Keine Sorge um Kollaps

Fische in heimischen Gewässern haben genug Sauerstoff

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Vom großen Fischsterben wie jüngst am Aasee in Münster oder in Hamburgs Gewässern ist man in Sundern und Arnsberg verschont geblieben. 

Arnsberg/Sundern. 20 Tonnen tote Fische mussten in den vergangenen Tagen aus dem Aasee in Münster gefischt werden. Wegen der extremen Hitzeperiode hatte das „Ökosystem eine Art Herzinfarkt“ erlitten – die Fische überlebten den hitzebedingten Sauerstoffmangel nicht. Dass es im Arnsberger oder Sunderner Stadtgebiet zu vergleichbaren Szenarien kommt, halten die Umweltbeauftragten der beiden Städte für unwahrscheinlich.

An dem 33 Kilometer langen Ruhrverlauf sowie an Röhr und Möhne habe es bisher noch keine Probleme gegeben, berichtet Joachim Pütter vom Fachdienst Umwelt der Stadt Arnsberg auf Anfrage des SauerlandKurier. Während sich der Aasee als stehendes Gewässer bei Temperaturen wie in den vergangenen Wochen extrem aufheizt und durch hohe Wassertemperaturen und niedrigen Wasserstand Sauerstoff einbüßt, sei der Sauerstoff-Eintrag bei Röhr, Ruhr und Möhne durch das fließende Gewässer gegeben. Sprudelt das Wasser beispielsweise über Hindernisse wie Äste und große Steine, wird Sauerstoff eingetragen. Zudem geben auch Möhne-, Sorpe- und Hennetalsperre Wasser ab, sodass die Flüsse auf Arnsberger Stadtgebiet nie so ganz trocken fallen.

Auch um das stehende Gewässer im Stadtgebiet macht sich der Umweltbeauftragte derzeit keine Sorgen. Der stadteigene Schwiedinghauser Teich oberhalb des Freibades in Neheim sei im Wald gelegen und daher beschattet. Die übrigen Fischteiche seien in Privatbesitz, hier kümmern sich die Betreiber um das Wohl der Fische. „Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es auf Arnsberger Stadtgebiet aufgrund der Wetterlage zu einem vergleichbaren Fischsterben wie in Münster kommt“, so Pütter.

Aktuell sieht auch der Ruhrverband keinen Grund zur Sorge. Entlang der Ruhr befinden sich Online-Messstationen, die regelmäßig den Sauerstoffgehalt und andere Parameter messen. „Nirgendwo herrscht Sauerstoffmangel entlang der Ruhr“, bekräftigt Markus Rüdel, Leiter Unternehmenskommunikation beim Ruhrverband. Normalerweise monatlich werde auch der Sauerstoffgehalt in den Talsperren überwacht.

„Wir kontrollieren sehr genau“

„Das kontrollieren wir sehr genau“, sagt Rüdel. „Im Ernstfall können wir gegensteuern und Sauerstoff einblasen.“ Aktuell bestehe aber noch kein Handlungsbedarf. Gleichwohl die Kontrollen an der Möhnetalsperre derzeit schärfer ausfallen als an den anderen Talsperren. Denn in den vergangenen vier Jahren habe man hier zwei Mal vorsorglich Sauerstoff eingeblasen. „Das hat nichts mit der Wasserqualität zu tun“, betont Rüdel. Sondern im Sommer könne es hier zu Temperaturunterschieden in unterschiedlichen Tiefenprofilen kommen. Dann sei beispielsweise die obere Gewässerschicht wärmer als die unteren. „Und die durchmischen sich auch nicht“, erklärt Rüdel. Fische zieht es dann weiter nach unten – in die kühleren Gefilden. Dort könnte es aber vom Sauerstoffgehalt knapp werden.

Die Meerjungfrau an der Ruhr in Arnsberg liegt zwar etwas auf dem Trockenen, für die Flusslebewesen bestehe aber keine Gefahr.

Unkritisch stellt sich die Lage derzeit am Sorpesee dar. Der See sei tief und kühl genug und von den Gewässerschichtungen unproblematisch, heißt es vonseiten des Ruhrverbandes. Mit rund 70 Metern ist die Talsperre der tiefste See im Ruhrverband.

Wie es um kleinere Bäche und Tümpel bestellt ist, weiß Markus Rüdel indes nicht, weil diese nicht vom Ruhrverband betreut werden. „Da mag es in Teilen anders aussehen, aber mir ist nichts Großes bekannt.“ Fische würden in der Regel aber auch bei Sauerstoffmangel versuchen in einen nächst größeren Bach zu fliehen – soweit sie Ausweichmöglichkeiten haben.

Etwas größere stehende Gewässer gibt es im Stadtgebiet Sundern in Allendorf und Altenhellefeld jeweils in der Freizeitanlage sowie im Bereich des Hofcafés in der Kernstadt. Hier sei die Lage im Augenblick genauso entspannt wie in den drei Hauptflüssen auf Sunderner Stadtgebiet – Röhr, Sorpe und Linnepe, wie Lars Ohlig vom Fachbereich Stadtentwicklung und öffentliche Infrastruktur der Stadt Sundern auf Anfrage des Kurier bestätigte.

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