Schneller Datenfluss

innogy-Breitbandnetz in Sundern in Betrieb gegangen

Johannes Kobeloer (innogy-Kommunalbetreuer), Projektleiter Uwe Stoppelkamp und Bürgermeister Ralph Brodel (von links) nahmen das schnelle Netz am „POP“ (Point of Presence) am Ewiger Weg symbolisch am Mittwoch in Betrieb.

Sundern.„Es geht los“ , sagte Wieland Dierks, Westnetz Pressesprecher. Bis zu 120 Megabit pro Sekunde können ab sofort durch das neue Glasfasernetz in die Haushalte übertragen werden. Bürgermeister Ralph Brodel und Vertreter der innogy SE nahmen am vergangenen Mittwoch das innogy-Breitbandnetz in Sudern symbolisch in Betrieb. Damit verfügen viele Sunderner ab sofort über Hochleistungsanschlüsse an das Internet.

Damit ist der ursprüngliche Plan zum FTTC-Ausbau (Glasfaser bis zum Bordstein) der innogy zu 100 Prozent abgeschlossen. An zwei weiteren Projekten wird noch gearbeitet: Den Breitbandausbau in Amecke hatte das Unternehmen nachträglich übernommen. Hier müssen sich die Kunden im Bereich „Am Roden“ und „Im Kaltenborn“ noch bis Mitte des Jahres gedulden.

Zudem finden gerade die Anbindungen der Industrie- und Gewerbekunden auf dem Stadtgebiet mit Glasfaseranschlüssen bis zum Gigabitbereich parallel statt. Betriebsbereit sind bereits die Gewerbegebiete in Endorf, „Am Dümpel“ und in Westenfeld-Nord. Geplant ist, dass dort ab Ende April gesurft werden kann. Gewartet wird noch auf einen Fremddienstleister. Im Anschluss werden auch die Gewerbekunden in Westenfeld-Süd, Talweg sowie diverse Einzelunternehmen versorgt. Avisiert sind die Freischaltungen für Industrie und Gewerbe zur Jahresmitte.

Ein ambitionierter Zeitplan liegt hinter der Westnetz GmbH, Verteilnetzbetreiber der innogy SE – mit zum Teil 30 offenen Baustellen gleichzeitig. Die erste Bohrmaschine war am 1. September 2017 im Huxenweg 29 eingestochen worden, erinnerte Projektleiter Uwe Stoppelkamp. In 16 Monaten wurden rund 41 Kilometer Leerrohre verlegt, in die Glasfaserkabel eingeblasen wurden. Durch 49 Multifunktionsgehäuse werden 62 Kabelverteilerschränke für das Netz erschlossen.

Menden bietet Redundanz im Notfall

Am „POP“ (Point of Presence) am Ewiger Weg – dem Herz der Breitband-Technik – stellt eine eigene Batterieversorgung sicher, dass die Anlage auch bei Störungen steuerbar bleibt. Ein Bereitschaftsdienst ist 24 Stunden erreichbar. Die Leitungen gehen auch bis Menden, für „eine Redundanz im Notfall“, erklärte Johannes Kobeloer (innogy-Kommunalbetreuer). Vom Ewiger Weg aus erfolgt der Datentransport für das Glasfasernetz aus Sundern, Balve und Neuenrade.

Rund 5.200 Adressen und damit etwa 8.000 Wohneinheiten in Sunderns Kernstadt und den Ortsteilen Endorf, Recklinghausen, Hachen, Seidfeld, Stockum, Stemel, Westenfeld und Dörnholthausen können das schnelle Internet jetzt nutzen. Die Adressaten sind schon beziehungsweise werden in Kürze per Post über die Verfügbarkeit des Netzes informiert.

„Das ist der richtige Weg und der Weg, der wird so weiter gehen“, sagte Bürgermeister Ralph Brodel mit Blick auf einen Prozess, der nicht abgeschlossen ist. „Heute sind wir zuhause zufrieden mit 50 Megabit. 200 bis 300 Megabit – ich kann mir gut vorstellen, dass die Reise dorthin geht“, sprach das Stadtoberhaupt über Zukunftsmusik mit Blick auf stetig wachsende Datenströme beispielsweise durch die Unterhaltungsindustrie und Smart Home. „Und irgendwann sprechen wir immer mehr über FTTH (Anmerkung der Redaktion: Glasfaser bis in die Wohnung).“

Momentan gibt es im Stadtgebiet aber noch unterversorgte Ortsteile. Brodel ist jedoch, wie berichtet, mit der Telekom über einen „Masterplan LTE-Versorgung Sundern“ im Gespräch.

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