„Brücken statt Mauern“

Initiative "Seebrücke": 110 Personen bilden eine Menschenkette am Sorpesee

Farbe bekannt haben 110 Menschen, die sich am Sorpesee an der Fotoaktion der Initiative „Seebrücke Hochsauerland“ beteiligtem und in orangener Kleidung ein Zeichen für Solidarität mit Geflüchteten und der Seenotrettung setzten.

Sundern. Die erste öffentliche Aktion der Initiative „Seebrücke Hochsauerland“ am Tag der deutschen Einheit war ein voller Erfolg. 110 Personen beteiligten sich am Sorpesee an einer Fotoaktion und bildeten an der Seepromenade eine Menschenkette. An den Händen haltend und als Zeichen der Solidarität mit Geflüchteten orangene Kleidung tragend, forderten sie gemeinsam sichere Fluchtwege über das Mittelmeer, das Ende der Kriminalisierung der Seenotrettenden und ein offenes einwanderungsfreundliches Europa.

Jörg Rostek von der Seebrücke Hochsauerland freute sich über die rege Teilnahme. Am Tag der Deutschen Einheit eine solche Veranstaltung abzuhalten, habe einen höchst symbolischen Wert. Die Deutsche Geschichte, sagte er, kenne sich aus mit den Ursachen, die heute weltweit Millionen Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat zwängen.

„Politische Verfolgung und Folter, Krieg und Vertreibung, wirtschaftliche Notlagen und Hunger. Das sind die Gründe, warum Menschen zu Geflüchteten werden. Weil die Angst vor dem Status quo größer ist als die Angst vor dem Sprung ins Unbekannte“, so Rostek. Er fuhr fort: „Niemand ist eine Insel. Und immer wenn ein Mensch stirbt, stirbt eine Welt mit ihm. Und jeder Mensch, der auf der Flucht stirbt, ist ein Toter und eine Tote zu viel. Egal ob an einer Mauer oder in einem Meer.“

Ein Foto geht um die Welt

Dass aktuell Rettungsboote von NGOs wie Aquarius, Seefuchs, Open Arms, Iuventa, Sea-Watch und Sea-Eye nicht ins offene Meer fahren dürften und festgehalten würden, bezeichnete er als „entsetzlich“ und „uneuropäisch“. Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sollten lieber „Brücken statt Mauern bauen“. Er lobte die Stadt Arnsberg, die vor Kurzem im Stadtrat beschlossen habe, als „sicher Hafen“ weitere aus Seenot gerettete Geflüchtete aufzunehmen.

Die Initiative Seebrücke Hochsauerland wird nun allen Teilnehmenden ein Erinnerungsfoto von der Aktion am Sorpesee als Erinnerung und zur Weiterleitung an Freunde zukommen lassen. Eine weitere Ausgabe wird an die Bundesregierung und insbesondere Bundesinnenminister Horst Seehofer zur Kenntnis weitergeleitet. Aber vor allem wird es als Akt der Solidarität an die Seenotretter geschickt, die aktuell von Behörden in den Häfen von Malta, Lampedusa und Barcelona festgehalten werden.

Das Foto von der Aktion wird unter anderem an die Bundesregierung und insbesondere an Bundesinnenminister Horst Seehofer geschickt.

Die Seebrücke Hochsauerland wird demnächst wieder zusammenkommen und über weitere Aktionen und Veranstaltungsmöglichkeiten beraten. Der Versammlungstermin wird über den Mailverteiler der Initiative und deren Facebook-Account weiterverbreitet und geteilt.

Europaweit haben sich als Reaktion auf antieuropäische und rechtspopulistische Strömungen sogenannte „Seebrückenintiativen“ gebildet. Alleine am 3. Oktober gab es Aktionen in Bochum, Weissenburg, München und Mannheim. Städte wie Köln, Lübeck oder Hamburg haben sich bereits zur Seenotrettung bekannt und sich als sicheren Hafen für Geflüchtete angeboten. Als Zeichen und Farbe der Solidarität mit Geflüchteten, die drohen im Mittelmeer zu ertrinken, hat die Initiative die Farbe Orange. Das Orange der Rettungswesten, die für alle Ertrinkenden ein Zeichen einer möglichen Rettung ist. Die Initiative „Seebrücke Hochsauerland“ existiert seit dem 10. September. Die Aktion am Tag der deutschen Einheit war ihre erste öffentliche Veranstaltung überhaupt.

Wer Fragen zur Initiative und zur Aktion hat, kann sich bei Jörg Rostek, rostek.j@gmx.de, melden.

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