottesdienstraum, ein Gruppenraum und der Gemeindesaal sind darin durch mobile Seitenwände voneinander getrennt, sodass sie problemlos für die jeweiligen Anlässe angepasst werden können. Somit finden im Gottesdienstraum zukünftig bis zu 308 Menschen Platz (bisher maximal 230). 

„Das war uns besonders wichtig, damit wir beim Krippenspiel nicht mehr wie bisher in den Theatersaal der Schützenhalle ausweichen oder die Konfirmation über vier Termine ziehen müssen“, erläuterte Pfarrer Martin Vogt. Neben den drei angesprochenen Räumen finden im Hagener Entwurf auch das Gemeindebüro, ein Besprechungsraum, barrierefreie Toiletten-Anlagen und ein Jugendraum Platz. 

Darüber hinaus mussten die beteiligten Büros in ihren Planungen einen Kostenrahmen einhalten. Eine konkrete Summe wollen die Verantwortlichen nicht nennen, die Budgets seien aber gesichert. „Kreis- und Landeskirche gucken genau darauf, dass kein Geld verbrannt wird“, schilderte Vogt. Und auch die späteren laufenden Kosten seien berücksichtigt worden. „Es bringt uns ja nichts, wenn wir einen tollen Bau haben, dessen Betrieb uns hinterher erschlägt“, meinte der Pfarrer. 

Ausstellung mit allen sieben Entwürfen

Der Zeitplan für den Bau ist grob auf die nächsten zwei Jahre angelegt. In diesem Jahr sollen die endgültigen Planungen und Genehmigungen über die Bühne gehen, im Frühjahr 2019 sollen dann möglichst die Bagger rollen. Der gesamte Komplex des bisherigen Gemeindezentrums wird abgerissen. Was dagegen mit der ehemaligen Lukaskirche passiert, steht noch nicht fest. Eine Möglichkeit ist, das 1950 als „Notbehelfskirche für 20 bis 30 Jahre“ gebaute Gotteshaus abzubauen und in einem Freilichtmuseum oder ähnlichem wieder zu errichten. „Es wäre schöner, sie so zu erhalten, als sie auch abzureißen“, sagte Kathrin Koppe-Bäumer, Sprecherin des evangelischen Kirchenkreises Arnsberg. 

Die Gemeindemitglieder wurden in einer Versammlung am vergangenen Sonntag über die neuesten Pläne informiert. „Die Gemeinde hat es gut aufgenommen. Es gab viel grundsätzliche Zustimmung und sehr positive Rückmeldungen“, berichtete Martin Vogt. Aber auch diejenigen, die nicht an der Versammlung teilgenommen haben, können sich noch über die Pläne informieren und ihre Meinung dazu abgeben: Noch bis Sonntag, 11. März, sind alle eingereichten Entwürfe montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie sonntags nach den Gottesdiensten in einer Ausstellung im Gemeindezentrum zu sehen. Die Besucher der Ausstellung können – auch wenn sie nicht Mitglied der Gemeinde sind – schließlich ihre Meinung auf ein Blatt Papier schreiben und in eine aufgestellte Box werfen. Die Verantwortlichen werden die Rückmeldungen dann auswerten und in den Planungsprozess mit einbeziehen. 

Wie das neue Gemeindezentrum nach der Fertigstellung heißen soll, wurde noch nicht entschieden. „Es wird nicht unbedingt seinen alten Namen behalten“, erklärte Vogt. Fest steht nur eins, wie Kitty Gröne berichtete: „Es soll ein gemeinsames Zentrum für alle sein.“

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