Letzter Baustein 

Ganzjahresweideprojekt „Lange Erlen“ startet in Hachen

Auf drei Flächen – an der Sorpe, an der Röhr, an der Perlmühle – werden bald Dexter Zwergrinder im Rahmen des Ganzjahresweideprojekts „Lange Erlen“ in Hachen weiden. Dafür werden aktuell 4.200 Meter Zaun (gelbe Linien) gesetzt.

Hachen. Die ersten Dexter Zwergrinder werden am Sonntag ihre neue Heimat in Hachen beziehen. Sie werden ganzjährig rund elf Hektar Weidefläche in der Flur „Lange Erlen“ bewohnen. Derzeit werden die drei Flächen – an der Sorpe, an der Röhr und an der Perlmühle – eingefriedet. 4.200 Meter Weidezaun werden dafür gesetzt. Dies ist der letzte Baustein im Rahmen der naturnahen Entwicklung der 20 Hektar großen Freifläche im Mündungsbereich der Sorpe in die Röhr. Mitte Juli soll alles bereit sein für das Ganzjahresweideprojekt.

Somit wird die Aue, die ursprünglich im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesen war, jetzt in eine naturnahe Beweidung überführt werden. In einer Auswahlkommission hatte sich Peter Junker aus Hachen als Pächter gegen drei andere Bewerber durchgesetzt.

Die Kosten für die Umzäunung werden auf 35.000 bis 40.000 Euro kalkuliert. Der Weidezaun einschließlich der Weide-Tore und Gewässerquerungen wird zu 80 Prozent von der ELER-Förderung gedeckt, der städtische Eigenanteil beträgt 20 Prozent.

Der vierzügige Stacheldraht-Weidespannzaun wird der Straße entlang ein Stückchen nach hinten versetzt. „Damit der Zaun keine beklemmende Wirkung hat“, sagt Dieter Leser, Umweltschutzbeauftragter der Stadt Sundern, mit Blick auf die Spaziergänger. Die maximale Höhe der Eichenpfähle über dem Geländeniveau liegt bei 1,25 Metern. Nicht nur die Straße durch das Gebiet können die Hachener weiterhin nutzen, auch der Bereich am Teich ist weiter zugänglich. „Die übrigen Flächen sollen der Natur überlassen werden“, erklärt Leser. Gerade der Bodenbrüter freue sich über Ruhe.

Mit der Stacheldrahtverlegemaschine sind Theo-Josef Nagel, Woitek Wlodkowski und Friedrich Nagel (Maschine) in Hachen im Einsatz, um elf Hektar Fläche für das Gansjahresweideprojekt „Lange Erlen“ zu umzäunen. Foto: Sudhoff

Das Ganzjahresweideprojekt hat noch einen positiven Nebeneffekt: Es ist eine Ausgleichsfläche, um potenzielle Eingriffe an anderer Stelle in der Stadt für neue Bau- und Gewerbegebiete zu kompensieren. Für die Fläche werden der Stadt Sundern 185.800 Biotopwertpunkte in das Ökokonto durch die Naturschutzbehörde des HSK gut geschrieben. Nachdem die Stadt die Fläche erworben und später Röhr und Sorpe renaturiert hatte, ist die extensive Beweidung jetzt der dritte und letzte Schritt hin zur naturnahen Entwicklung der Freifläche.

Zusätzlich werden drei Gewässerquerungen aus Metall aufgebaut, vier Weidetore aus verzinktem Stahlrohr sowie ein Kontroll-Tor für das Abschlagsbauwerk des Ruhrverbandes aus verzinktem Stahlrohr aufgestellt.

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