Sunderns Bürgermeister Brodel hat Verständnis, wirbt aber um Augenmaß

Harsche Kritik: IG gegen „netto“ in Stockum wettert los

Auf diese Anschüttung sollen nochmal 7 Meter Gebäudehöhe kommen – „ein Ungetüm, dass unser Wohngebiet zerstört“, wettern die Gegner.

Die Gegner des in Stockum geplanten Discountermarktes „netto“ gehen mit Politik und Stadtverwaltung hart ins Gericht. Die IG Rothländerweg/Habichtsweg/Bergwerk hatte zuletzt Stellung zur aktuellen Situation beim Bau des Marktes am Rothländerweg in Stockum bezogen und in scharfem Ton erklärt: „Das Projekt Netto-Markt basiert von Beginn an auf Unwahrheiten und Pfusch. Es ist bedauerlich, dass sich eine Mehrheit im Stadtrat diese Politik bisher zu eigen gemacht hat.“

Stockum.

Rumms. Worte, die treffen. Doch die IG geht in ihrer Erklärung noch weiter: „Dass die Verwaltung das Genehmigungsverfahren vor der Bürgermeisterwahl im Eiltempo durchgepeitscht hat, ist mehr als fragwürdig. Wurde hier nach dem Motto gehandelt: Wir schaffen erst einmal Fakten und passen dann das Recht den Fakten an?“ Ferner kritisiert die IG, dass bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung möglicherweise Eingaben unterschlagen worden sind. „Bei der frühzeitigen Beteiligung wurden Flächennutzungs- und Bebauungsplan parallel behandelt. Die Verwaltung teilte damals auf Anfrage mit, die Stellungnahmen müssten nicht doppelt eingereicht werden. Daraufhin gab es zahlreiche Eingaben ohne Betreff. Andere Eingaben trugen den doppelten Betreff Flächennutzungsplan und Bebauungsplan.“ Diese sollen nach Auffassung der IG nicht berücksichtigt sein worden.

Sie fordert Rat und Bürgermeister nun auf, sich vor Ort ein Bild davon zu machen, „wie dieses Ungetüm unser Wohngebiet zerstört.“ Außerdem soll die jetzige Änderung des Flächennutzungsplanes abgelehnt werden. Der Bürgermeister wurde inzwischen aufgefordert, die Vorgänge in der Verwaltung zu untersuchen – vor allem die Frage, „warum die Genehmigung übers Knie gebrochen wurde.“ Es müsse endlich ernst gemacht werden mit der im Wahlkampf versprochenen Öffentlichkeit und Transparenz.

Anlass zu dieser gewürzten Kritik war Anlass ist die Offenlegung zur Änderung des Flächennutzungsplanes, welche die IG „mit einiger Verwunderung“ zur Kenntnis genommen habe. „Diese Offenlegung ist eine Farce und eines demokratischen Rechtsstaates unwürdig“, wettert die IG weiter.

Bürgermeister Brodel hat auf die harschen Worte jetzt reagiert. Er erklärte: „ Die Auseinandersetzungen um den Bau des Nettomarktes sind verständlich. Allerdings vermisse ich gleichzeitig ein wenig Augenmaß in der Wortwahl der Nettogegner.“ Wie jeder wisse, sei auch er kein glühender Verfechter des Neubaus. Allerdings müsse man auch einsehen, dass die Verwaltung an Recht und Gesetz gebunden sei. „Wer entsprechende Genehmigungen hat, darf bauen“, so Brodel. Um die verschiedenen Vorwürfe und Verdächtigungen auf eine sachliche Grundlage zu stellen, trug der zuständige Abteilungsleiter, Michael Schäfer, alle Fakten zusammen. Diese sind einsehbar auf der Homepage der Stadt Sundern unter: „Pressemitteilungen des Bürgermeisters“.

„Damit“, so der Bürgermeister, „dürften die unhaltbaren Verdächtigungen gegenüber der Stadtverwaltung aufhören. Ob man nun ein Freund der Baumaßnahme ist oder nicht. Ich schätze die harte Diskussion durchaus, aber mit Unterstellungen habe ich ein Problem, insbesondere dann, wenn meine Mitarbeiter in ein sehr schiefes Licht gerückt werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare