Was ist drin?

Vor geplanter Ausbaggerung: Sedimentproben im Sorpesee-Vorbecken entnommen

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Rolf Jankowski vom Gutachterbüro Wessling und Praktikant Marcel Peichert entnahmen Sedimentproben aus dem Sorpesee-Vorbecken in Amecke.

Amecke. Im Sorpesee-Vorbecken in Amecke soll in absehbarer Zeit Sediment abgetragen werden. Um zu wissen, wie viel Arbeit dann auf ihn zukommt, lässt der Ruhrverband aktuell Sedimentproben nehmen. Diese sollen Aufschluss darüber geben, wie dicht die Schicht der Ablagerungen (Sedimente) ist und an welchen Stellen sie sich befinden.

Zur chemischen Analyse und Bewertung der Beschaffenheit der Sedimentablagerungen im Vorbecken des Sorpesees entnahmen jetzt Mitarbeiter eines unabhängigen Gutachterbüros an verschiedenen Stellen eine Vielzahl an Proben aus den trockengefallenen Bereichen an der Mündung der Sorpe in Amecke.

Dafür hatte der Ruhrverband eigens den Wasserpegel um zwei Meter abgesenkt. Was ist drin? Was ist zu tun? „In mehr als 20 Jahren nach der letzten Ausbaggerung haben die Zuflüsse Sorpe und Hespe tausende Kubikmeter an Sedimenten eingeschwemmt. Jetzt ist es an der Zeit, diese in absehbarer Zeit zu entnehmen, damit der Zulauf aus dem Vorbecken in die Talsperre nicht verlandet. Nach einer umfangreichen Analytik wissen wir, in welchem Umfang diese Ausbaggerung und in welcher Form die Entsorgung erfolgen muss oder auch eine Wiederverwertung möglich ist“, erklärt Josef Thüsing, Betriebsgruppenleiter Sorpetalsperre.

Behutsamer Umgang mit Flora und Fauna

Bei der gründlichen Untersuchung der Sedimentablagerungen aus dem Sorpesee-Vorbecken werden diese vor allem auch auf das Vorkommen von Schadstoffen und der Korngrößenverteilung analysiert und eine Klassifizierung ermittelt. „Selbstverständlich erfolgt der gesamte Prozess mit dem behutsamen Umgang mit Flora und Fauna, denn das Vorbecken gilt als wichtiger Lebensraum vieler, auch seltener, Tierarten. Bevor die Ausbaggerung beginnt, werden beispielsweise die geschützten Süßwassermuscheln in größtmöglichem Umfang wieder in ihr nasses Element umgesiedelt“, betont Thüsing.

Nach Abschluss der Sedimentprobenahmen werde der Wiedereinstau umgehend, also voraussichtlich in den nächsten Tagen, erfolgen. Somit werden Spaziergänger auf dem „AiRlebnisweg“ rund um das Vorbecken wohl schon in Kürze wieder einen ungetrübten Blick auf das Wasser genießen können. Nach Vorlage der Analyse-Ergebnisse werde der Umfang und der Zeitrahmen der Sedimentationsberäumung, die sich dann über mehrere Monate –von Frühling bis Herbst – erstrecken kann, durch Genehmigungsbehörden und Ruhrverband festgelegt: „Die Öffentlichkeit und die am Vorbecken betroffenen Anlieger werden vor diesen Maßnahmen rechtzeitig informiert.“

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