Wiederholte Verstöße gegen Vorschriften

Hochsauerlandkreis lässt zwei Apotheken in Sundern schließen

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Mit einem Siegel des Kreises wurden die Türen der betroffenen Apotheken in Sundern verschlossen.

Sundern. Der Amtsapotheker des Hochsauerlandkreises, Christian Stockebrand, hat wegen wiederholter Verstöße gegen das Apothekenrecht zwei Apotheken eines Inhabers in Sundern geschlossen. Betroffen sind davon nach Angaben des Portals „apotheke adhoc“ die Hubertus- und die Settmecke-Apotheke.

Darüber hinaus seien auch zwei weitere Apotheken des Inhabers in Geseke und Finnentrop zwangsgeschlossen worden. Wie das Portal berichtet, seien von den Verstößen die Bereiche Personal, Öffnungszeiten, Dokumentation und Abgabevorschriften betroffen. „Das macht man nicht gerne, aber die Schließung war aus rechtlichen Gründen notwendig“, berichtet Kreissprecher Jürgen Uhl. Die Sicherheit des gesundheitlichen Verbraucherschutzes beziehungsweise des Arzneimittelverkehrs sei nicht mehr gewährleistet gewesen, heißt es von der Kreisverwaltung. 

Die Entscheidung, die vier Apotheken zu schließen, habe die Kreisverwaltung in Abstimmung mit der Bezirksregierung und der Apothekerkammer Westfalen-Lippe getroffen. „Aufgrund der uns bekannten Fälle ist von gröblichen und beharrlichen Zuwiderhandlungen gegen zentrale Vorschriften des Apothekenrechts auszugehen, die die persönliche Zuverlässigkeit zur Leitung einer Apotheke infrage stellen und den Widerruf der Betriebserlaubnis rechtfertigen“, erklärt Michael Schmitz, Geschäftsführer Kommunikation der Apothekerkammer. 

Unklare Zukunft der Apotheken 

Am vergangenen Mittwoch sei dem Betreiber der Apotheken ein „umfangreicher Schriftsatz“ zu den Verstößen zugestellt worden. Darüber hinaus sei er aufgefordert worden, die Apotheken innerhalb eines Tages zu schließen. „Dem ist man aber nicht nachgekommen, sodass die Apotheken am Donnerstag unter Polizeischutz versiegelt wurden“, schildert Schmitz. Die bestehenden Notdienste seien seitens der Kammer bereits umverteilt worden.

Wie es mit den Apotheken jetzt weitergeht, ist unklar. Laut Kreisverwaltung hat der Inhaber die Möglichkeit, rechtlich gegen den Entzug der Betriebserlaubnis vorzugehen. „Bis auf weiteres bleiben die Apotheken aber geschlossen“, berichtet Jürgen Uhl. Bleibt die Entscheidung bestehen, dürfe der Inhaber laut Kammer keine Apotheken mehr leiten, sondern lediglich als angestellter Apotheker arbeiten. „Die geschlossenen Apotheken können dann nur unter neuer Leitung wieder öffnen“, teilt Michael Schmitz mit. 

Auch ist derzeit noch offen, ob die Verstöße persönliche Konsequenzen für den Inhaber haben. „Wir müssen die Vorwürfe jetzt noch einmal eingehend prüfen und über eventuell einzuleitende berufsrechtliche Maßnahmen entscheiden“, erläutert Schmitz. Dann könne eventuell beispielsweise eine Geldstrafe ausgesprochen werden. Der Inhaber selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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