Plan wirft immer noch Fragen auf

Ausschuss diskutiert lange über Klinikanbau 

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Die Klinik in Langscheid möchte anbauen, um sich erforderlichen Standards anzupassen.

Sundern – Die Anwohner, deren Straßensanierungen in Sundern nach KAG abgerechnet werden sollen, sollen eine weitere Verschnaufpause bekommen. Einstimmig sprach sich der Ausschuss Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur am vergangenen Dienstag dafür aus, die KAG-Straßenbaumaßnahmen auch im Jahr 2020 auszusetzen oder bis zu dem Zeitpunkt, wenn im kommenden Jahr vonseiten des Landes eine endgültige Gesetzesänderung erfolgt.

Für das Jahr 2020 sind folgende Projekte geplant: Am Rehberg (Stockum), Hengstenberg (Sundern), Martinusweg (Hellefeld) und Erfthagen (Sundern). Schon im Vorjahr hatte man beschlossen, die beitragspflichtigen Straßenbaumaßnahmen für das Jahr 2019 auszusetzen. Die jüngste Entscheidung muss noch durch den Rat.

Während es in dieser Debatte sehr zügig zu einer Entscheidung kam, zog es sich in der Frage des Bebauungsplans für die Klinik Langscheid umso mehr. Wenngleich Hanns-Rüdiger Fehling (FDP) direkt am Anfang den Plan als gelungen bezeichnete – „ein Anbau, der wunderbar dahin passt“ und die Sichtachse ohnehin durch Baumreihen durchzogen sei – hatten die anderen Ausschussmitglieder Klärungsbedarf. Langscheids Ortsvorsteher Michael Pellmann monierte allen voran die Parkplatzsituation und die Straßenerschließung. „Die Anlieferung der Küche gibt die schmale Straße nicht her, das ist ein No-Go.“

Jürgen ter Braak (SPD) verwies auf die Ängste der Langscheider, dass durch den Bebauungsplan Möglichkeiten zu weiteren Veränderungen über den aktuell geplanten Anbau hinaus bestünden – etwa zusätzliche Geschosse alter Gebäude oder die Bebauung der Geländeränder. „Wie können wir absichern, dass Veränderungen besprochen werden?“, so ter Braak.

Unmut kam im Ausschuss auf, weil den Politikern die in der vorherigen Sitzung zu dem Thema geforderten Zahlen (Länge, Breite, Höhe) erneut fehlten. „Das ist keine Detaillierung, die ich mir vorgestellt hätte“, kritisierte Bernd Schwens (SPD), der auch von einem unstimmigen Geländeschnitt sprach. Schwer getroffen hatte Prof. Dr. Detlev Uhlenbrock, Geschäftsführer der Klinik, der Redebeitrag Siegfried Huffs (Die Linke), der seinen Unmut an der Vorstellung der Pläne, „die keine wesentliche Verbesserung zu den ersten Gedankengängen, nicht zu Ende gedacht und nicht entscheidungsreif sind“, in den Zweifel münden ließ, ob der Klinikstandort in Langscheid vor diesem Hintergrund noch angeraten sei. „Ich möchte Sie bitten, solche Bemerkungen noch einmal zu überdenken“, appellierte der Geschäftsführer, der dafür geklopfte Zustimmung aus dem Gremium erntete. „Der Mehrheit liegt was an der Klinik“, kommentierte Ausschussvorsitzender Markus Allefeld. Hans Klein (WISU ergänzte: „Wir bitten um Verständnis für unsere Vorsicht.“ Andreas Bahde (BfS): „Der Plan suggeriert, er könnte im Ansatz konsensfähig sein.“ Es gebe aber noch viele Detailfragen.

Auch Markus Allefeld sah in der Debatte Zugeständnisse der Planer, „die Sie zumindest verbal geäußert haben“. Sah aber auch den Wunsch seiner politischen Mitstreiter, dass einiges noch nachgearbeitet werden müsse –- unter anderem Schnitte, Maße zur Geschossigkeit, Dachneigung. Er empfahl der Klinik, in den Plänen so weit zu reduzieren, „wie Sie das brauchen. Wenn man das festzurrt, kann man ganz viele Ängste nehmen.“ Einstimmig entschied sich der Ausschuss daraufhin, auf ein modifiziertes Planwerk zu warten.

Weitere Entscheidungen 

  • Der Beschluss des IKEK wird in die übernächste Ratssitzung verschoben, zuvor sollen redaktionelle Änderungen vorgenommen werden. 
  • Mehrheitlich stimmte man für die Ausweisung zusätzlicher Baugrundstücke in Hellefeld. 
  • Mehrheitlich positiv fiel auch das Votum für die geplanten Projekte am Hudeweg in Amecke aus –Errichtung eines Seniorenpflegeheims und Wohnbauflächen. 
  • Mehrheitlich stimmten die Ausschussmitglieder für die Änderung des Bebauungsplanes „Hakenbrink II“ in Langscheid.
  • Grünes Licht gab es für einen modifizierten  Beschluss "Mobilfunknetz in Brenschede und Röhrenspring"

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