Die Stille des Augenblicks

Fotografin Ellen de Vries stellt im Berghaus in Stockum aus

+
Helmut Schulte freut sich, die Bilder von Ellen de Vries im Berghaus präsentieren zu können.

Stockum. Steht man vor einem der großformatigen Bilder von Ellen de Vries und lässt sie auf sich wirken, dann kann man empfinden, was der Fotografin wichtig war und ihr gelungen ist, mit ihrer Kamera einzufangen. Die Stille des Ortes, in der die Aufnahmen entstanden sind, wirkt auf den Betrachter auch noch raum- und zeitversetzt. Im „Berghaus – Akademie für Kunst und Kultur“ in Stockum ist zurzeit eine Ausstellung der Niederländerin zu sehen.

Am vergangenen Wochenende fand die Vernissage zu „Wander-Wunder-Welt“ statt. „Ich hoffe, auch Sie erfahren das Gefühl der Verwunderung, der Sehnsucht und der Stille in meiner fotografischen Welt“, sagte die Künstlerin zur Eröffnung. Zunächst arbeitete die in Haarlem lebende Ellen de Vries im öffentlichen Dienst, bevor sie im Jahr 2004 ein Fotografie-Studium abschloss und sich seitdem nur noch der Landschaftsfotografie widmet.

Um die Farben der Landschaft gut einzufangen und während des Fotografierens nicht durch den Blick auf das „Fenster“ der Kamera gestört zu werden, arbeitet de Vries ausschließlich mit einer analogen Kamera. Es könne Tage dauern bis es zu einem Bild kommt, erklärte die Künstlerin den Gästen. Bevor sie den sie den Auslöser drückt, beschäftigt sie sich intensiv mit der Landschaft und dem Licht. Motive findet sie in der Natur, der Landschaft, die der Mensch beeinflusst und die umgekehrt den Menschen beeinflusse, wie sie sagt.

Ausstellung läuft noch bis zum 13. Mai

Ein gutes Beispiel dafür ist sicher das auf dem Flyer zu ihrer Ausstellung zu sehende Foto „Enigma“ (Deutsch: „Rätsel“). Reusen für den Muschelfang liegen zu Hunderten ruhig im Wasser. Der Betrachter rätselt zunächst, was dort zu sehen ist, und ist zugleich fasziniert von der Stille, die der Anblick vermittelt. Wie „Enigma“ sind alle Fotografien quadratisch, da sie mit einer Hasselblad-Kamera aufgenommen wurden. Das passe aus künstlerischer Sicht gut zu ihr. „Ich sehe im Quadrat“, erklärte Ellen de Vries. Durch die Art der Verfremdung werde das Bild spannender.

Auf ihren Fotos sind das Meer, Seen und Wälder zu sehen. Einige der Aufnahmen sind in Norwegen entstanden. Dort war die Künstlerin zwei Monate lang als „artist in residence“ (Residenzkünstlerin) unterwegs und hat oft mehrere Tage allein in der robusten skandinavischen Landschaft verbracht. Auch eine Straße, ein Gebäude oder einen Raum hat die Fotografin in ihrer Stille eingefangen. Menschen sind darauf allerdings nie zu finden. „Sie würden die Stille zerstören“, erläuterte sie.

Durch die zufällige Bekanntschaft mit Helmut Schulte, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Akademie für Kunst und Kultur Stockum, während einer Segeltour auf dem Ijsselmeer bekam sie die Einladung zur Ausstellung. Bis zum 13. Mai sind die Fotografien von Ellen de Vries im Berghaus zu sehen. Die Ausstellung ist samstags und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare