"Existenzen werden aufs Spiel gesetzt"

"Fehlendes Vertrauen": Vorstand des Stadtmarketings Sundern tritt zurück

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Sundern. Paukenschlag in Sundern: Der Vorstand des Stadtmarketings, Christian Willeke und Maria Hegemann, hat am Dienstag den Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Ralph Brodel, darüber informiert, dass sie als Vorsitzende zurücktreten. Dem schließen sich Magnus Bende und Peter Flügge aus dem Aufsichtsrat an. Das teilt das Stadtmarketing mit.

Maria Hegemann und Christian Willeke bedanken sich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen des Stadtmarketingbüros für die sehr gute Zusammenarbeit: "Verwerflich und bedauerlich finden wir, dass Existenzen aufgrund der verfahrenen politischen Situation aufs Spiel gesetzt werden", heißt es in der Mitteilung. 

Hintergrund sei das mittlerweile "fehlende Vertrauen" in die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bürgermeister Brodel, der Verwaltung und der Politik. „Wir wollen nicht weiter der Spielball der Parteien sein“, lauten die Aussagen von Willeke und Hegemann. "Im November 2016 haben wir mit viel Optimismus und Engagement diese ehrenamtliche Funktion angenommen, da wir die Dringlichkeit der Aufgabe Stadtmarketing für Sundern sehen und von der Organisationsform Öffentlich-Privater Partnerschaften überzeugt sind. Nun sehen wir keinen Weg mehr für eine konstruktive Zusammenarbeit mit Bürgermeister Brodel."  

Bürgermeister plant offenbar Streichung des Zuschusses

Laut Vorlage der Ratssitzung am Donnerstag, 12. Juli, beabsichtige Bürgermeister Brodel - entgegen vorheriger Abstimmung mit dem Vorstand und Teilen des Aufsichtsrates - offensichtlich mit Unterstützung einiger Fraktionen, die SMS-Genossenschaft aufzulösen bzw. den städtischen Zuschuss auf null zu kürzen. Für die öffentliche Aufgabe der Stadt soll in der Verwaltung eine Stelle eingerichtet werden. Den anderen Mitgliedern bleibt es überlassen, einen Werbering für die Innenstadt von Sundern zu gründen. Dies wäre in den Augen des bisherigen Vorstandes ein massiver Rückschritt für die Stadt, der nicht unterstützt werden könne. 

Nachdem 2017 der bewilligte Zuschuss von 120.000 Euro für das Stadtmarketing nur zögerlich ausbezahlt worden sei - die letzte Zahlung in Höhe von 40.000 Euro sei sogar erst zu Beginn 2018 gezahlt worden - sei ein sinnvolles Arbeiten im Stadtmarketingbüro gar nicht möglich gewesen, heißt es. Immer wieder sei ein Liquiditätsengpass befürchtet worden und nur die wichtigsten Aufgaben seien erledigt worden. "Die Folge ist, dass auch keine sichtbaren Erfolge durch neue Projekte erreicht wurden", teilt das Stadtmarketing mit. 

Ausgaben für Stadtaufgaben übersteigen Zuschuss

Anlässlich des Betrauungsaktes der Stadt Sundern habe Geschäftsleiterin Ann Kathrin Meier im vergangenen Jahr intensiv und zeitaufwendig daran gearbeitet, alle Ausgaben der Stadtmarketing-Genossenschaft in öffentliche Stadtaufgabe und Aufgaben für die privaten Mitglieder zu trennen. Obwohl es seitens der Verwaltung keine bis wenig Unterstützung gegeben habe, habe das Ergebnis doch deutlich gezeigt, dass das Stadtmarketing weit über 120.000 Euro an Ausgaben nur für die Erledigung der Stadtaufgabe wie Tourismusmarketing, Standortmarketing, Eventmarketing und Citymarketing tätigt. 

"In diesem Jahr wurde der Zuschuss von der Politik auf 100 000 € gekürzt. Selbst in diesem Jahr gibt es wieder ein Ringen um die Auszahlung des bewilligten Zuschusses", heißt es abschließend.

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