Buchmesse weckt Wünsche

Heimische Bibliotheken reagieren auf Leserbedürfnisse

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Die Warenschau auf der Frankfurter Buchmesse lässt bei Leseratten neue Wünsche aufkommen, die auch in heimischen Bibliotheken nachgefragt werden.

Sundern/Arnsberg. Die 71. Buchmesse in Frankfurt ist am Sonntag zu Ende gegangen. Fünf Tage lang zeigten 7.450 Aussteller aus 104 Ländern ihre Publikationen. Nicht nur für Fachpublikum, sondern auch für private Leseratten ein Fundus an Inspirationen. Hat das auch Einflüsse auf die heimischen Stadtbibliotheken?

In Sundern ist das Interesse an der Buchmesse groß. Der Bus, mit dem der Förderverein der Bibliothek Sundern nach Frankfurt fuhr, war wieder schnell ausgebucht – mit Warteliste. Aber auch an der Theke der Stadtbibliothek wird nach Titeln von der Buchmesse gefragt, berichtet Bibliotheksmitarbeiter Peter Kretzer. Einiges sei in den Regalen schon vorhanden, fehlende Titel können aber bestellt werden. „Wir haben einen Förderverein im Rücken, der den Etat erheblich aufstockt“, freut sich Kretzer, der mit seinen Kollegen dankbar für gute Vorschläge für Neuanschaffungen aus der Leserschaft ist. „Wenn es nicht eine riesen Liste ist und in den Bestand passt“, seien Wünsche normalerweise erfüllbar. Wer sich ein Buch gewünscht hat, hat das Privileg, es sich als Erstes ausleihen zu dürfen. Wer auf die Werke von Literaturnobelpreisträgern neugierig wird, kann auch gerne nachfragen.

Die Bibliothekarischen Dienste reagieren auf Preisverleihungen sehr schnell und bieten Gesamtpakete an. „Aber erstmal abwarten, ob bei uns Nachfragen kommen“, sagt Peter Kretzer über den jüngsten Literaturnobelpreisträger Peter Handke, den aktuell noch niemand in Sundern ausleihen wollte. Bemerkbar mache sich dagegen schnell, wenn in Fernsehsendungen Buchtipps gegeben werden, sagt Kretzer.

Wunschbuch in Arnsberg

Auch an den Standorten der Stadtbibliothek Arnsberg liegt ein Wunschbuch aus, in denen die Kunden die Titel eintragen können, die sie in der Ausleihe noch vermissen. Eine Kollegin aus dem Fachbereich entscheidet dann – wenn genug Etat vorhanden – ob das Buch angeschafft wird. „Es werden relativ viele Wünsche erfüllt“, berichtet Ulrike Wendel, Sprecherin des Teams Neheim der Stadtbibliothek Arnsberg. Innerhalb von zwei bis drei Wochen sei der Titel verfügbar. „Wir sind immer ganz gut bestückt“, ist Wendel optimistisch, das Interesse nach der Buchmesse bedienen zu können.

Auch der Sieger des Deutschen Buchpreises – Sasa Stanisic – werde nochmal angeschafft. Hier sei das Interesse erfahrungsgemäß größer als bei Nobelpreisträgern, und beim Buchpreis-Siegerbuch 2019 einmal mehr, weil es auf der „Spiegel“-Bestsellerliste steht.

Und wer etwas sehr Spezielles sucht, könne die Fernleihe – für 3,50 Euro für vier Wochen – in Anspruch nehmen, so Wendel. „Die Bandbreite der Fernleihe ist sehr groß geworden.“

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