Spannung vor Halbfinale steigt

Heimische Handballtrainer wünschen sich von WM-Euphorie zu profitieren

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Mit starken Fans im Rücken hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit Kapitan Uwe Gensheimer einen starken WM-Auftritt hingelegt.

Arnsberg/Sundern. Viele Deutsche befinden sich im Handballfieber. Die deutschen Handballer haben mit ihren starken WM-Aufritten nicht nur für Euphorie in den Hallen gesorgt, auch an den heimischen Fernsehern fiebern die Zuschauer mit. Die Handball-WM ist in vieler Munde. Auch in der Region sorgt das Weltsportereignis für Gesprächsstoff. „Man wird immer wieder darauf angesprochen,“ sagt Frank Schaden, Trainer der ersten Herrenmannschaft beim HV Sundern, der momentan häufiger zu Regeln, Sportlern und Besonderheiten des Handballsports befragt wird. Der Reiz, den der Sport auf ihn ausübt, ist schnell erklärt.

„Weil das Spiel erst entschieden ist, wenn Schluss ist. Wenn ich siegen will, muss ich weiter machen, denn auch in den letzten Minuten können noch drei bis fünf Tore fallen. Da gibt es kein Mauern.“ Auch das freundschaftliche Miteinander, das in der Halle herrsche, ist für den Handballer ein großer Pluspunkt sowie der enge Kontakt zwischen Fans und Spielern. „Es gibt es keine Randale, keine Bengalos, keine Diskriminierung und Rassismus. Die Fans feuern ihre Mannschaften an, aber hinterher ist es auch gut“, ergänzt der Trainer. Ein Charakteristikum, das Frank Schaden auch bei der Übertragung der WM beobachtet hat: „Da sitzt einer mit deutschem Trikot zwischen zehn Kroaten und alle feiern zusammen.“ Eine besondere Stimmung, die es besonders auch für Familien mit ihren Kindern attraktiv mache, als Zuschauer zu Handballspielen zu kommen.

 „Rudelgucken“ statt Training 

Passenderweise spielt der HV selbst auch am Samstag – gegen den Tabellendritten Attendorn in heimischer Halle um 18 Uhr. Wer sich dort schon mal auf das WM-Finale einstimmen möchte, ist willkommen.  Frank Schaden ist schon gespannt, ob die WM-Euphorie auch mehr Zuschauer in die Dreifachsporthalle lockt. Einstimmen werden sich Frank Schaden und seine Handballer bereits heute Abend gemeinsam auf das Finale. Statt des regulären Freitagtrainings gab es „Rudelgucken“. 

„Die lassen sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen“,  sagte der Sunderner Trainer vor der Partie über die Chancen der Deutschen beim Halbfinale. „Die werden gegen Norwegen gewinnen, der Heimvorteil ist extrem und wir haben Mentalitätsspieler, die sich an den Zuschauern aufheizen.“ 

Ob sich die Euphorie der deutschen Fans auch an der Basis bemerkbar machen werden, werde sich nach dem Finale zeigen, sagt Trainer Frank Schaden. „Wenn sich im Verein fünf neue Leute sammeln, dann ist das schon ein großer Erfolg. Gerade hier in Sundern“, so Schaden. Denn im Vergleich beispielsweise zu Menden sei die heimische Region eher eine „Handballprovinz“. Zudem sei das Angebot an anderen Sportarten und Hobbys zu groß, als dass man sich einen großen Zulauf beim Handball verspricht. „Und nach der Handball-WM kommt die nächste Fußball-WM und dann die Eishockey-WM oder eine Schach-WM“, erklärt Schaden. „Dann wollen alle gerne Fußball oder Eishockey spielen.“ 

Wichtig sei, schon bei den Kleinen in den Schulen die Werbetrommel für den Handball zu rühren. Der HV organisiere beispielsweise alle zwei Jahre ein Minisportschulfest. Schaden selbst war als Jugendlicher in einer Handball AG. „So etwas fehlt heute grundsätzlich“, um die Kinder und Jugendlichen auf den Handballsport aufmerksam zu machen. Unvergessen ist bei vielen jedoch der WM-Triumph der deutschen Handballer von 2007, der für ein Wintermärchen gesorgt hatte. Kurzfristig hatte man damals auch etwas Zulauf beim HV Sundern verspürt. Ob sich die aktuelle WM am Ende auch im Amateurbereich bemerkbar macht? „Wir hoffen, dass die WM einen kleinen Schub gibt in Sundern“, sagt Schaden. 

Hoffnung auf Nachhaltigkeit 

Auch in Arnsberg ist man gespannt, ob sich nach dem Finale die WM konkret in neuen Handballsportlern und Mitgliedschaften beim TV niederschlage. „Da wird etwas kommen und das hoffen wir auch. Es wäre wünschenswert, wenn die Euphorie und die Präsenz unseres Sportes in der Öffentlichkeit auch nach der WM anhalten“, sagt Frank Mähl, Trainer der ersten Herrenmannschaft des TV Arnsberg. Schließlich sei es für die Vereine angesichts des riesengroßen Freizeitangebotes immer schwieriger, Nachwuchs zu finden. Dabei setzt die Nachwuchsarbeit beim TV Arnsberg schon früh an. Die Minigruppe startet für Kinder ab fünf bis sechs Jahren. „Gestaffelt geht es dann weiter in den Alterklassen. Handball ist auf jeden Fall ein Sport für die ganze Familie.“ 

Denn der Handball habe einiges zu bieten, wie Frank Mähl hervorhebt: „Jede Minute passiert etwas, es gibt keine langen Ruhephasen. Durch die schnelle Mitte ist nach einem Tor sofort wieder Konzentration da. Und durch die vielen spektakulären Tore ist der Sport für die Zuschauer sehr attraktiv, damit kann man die Massen begeistern.“ Spektakuläre Tore erhofften sich die heimischen Fans natürlich auch für das Halbfinale, das dem deutschen Team den Weg ins Finale ebnen sollte. „Die Jungs müssen jetzt Vollgas geben. Ich denke mit dem Publikum im Rücken wird die Mannschaft das rocken“, sagt der Trainer aus Arnsberg, wo die WM-Stimmung schon während der vergangenen Spiele spürbar war. „Ein Großteil unserer Abteilung hat die Spiele beim Rudelgucken im Vereinsheim verfolgt. Durch den Erfolg ist die Euphorie groß“, sagt Frank Mähl, der ebenso wie sein Kollege aus Sundern auf der Arbeit oder privat verstärkt aus seinen Sport angesprochen wird, auch gerade von Leuten, die sonst weniger mit Handball zu tun haben. 

Weitere Infos unter www.tvarnsberg.org/abteilungen/handball/ und https://hv-sundern.de/

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