Proteste gegen Gründung

Geplante AfD-Versammlung in Hagen sorgt für Turbulenzen

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Die neu gewählten Sunderner AfD-Vorstandsmitglieder Martin Bittner (l.), Astrid Habbel (2. v. l.) und Thorsten Härtel (2. v. r.) begrüßten bei der Gründungsversammlung Landessprecher Martin E. Renner (M.) und Kreissprecher Dr. Guido Janzen.

Hagen/Arnsberg. Rund um die geplante Gründung eines Sunderner Stadtverbandes der Alternative für Deutschland (AfD) in dieser Woche in Hagen gab es erhebliche Turbulenzen. Während einige Hagener gegen die Veranstaltung protestierten, sagten die Betreiber des Gasthofes Pingel, in dem die Gründung stattfinden sollte, den Termin kurzfristig ab. Die AfD wich daraufhin nach Arnsberg aus.

„Solche Proteste sind wir gewohnt, das war ja nicht das erste Mal“, berichtete AfD-Landtagskandidat Jürgen Antoni. Die Wirte im Gasthof Pingel seien im Vorfeld unter Druck gesetzt worden, was letztendlich zur Absage geführt habe. In einer Pressemitteilung der Partei heißt es dazu: „Nach Bekanntwerden des Veranstaltungsortes sah sich der Gastwirt jedoch vielfachen existenzbedrohenden Anrufen ausgesetzt, sodass er kurzfristig von der Zurverfügungstellung seiner Räumlichkeiten absehen musste.“ 

Das kann Anja Pingel nicht bestätigen. „Die Anrufe hat es in diesem Maße nicht gegeben. Wir haben durch das Internet erfahren, was da stattfinden soll und haben die Veranstaltung daraufhin abgesagt und unser Haus geschlossen“, erklärte die Inhaberin gegenüber dem SauerlandKurier. Als Grund für die Absage nannte sie die „schlechte Presse“ in Verbindung mit der AfD. Im Vorfeld habe sie nicht gewusst, dass die Partei eine Gründungsversammlung abhalten will: „Eine private Person hat lediglich einen Veranstaltungsraum für eine Besprechung gemietet.“ 

Dem wiederum widerspricht die AfD. „Es war bekannt, welche Veranstaltung stattfinden soll“, schilderte Jürgen Antoni. Darüber hinaus sei seine Partei auch vorher schon zweimal als AfD dort zu Gast gewesen sei. Das sei Anja Pingel allerdings nicht bekannt: „Wir stellen unsere Veranstaltungsräume zur Verfügung und haben teilweise keine Kenntnis, was da im Einzelnen stattfindet.“ 

Veranstaltung nach Arnsberg verlegt 

Trotz der frühzeitigen Absage der Gründungsversammlung protestierten etwa 20 Personen vor dem Gasthof gegen die Veranstaltung. „Hagen hat sich seit Jahren ein Image aufgebaut, das überhaupt nicht zu den Zielen der AfD passt“, erklärte Ortsvorsteher Klaus Rainer Willeke, der dem Protest selbst beiwohnte. „Wir haben hier eine Kultur der Toleranz und des Miteinanders und nicht eine der Ausgrenzung.“ 

Die AfD war derweil nach Arnsberg ausgewichen, um die Gründung des Sunderner Stadtverbandes dennoch zu vollziehen. Den genauen Veranstaltungsort wollte Antoni allerdings nicht nennen. Über die Proteste am ursprünglichen Veranstaltungsort und die Absage seitens der Wirte war der Landtagskandidat indes nicht begeistert: „Ich finde es bedenklich, wenn es einer demokratischen Partei verwehrt wird, sich zu versammeln.“ Als Gastredner begrüßte die AfD Martin E. Renner, Landessprecher und NRW-Spitzenkandidat der Partei für die Bundestagswahl. In den Vorstand des neu gegründeten Stadtverbandes wurden Martin Bittner als Sprecher, Thorsten Härtel als stellvertretender Sprecher, Astrid Habbel als Schatzmeisterin und Frank Helmecke als Geschäftsführer gewählt. 

Auch wenn die Veranstaltung an anderer Stelle doch stattfinden konnte, waren die Hagener angesichts ihres Protestes zufrieden. „Dass wir die Gründung des Stadtverbandes nicht verhindern können, ist klar. Aber das muss ja nicht in Hagen sein“, meinte Ortsvorsteher Willeke.

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