Gelungener Literaturdialog

Mutig trägt Beate Feische aus Sundern ihren Beitrag zu den Autorentagen der Christine-Koch-Gesellschaft in Langscheid vor. Foto: Klemens Teipel

Christine-Koch-Gesellschaft tagte im Bildungszentrum

Langscheid. (kt)

Die Christine-Koch-Gesellschaft sieht die Förderung des Dialogs in der Literaturregion Sauerland als ihre wichtigste Aufgabe an. Entsprechende Tagungen finden daher immer an verschiedenen Orten statt. Zuletzt war das Bildungszentrum Sorpesee nun Treffpunkt der schreibgewandten Damen und Herren. Hier erfolgte die Vorstellung, der Texte und zwar in einem literarisch gebildeten Kreise. 260 Mitglieder zählt die Christine-Koch-Gesellschaft. 40 von ihnen sind Autoren, von denen bereits 25 eigene Bücher verlegt haben. Eine sehr aktive Gesellschaft also, die das Sauerland mit gedrucktem Wort in der Öffentlichkeit vertritt.

Der Name der Gesellschaft ist nach Aussage ihres Gründungsvorsitzenden Dietmar Rost (1939-1996) eine Ehrerbietung an die "Sauerländer Nachtigal" Christine Koch (1869-1951).

"Den Anspruch, erste Garnitur zu sein", so Dietmar Rost, "haben viele Autoren selber nicht an sich gestellt, deshalb können und sollten wir diese hohe Meßlatte nicht anlegen. Literatur in einer Landschaft, Literarisches um eine Landschaft hat ebenso Größe; stilles Wirken, das Grenzen nicht überschreitet, Schreiben für und im begrenzten Raum ist wertvoll, hat Bedeutung. Das gilt es aufzuzeigen." In manchen westfälischen Darstellungen schneide laut des Briloner Historikers J. S. Seibertz die sauerländische Literatur schlecht ab. Es sei daher, so Rost, an der Zeit, zu zeigen, zu sagen, zu schreiben, was sich im kurkölnischen Sauerland getan habe, was sich tue.

Zeigen, was sich hier tut

Der heutige Vorsitzende der Christine-Koch-Gesellschaft, Hans Claßen, konnte in Langscheid eine stattliche Teilnehmerzahl der Autorentagung begrüßen.

"Zeitzeichen" hieß am Freitag eine Lesung unter Leitung der Dichterin Kristin Buckemüller aus Münster. Sie stellte, selbst erst 32 Jahre alt, sieben junge Autorinnen im Alter zwischen 17 und 24 Jahren vor, die erfolgreich an den Förderprojekten "Junge Poesie" der Christine-Koch-Gesellschaft teilgenommen hatten: Angela Buhl aus Hagen, Sabrina Jordt aus Arnsberg, Kirsten Stute aus Brilon, Johanna von Nathusius, Anne Stolpe und Theresa Schnettler aus Meschede sowie Anja Kruse aus Fankfurt.

Samstag präsentierten unter der Leitung von Gabriele Wartberg-Friedrichs Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Südwestfalen ihre Werke. In dieser Gruppe war auch Beate Feische aus Sundern zu hören. "Erfüllte Zeit", so ihre Kurzgeschichte. Sie schildert einen nebeligen Tag, den Sonnenstrahlen nicht zu durchdringen vermochten. Wie war das früher, im Elternhaus: Ihre Gedanken gehen zurück an Opa — wenn er erzählte. Weinachten war noch weit. Aber im Haus roch es schon nach Zimt und Anis.

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