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Eigentümer erörtert Pläne zum Ferienpark

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Einen Pachtvertrag für die nächsten 20 Jahre bietet die Helma Ferienimmobilien GmbH für den Parkplatz am Ostufer an. © Andre Geißler

Sundern. Die Helma Ferienimmobilien GmbH nimmt jetzt in einer Pressemitteilung zu dem Projekt Ferienpark Sorpesee Stellung. Darin untermauert sie ihren Plan, 350 Häuser zu errichten, bietet der Stadt gleichzeitig einen Pachtvertrag für den öffentlichen Parkplatz am Ostufer an.

Zunächst schildert Per Barlag Arnholm, Geschäftsführer der Ferienimmobilien GmbH, unter welchen Voraussetzungen man Ende des Jahres 2019 den Kauf der beiden Grundstücke im Geltungsbereich des Bebauungsplanes A 26 "Ferienpark Sorpesee" getätigt habe. 

"Eine vorherige Anfrage im Rathaus der Stadt Sundern nach dem geltenden Bauplanungsrecht wurde mit einem Hinweis auf den im Internet einsehbaren Bebauungsplan A 26 beantwortet. Im Vertrauen auf diese Auskunft und die Vorgaben dieses Bebauungsplanes aus dem Jahre 2009 hat die Helma FI GmbH dann die Grundstücke gekauft und mit ihren Planungen begonnen."

Die Helma bleibt bei 350 Häusern

Dass man an den geplanten 350 Häusern festhält, macht der im Folgenden deutlich: 

"Die geplante Bebauung orientiert sich an der dörflichen Siedlungsstruktur der Umgebung, sodass sich die 350 eingeschossigen Einzelhäuser für 2-6 Personen mit einer Grundfläche von 31 bis 76 Quadratmeter durch eine versetzte Anordnung mit flachgeneigten und begrünten Dächern optimal der Hanglage anpassen. Der Ferienpark Sorpesee wird nach Fertigstellung von einem professionellen und am Markt etablierten Betreiber dauerhaft zur touristischen Nutzung betrieben.

Der geltende Bebauungsplan hätte sogar eine viel intensivere Bebauung ermöglicht, wovon jedoch bewusst kein Gebrauch gemacht wurde. Die maximal zu versiegelnde Fläche (Häuser und Straßen) beträgt nach dem B-Plan 45.000 Quadratmeter. Die Planung von Helma beansprucht nur ca. 34.000 Quadratmeter. Der B-Plan ermöglicht ausdrücklich den Bau von 220 Doppelhäusern, also 440 Doppelhaushälften mit jeweils 2 Vollgeschossen für bis zu 24 Personen. Auch wenn man die geplante Bettenanzahl der vorherigen Eigentümer (1.650) mit den von der Helma FI GmbH geplanten 1.100 vergleicht, wird deutlich, dass die Planung des neuen Eigentümers in eine ganz andere Richtung geht als alle in der Vergangenheit vorgestellten Pläne; nämlich eine deutliche Reduzierung der bebaubaren Fläche, die Begrenzung in der Höhe auf die Eingeschossigkeit und damit einhergehend eine massive Verringerung des Baukörpervolumens. Aus wirtschaftlichen Gründen ist daher eine weitere Einschränkung der Bebaubarkeit nicht mehr möglich."

Angebot gilt auch für ehemaligen Tennisplatz  

Dennoch sei man an anderer Stelle bereit, auf die Stadt zuzugehen, und den Parkplatz am Ostufer langfristig für die nächsten 20 Jahre an die stadteigene Sorpesee GmbH zu verpachten und auch die Stellfläche um das Gelände des ehemaligen Tennisplatzes zu erweitern. 

"Dass im Ferienpark keine Freizeitinfrastruktur von der Helma FI GmbH geschaffen wird, ist eine Chance für die einheimische Wirtschaft von diesem Projekt direkt zu profitieren (was die neue Goldbäckerei an der Promenade und der Dorfladen sicherlich zuerst spüren werden). Erste Gespräche mit ortsansässigen Investoren und Betreibern wurden bereits geführt. Im Übrigen wurden mit der Promenade und dem "Airlebnisweg" bereits einzigartige Infrastrukturen geschaffen, um den Tourismus am Sorpesee zu fördern."

"Sache der Kommune Anreize zu schaffen"

Arnholm widerspricht der Sorge, es könne zur Verknappung des Parkraums kommen und gibt der Stadt Vorschläge an die Hand, wie man den Autoverkehr regulieren könne: 

"Was den Verkehr betrifft, wurde bereits bei der Aufstellung des B-Plans A 26 vom ungünstigsten Fall ausgegangen; dass nämlich alle damals geplanten Wohneinheiten (also 440 Doppelhaushälften - entsprechend 1.650 Betten) an einem Tag neu belegt werden - was in der Praxis nicht vorkommen wird. Der gleichwohl empfohlene Linksabbieger wurde bereits 2014 errichtet. Da nach dem B-Plan und dem eingereichten Bauantrag für den 1. Bauabschnitt die Stellplätze für die Autos der Gäste an den Häusern angeordnet sind, kommt es durch die Gäste des Ferienparks nicht zu einer Verknappung öffentlichen Parkraums. Es ist Sache der Kommune Anreize zu schaffen, dass diese Autos möglichst für die Dauer des Aufenthalts im Ferienpark nicht benutzt werden, weil die Übernachtungsgäste beispielsweise die SauerlandCard erhalten und damit den ÖPNV kostenfrei nutzen können. Auch die Einbindung des Bürgerbusses, um eine Verbindung zur Innenstadt Sunderns herzustellen, wäre sicherlich mehr als eine Überlegung wert.

Helma erwartet Partnerschaft, Vertauen und Verlässlichkeit

Dennoch insistiert die Helma Ferienimmobilien GmbH auf ihre Schadensersatzansprüche: 

"Erstaunlicherweise scheinen aber wirtschaftliche Erwägungen im Zusammenhang mit dem Ferienpark bislang nur eine sehr untergeordnete Rolle zu spielen, obwohl ein Kaufkraftzuwachs von bis 10 Millionen Euro jährlich wahrlich kein Pappenstiel sind. Auf der anderen Seite muss die Helma FI GmbH Schadensersatzansprüche in weit übersteigender Höhe mit allem rechtlichen Nachdruck verfolgen."

Die Helma Ferienimmobilien GmbH habe im April 2020 eine Bauvoranfrage an die Stadt Sundern gestellt und Anfang Juli den Bauantrag im Rahmen des gültigen Bebauungsplanes für ihr Vorhaben eingereicht. Der geschäftsführende Gesellschafter der Helma Ferienimmobilien GmbH, Per Barlag Arnholm, erwarte nunmehr auch von der Stadt Sundern Partnerschaft, Vertrauen und Verlässlichkeit, sodass zeitnah der Bauantrag genehmigt werde und das Projekt in die Umsetzung gehen könne.

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