„Ersatz-Opa“ Herbert

Flüchtlinge aus Westenfeld laden Ortsvorsteher in die Kita ein

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Hamudi und Rula sowie ihre Mutter Rochin wurden von „Ersatz-Opa“ Herbert Laufmöller in die Kita begleitet.

Westenfeld. In der Kindertagesstätte in Westenfeld ist es eine gute Tradition, dass die Kinder ab und zu ihre Omas und Opas einladen, um mit ihnen einen netten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen mit ihnen zu verbringen. Weil Rula und Hamudi, zwei Flüchtlingskinder aus Syrien, jedoch ihre eigenen Großeltern nicht einladen konnten, suchten sie sich kurzerhand Ersatz.

Die beiden sind zusammen mit ihren Eltern aus Syrien geflüchtet. In Westenfeld haben sie ein neues Zuhause gefunden und die Geschwister besuchen wie alle Kinder in ihrem Alter regelmäßig den Kindergarten im Sunderner Ortsteil. Zum „Opa-und-Oma-Nachmittag“ fehlten ihnen allerdings die Großeltern, die sie einladen konnten. Doch mit dem Westenfelder Ortsvorsteher Herbert Laufmöller suchten sie sich einen lieben Ersatz. „Sie standen vor unserer Haustür und haben gesagt: Du sollst unser Opa sein“, erzählt Laufmöller gerührt. 

Das Wohl der in Westenfeld angekommenen Flüchtlingsfamilie lag dem engagierten 83-Jährigen von Anfang an am Herzen. Den Wunsch der beiden Kinder, für sie als Ersatzopa einzuspringen, erfüllte er also gerne. So ließen sich Herbert Laufmöller und seine Ehefrau Reni zusammen mit Rula, Hamudi und deren Mutter Rochin den Kuchen in der Westenfelder Kita besonders gut schmecken. Schon zum Kaffee freute sich Herbert Laufmöller auf eine anschließende Aufführung der Kindergartenkinder, die sie gemeinsam mit ihren Erzieherinnen zum Thema Märchen vorbereitet hatten. 

Die eigenen Enkelkinder der Laufmöllers haben längst das Erwachsenenalter erreicht. „Im Sommer wird Hamudi eingeschult, ich denke ich werde so eine Art Patenschaft für den Jungen übernehmen“, überlegte der Westenfelder Ortsvorsteher, der begeistert ist, wie sein Dorf die Familie aus Syrien integriert hat.

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