1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Sundern

Historische Obstbaumkultur wird wiederbelebt: Diese Idee steckt dahinter

Erstellt:

Von: Andre Geißler

Kommentare

Baumpflanzaktion Weninghausen Sundern Obstbäume
Freuten sich über den Start des Dorfrenaturierungsprojektes: Daniel Fellmer (Umweltschutzbeauftragter Stadt Sundern), Herbert Bartetzko (v.li.) und einige Anwohner. © Andre Geißler

Eine von Umfang und Bedeutung her beispiellose Baumpflanzaktion startete jetzt im Sunderner Ortsteil Weninghausen: Die Wiederbelebung einer historischen Obstbaumkultur.

Hochsauerland - 100 Obstbäume in diversen Sorten, 200 Heckenpflanzen wie Haselnuss, Weißdorn und Liguster wurden gepflanzt.

„Das ist ein einzigartiges Riesenprojekt, das wir ab heute hier in unserem Weninghausen verwirklichen werden, strahlte Herbert Bartetzko, einheimischer Bürger, Kreisvorsitzender des BUND und Antragsteller, dass sein langersehnter Wunsch in Erfüllung geht. „Schon vor 20 Jahren ist die Idee dazu gewachsen, weil es hier bereits seit Urzeiten Bestände seltener Obstbaumsorten gibt. Jetzt können wir endlich loslegen.“

Seltene und in Vergessenheit geratene Sorten

„Edelborsdorfer“ heißt beispielsweise eine seltene, fast in Vergessenheit geratene Sorte, von der in ganz Norddeutschland nur noch 16 Bäume anzutreffen seien. Zwei davon stehen noch auf einer Streuobstwiese in unmittelbarer Näher zur historischen, im Jahre 1860 erbauten, Weninghauser Kapelle, die, wie er sagt, „Westfalens einzigste Vogelkapelle“ sei. Doch die letzten Bäume, die jetzt noch vorhanden sind, sind in keinem guten Zustand mehr und drohen abzusterben.

Die Pflanzaktion, die immerhin auf einer Länge von mehreren Kilometern und zumeist als Grundstücksgrenzpflanzung, stattfindet, wird die Landschaft unweit der Wohnhäuser grundlegend verändern und soll einen erheblichen Beitrag zur Belebung der dörflichen Natur sowie als Stärkung des historischen Charakters des kleinen Ortes beitragen.

Böden derzeit ausreichend gut gewässert

Bartetzko freute sich auch über die derzeitige Witterung, die solch eine Pflanzung mitten im Winter überhaupt möglich macht: „Durch die reichlichen Niederschläge der vergangenen Wochen sind die Böden endlich einmal ausreichend gut gewässert. Da zudem keine Starkfrostperiode vorhergesagt ist, haben wir grünes Licht

Die Kosten von rund 11.000 Euro für das Projekt zur Dorfrenaturierung übernimmt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). „Doch auch ohne die Mitmachbereitschaft der neun Familien als Privateigentümer der betroffenen Flächen wäre das alles nicht möglich geworden“, zeigte sich Bartetzko in vielseitiger Hinsicht dankbar: „Jetzt freuen wir uns alle auf die erste Ernte, so in etwa fünf Jahren.“

Auch interessant

Kommentare