Brunnen lockte Badegäste an

Freundeskreis erinnert an Ursprünge des Klosters 

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Über den neuen Brunnen – gestaltet von Johannes Dröge – freuen sich Vertreter von Gemeinde und des Freundeskreises Kloster Brunnen, die für kommenden Sonntag zur Eröffnung nach Kloster Brunnen einladen.

Kloster Brunnen. Wie kam Kloster Brunnen zu seinem Namen? Warum Brunnen? Die Wenigsten werden sich an die alten Zeiten der „Sommerfrische“ erinnern. Daher hat der Freundeskreis Kloster Brunnen als „Denkmal“ an die Ursprünge des ehemaligen Klosterstandortes einen neuen Brunnen errichten lassen, der am Sonntag eingeweiht wird. Der Sage nach hat ein Hirte damals dem Platz zur Berühmtheit verholfen.

In den Karten des 17. und 18. Jahrhunderts taucht die Bezeichnung „fons medicinalis“ auf („fons“ bedeutet sowohl „Quelle“ als auch „Brunnen“). Ein an einem Augenleiden erkrankter Viehhüter hatte dort der Überlieferung nach seine Augen mit Wasser aus der Quelle benetzt und seine Sehkraft zurückerhalten. „Daraus hat sich eine Sommerfrische mit Badebetrieb entwickelt“, erklärt Elisabeth Baulmann, Schriftführerin des Freundeskreises Kloster Brunnen. Betreiber war ein Zusammenschluss der erbberechtigten Bauern von Bönkhausen, Brenschede, Endorf und Recklinghausen. 1705 kam der Einsiedler Johannes Fölling aus Werl, um die Badegäste geistlich zu betreuen, 1721 wurde ein Badehaus gebaut. Doch der Weg zur sonntäglichen Messe nach Stockum – rund acht bis zehn Kilometer Fußweg eine Strecke – erschien den Gläubigen bald zu beschwerlich. „Es wäre schön, wenn wir eine Messe vor Ort hätten und nicht mehr laufen müssten“, dachte sich Johannes Fölling, der seine Beziehungen zum Kapuzinerorden spielen ließ. Die Ordensleitung in Köln beschloss daraufhin die Gründung eines Klosters am Heilbrunnen. 1722 wurde der Bau des „Klosters am Brenscheder Brunnen“ begonnen, das 1834 im Zuge der Säkularisation aufgehoben wurde. 

Brunnen ist in Vergessenheit geraten 

„Der Brunnen war heutzutage längst in Vergessenheit geraten“, berichtet Elisabeth Baulmann. „So entstand die Idee, den namensgebenden Brunnen wieder zu errichten.“ Der Freundeskreis griff – unterstützt von Spenden – in die Tasche und beauftragte NRW-Staatspreisträger Johannes Dröge mit der Gestaltung eines neuen Brunnes. Dieser ist aus weißem Kalkstein schlicht gefertigt und befindet sich gegenüber des Kircheneingangs, er wird durch eine Quelle aus dem Berg gespeist. Auch die Außenanlagen wurden in diesem Jahr neu gestaltet, „was das Umfeld der Kirche positiv beeinflusst“, freut sich Elisabeth Baulmann. 

Heute ist Kloster Brunnen eine Pfarrvikarie ohne eigene Vermögensverwaltung. Die Kirche und ein Teil des Klostergebäudes gehören zum Pastoralen Raum Sundern; der größte Teil des ehemaligen Klosters gehört der Stadt Sundern, die die Räumlichkeiten an das Erzbistum Paderborn verpachtet hat, das es als Tagungs- und Ferienhaus für die Katholische Junge Gemeinde nutzt. Traditionell wird in Kloster Brunnen das Antoniusfest gefeiert – in diesem Jahr mit der Einweihung des neuen Brunnens.

Antoniusfest 

Am Sonntag wird der neue Brunnen während des Hochamts zum Antoniusfest eingeweiht. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr. Er findet bei gutem Wetter draußen statt. Er wird durch die Parforcehornbläser Homert aus Eslohe und Umgebung musikalisch mitgestaltet. Nach der kirchlichen Einweihung des Brunnens sorgt die Schützenbruderschaft St. Antonius von Padua Kloster Brunnen für das leibliche Wohl. Jeder ist zum Mitfeiern eingeladen.

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